Lieber Mac statt Mensa

Schlechte Noten für das Essen im Oly Dorf 

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Die Mensa im Olympischen Dorf in Rio.

Rio - Arabisch, italienisch, französisch, brasilianisch, asiatisch, international – in der Mensa des olympischen Dorfes gibt es zehn verschiedene Essensstationen, dazu fünf Buffet-Stände. Im ersten Moment klingt das sehr gut, die Realität sieht anders aus.

„Besonders nahrhaft ist das Essen nicht, das man bekommt, nach einer Stunde hat man wieder Hunger. Das ist schade, weil wir uns jahrelang mit einem Ernährungsplan auf die Spiele vorbereiten“, verrät ein deutscher Leichtathlet der tz. Circa 2500 Mitarbeiter sind im Einsatz, um täglich 60 000 bis 70 000 Mahlzeiten an über 18 000 Athleten, Trainer und Betreuer auszugeben.

Die Küche ist so groß wie ein amerikanisches Footballfeld (110 mal 50 Meter), der Speisesaal doppelt so groß. „Das ist wie fünf Zelte beim Oktoberfest in einem“, sagt Golfprofi Martin Kaymer. „Es ist schwer, das Essen zu finden, das man will, ohne seine Leute zu verlieren“, verriet 3000-Meter-Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause. Und es ist schwer, schwarzen Tee zu finden, seit Mitte letzter Woche ist der für drei Tage ausgegangen.

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Ein bisserl wie auf der Wiesn.

Die DOSB-Athleten kommen in Rio auffällig oft ins Deutsche Haus zum Abendessen, Angelique Kerber schaute sogar am Tag vor ihrem Viertelfinale vorbei, auch das Badminton-Team trifft man quasi täglich. Wer in die ­Welcome Zone, den Bereich, den Journalisten und Athleten betreten dürfen, eintritt, dem fällt sofort eine lange Warteschlange auf – die zum amerikanischen Burger-Laden mit dem großen M. So schlimm, um andauernd dort einzukehren, ist die Mensa-Verpflegung aber nicht, findet das deutsche Hockey-Ass Oskar Deecke: „Man kann sicher besser essen, aber es gibt Nudeln, man findet schon, was man braucht.“

Vor Beginn der Spiele wurden 20 Essenstests gemacht. Der Geschmack und die Nährstoffe waren dabei offensichtlich nicht oberste Priorität. „Vor vier Jahren in London war das Essen besser“, sagt ein deutscher Judoka. Gut möglich, dass pro Tag eine Menge Mahlzeiten übrig bleiben. Ist aber nicht so schlimm, denn als hätten sie es bereits geahnt, haben die beiden Starköche Massimo Bottura und David Hertz angekündigt, aus dem Essensüberschuss Mahlzeiten für bedürftige Menschen zu kochen.

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