Tennisprofi im tz-Interview

Kohlschreiber bei Olympia 2016: "Ein Gänsehautmoment"

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Philipp Kohlschreiber.

München/Rio de Janeiro - Vor vier Jahren machte er sich mit seiner kurzfristigen Olympia-Absage selbst zum Buh-Mann, diesmal ist Phi­lipp Kohlschreiber dabei. Das tz-Interview mit Kohli:

Der 32-Jährige siegte in Runde eins gegen den Argentinier Guido Pella 4:6, 6:1, 6:2, in der zweiten Runde wartet der Slowake Andrej Martin, der Weltranglisten-111.

Philipp, wie atmet sich die olympische Luft?

Kohlschreiber: Ziemlich gut, ich bin vergangenen Mittwoch angekommen und habe mich gut akklimatisiert. Wir schlafen im Olympischen Dorf, das ist cool, vor allem, weil man so viele andere Athleten trifft. Auch wenn’s eng ist – sechs Qua­dratmeter…

Diesmal haben einige Ihrer Kollegen abgesagt. Können Sie das nachvollziehen?

Kohlschreiber: Ich finde es schade, dass wir es nicht schaffen, alle vier Jahre unseren Turnierkalender so zu organisieren, dass die Olympischen Spiele ein Highlight sind. Sie werden notgedrungen in den ATP-Kalender gequetscht, darunter leiden andere Turniere und einige Spieler sagen vielleicht ab, weil sie lieber Punkte sammeln wollen, um in der Rangliste nach oben zu kommen. Eine Woche vor und nach den Spielen sollte kein Turnier stattfinden, das würde das Image und den Stellenwert anheben.

Wie ist der Stand?

Kohlschreiber: Nach dem Turnier in Kitzbühel war ich etwas angeschlagen und habe wenig gespielt. Jetzt muss ich schauen, dass ich meine Form finde. Aber ich fühle mich hier einfach wohl, mit dem Adler auf dem Trikot in den Flieger einzusteigen war schon eine Ehre und ein großer Gänsehautmoment.

Sie treten auch im Doppel an, allerdings nicht wie erhofft mit Philipp Petzschner, weil der aus gesundheitlichen Gründen passen musste. Was ist drin?

Kohlschreiber: Es ist schade für Philipp, weil er ein Wahnsinnsdoppelspieler ist. Aber man sollte mit fitten Spielern anreisen, alles andere wäre den anderen Spielern gegenüber nicht fair. Jetzt spiele ich eben mit Struffi (Jan Lennard Struff, Anm. d. Red.), er ist eine gute Wahl, mal sehen, was geht. Bei Olympia haben aufgrund der vielen Absagen und neuen Konstellationen viele Paarungen eine Chance, vielleicht auch wir.

Mit Kiefer und Schüttler standen 2004 zwei Deutsche im Doppelfinale.

Kohlschreiber: Stimmt, sie hatten sogar Matchbälle, das hätte damals zu Beginn auch niemand erwartet.

Interview: Mathias Müller

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