Die Exzentriker

TV-Kritik: Die Synchron-"Schlimmen" Delling und Bommes 

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Nein, das ist nicht gemein. Das ist lustig.

Rio de Janeiro/München - Gerhard Delling und Alexander Bommes, die Synchronschlimmen vom Ersten, wollen zum Synchronschwimmen. Jörg Heinrich macht sich Gedanken über unsere liebsten TV-Exzentriker.

Gerhard Delling: Nimmt keine Rücksichten mehr, weil seine Olympia-karriere nach Rio eh vorbei ist. Über Golfer Kaymer ulkte Ferkel-Delling: „Seine Blase an der linken Hand kann nicht vom Golfspielen kommen, das ist er ja gewohnt. Er hat wahrscheinlich irgendwo ein paar Handwerkerarbeiten probiert.“ Von diesem Witz befriedigt, forderte Delle die Restzuschauer nachts zum Absingen der neuseeländischen Hymne auf. Unter dem Klamauk leidet das Fachliche: US-Open-Sieger del Potro dichtete Delling dessen „erstes großes Finale“ an. Dank Eurosport ab 2018 ausrangiert, schmieden Delling und Bommes nun eigene Olympiapläne. Sie kündigten an, beim Synchronschwimmen zu starten. Hoffentlich mit extralangen Tauchphasen, in denen die beiden schweigen müssen.

Carsten Sostmeier: Bei der Dressur blähte der Pferdepapst wieder gekonnt die Nüstern, und veredelte unsere Goldreiter zum literarischen Pferde-Quartett: „Isabell Werth ist eine so großartig hellstrahlende Kerze inmitten dieser wundervollen Kathedrale des Dressursports.“ Poetischer als beim Mann von der Hippo-Vereinsbank wird’s in Rio nicht mehr. Trotzdem bleibt die Frage: Welchen Hafer muss man rauchen, damit einem so krasses Zeug einfällt?

"Mindestens so gut wie Scholl, aber halt viel billiger"

Wolf-Dieter Poschmann: Der Schnellfeuer-Pistolero vom ZDF steht mit 65 kurz vor der Verrentung, nach Rio ist Schluss. Als Poschi jetzt bei der Leichtathletik mit dem Schreien anfing, dachte man beinahe aus Versehen: „Irgendwie doch amüsant, sich zum letzten Mal von ihm anbrüllen zu lassen.“ So kann man sich täuschen. Denn der Heinz Brüller vom Zweiten ist in Sachen Doping altersstarrsinniger denn je. Dopingtests setzt er damit gleich, „Sportler zu drangsalieren und in ihren privaten Freiräumen einzuschränken“. Den Unbelehrbaren bei der Beichtathletik vergibt er milde: „Sie hat eine Dopingsperre hinter sich, aber das gehört heute einfach zur Palmarès“, zum sportlichen Lebenslauf. Bekloppt, Poschi? Wahrscheinlich eröffnet er als „Rennsionist“ daheim im Keller seinen eigenen Dopingsender. Running Gag: „Sie sind der Meinung, das war Spritze!“

Boris Becker: Kommentierte beim Kerber-Finale via Twitter mit. Der 48-Jährige Leimener grüßte erst mal den ZDF-Kommentator („Hello Aris Donzelli, wir kennen uns von früher“), und ließ danach Angie an seinem Genius teilhaben: „Etwas offensiver bitte“ und „Aufschlag halten #kerber“. Das war mindestens so gut wie Scholl, aber halt viel billiger. Donzelli, der alte Spezi vom Boris, erlitt gegen Mitternacht einen Stimmbandhexenschuss, schwieg dank Tonausfall minutenlang. Und was soll man sagen? Es fehlte einem nichts, man hat auch ohne Aris alles kapiert, hoffentlich gibt’s weitere Tonausfälle.

ARD-Kommentatoren: Matthias Cammann glänzte beim Golf. „Zum Glück geht der Ball nicht rechts ins Gemüse.“ Kollege Philipp Sohmer machte das Turnen zum Vergnügen. Er erspähte jedes Detail beim „Wandern übers Gerät“ und bei der „Russen-Wende“ (weiß das Putin?). Herrlich, wie er sich mit Bronze-Sofferl Scheder freute: „Da muss ich gleich mitheulen.“ Für die beiden gilt: Die Männer von Rio, bravo!

Verfolgen Sie die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro in unseren täglichen Live-Tickern.

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