Karriereende

Biedermann verabschiedet sich ohne Olympia-Medaille

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Paul Biedermann konnte bei Olympia keine Medaille gewinnen.

Rio de Janeiro - Sein größter Sport-Traum blieb ihm verwehrt: Paul Biedermann wird seine Karriere ohne den Gewinn einer Olympia-Medaille beenden.

Als Superstar Michael Phelps seine Goldsammlung weiter aufstockte, blieb Paul Biedermanns Traum von einer olympischen Medaille zum Ende der Karriere unerfüllt. Im letzten Rennen seiner Laufbahn verpasste der Weltrekordler als Schlussschwimmer der 4x200-m-Freistilstaffel Bronze um fast vier Sekunden. 25 Stunden nach seinem enttäuschenden sechsten Platz über 200 m schlug der 30-Jährige nach 7:07,28 Minuten erneut als Sechster an.

Rekord-Olympiasieger Phelps war da schon lange im Ziel. Der 31-Jährige machte auf der Bahn neben Biedermann seinen 21. Olympiasieg perfekt und schrieb weiter an seiner Legende. Anderthalb Stunden zuvor hatte sich der Amerikaner auf seiner Lieblingsstrecke über 200 m Schmetterling bei der Revanche für die hauchdünne London-Niederlage 2012 gegen seinen südafrikanischen Rivalen Chad le Clos Gold zurückgeholt.

"Ich habe noch einmal alles gegeben. Es war ein hartes Rennen", sagte Biedermann, der schon als Sechster ins Rennen gegangen war: "Jetzt ist es Zeit, danke zu sagen. Ich bin froh über das, was ich erreicht habe. Ich habe ja noch drei Weltrekorde - auf die eine oder andere Art werde ich also noch mitschwimmen." Florian Vogel (München), Christoph Fildebrandt (Saarbrücken) und Clemens Rapp (Neckarsulm) hatten auf den ersten 600 m bereits jede Chance auf einen Podestplatz verspielt.

Nachdem Biedermann nach acht Jahren auf höchstem Niveau mit vier Weltrekorden und dem sensationellen Doppel-Triumph bei der WM 2009 ohne olympische Krönung abgetreten ist, ruhen die Hoffnungen der deutschen Schwimmer auf Weltmeister Marco Koch. Der 26-Jährige tat sich als Siebter im Halbfinale über 200 m Brust aber schwer.

"Es war nicht leicht, aber die Zeit jetzt ist egal", sagte der Darmstädter: "Ich bleibe dabei: Man muss Weltrekord schwimmen, um zu gewinnen. Mal gucken, ob ich morgen noch was draufpacken kann." London-Olympiasieger Daniel Gyurta ist bereits ausgeschieden. Größter Konkurrent im Endlauf am späten Mittwochabend ist der Japaner Ippei Watanabe, der neun Zehntelsekunden schneller war.

Für Europameisterin Franziska Hentke platzte der Traum von einer Medaille bereits im Halbfinale. Die 27-Jährige aus Magdeburg kam in schwachen 2:07,67 Minuten nicht über Platz elf hinaus. "Ich bin in guter Form, warum ich's nicht ins Wasser bringen kann, keine Ahnung", sagte Hentke mit Tränen in den Augen: "Ich bin einfach nur mehr als enttäuscht. Ich habe vier Jahre darauf hintrainiert."

Zuvor war bereits Freistilsprinter Damian Wierling als 15. über 100 m gescheitert. Im Vorlauf hatten dem 20-Jährigen aus Essen nur elf Hundertstelsekunden zu seiner zweiten deutschen Bestmarke gefehlt.

Phelps' Sieg über 200 m Schmetterling war nichts für schwache Nerven. Erst mussten alle Finalisten noch einmal von den Startblöcken heruntersteigen, weil Rufe der Zuschauer ihre Konzentration störten. Dann schlug der Rekord-Olympionike nur vier Hundertstelsekunden vor dem Japaner Masato Sakai an. Vor vier Jahren war le Clos fünf Hundertstel schneller gewesen. In der Staffel war der Vorsprung der Amerikaner zu groß, um Spannung aufkommen zu lassen.

Ihre zweite Goldmedaille in Rio gewann US-Star Katie Ledecky. Nach ihrem Triumph in Weltrekordzeit über 400 m Freistil blieb die 19-Jährige über die halbe Distanz 75 Hundertstel über der sieben Jahre alten Bestmarke der italienischen Schwimmdiva Federica Pellegrini. Auch Katinka Hosszu verfehlte bei ihrem Sieg über 200 m Lagen ihren eigenen Weltrekord.

Was an Tag 4 in Rio passierte können Sie in unserem Olympia-Ticker nachlesen.

SID

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