Eigentlich sind andere Outfits erlaubt

Beachvolleyballerinnen erklären: Darum tragen wir knappe Höschen

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Kurz sind die Höschen beim Beachvolleyball allemal.

Rio de Janeiro - Beachvolleyball gehört zu den Sportarten mit dem meisten Sex-Appeal. Wo sonst sind die Sportlerinnen nur mit einem knappen Bikini bekleidet? Doch warum eigentlich?

Es waren ungewöhnlich Szenen beim olympischen Beachvolleyball-Turnier. Das deutsche Duo Laura Ludwig und Kira Walkenhorst traf in seinem ersten Match bei diesen Spielen auf die beiden Ägypterinnen Doaa El Ghobashy und Nada Meawad. So weit, so gut. Doch die Outfits der beiden Paare hätten unterschiedlicher nicht sein können. Die beiden Deutschen spielten traditionell im knappen Bikini, die Nord-Afrikanerinnen dagegen in langärmligen Shirts und in langer Hose. El Ghobashy trug sogar ihr Kopftuch während der Partie. Das Foto sorgte in den sozialen Medien für einige Diskussionen.

Weltverband kippt umstrittene Regel

Zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen erließ der Weltverband FIVB die offizielle Vorschrift, dass die Bikinihöschen an der Seite nicht breiter als sieben Zentimeter breit sein dürfen. Die meisten Aktiven hatten damit kein Problem. Zu Olympia 2012 kippte der FIVB die Regel aber wieder, aus Rücksicht vor religiösen Einschränkungen. Nun seien auch Shorts, langärmlige Shirts und auch lange Hosen wieder erlaubt. Die meisten Sportlerinnen blieben aber bei den Bikinis. 

Für die Profis gehört es dazu

Doch lässt es sich eigentlich in diesen knappen Bikinis ordentlich spielen? Dazu hat bento.de die beiden deutschen Beachvolleyballerinnen Ilka Semmler und Katrin Holtwick befragt. Die beiden waren bereits zweimal deutsche Meisterinnen und bei Olympia 2012 in London dabei. 

Unterschiedlicher geht es kaum: Kira Walkenhorst (l.) im Bikini und Doaa El Ghobashy im langärmligen Outfit mit Kopftuch.

Ilka Semmler betont, dass die Bikins Teil des Sports sind. Sie könnten selbst mitbestimmen, wie die Hosen geschnitten werden. Wenn Sie sich in diesem Outfit unwohl fühlen würden, könnte man sich so auch nicht präsentieren. Da in Rio selbst im Winter Temperaturen bis zu 30 Grad herrschen, sei der Bikini "das beste Outfit".

Auch Katrin Holtwick hat damit kein Problem. Lange Kleidung wie bei den beiden Ägypterinnen würde man auch im Training tragen. Es mache aber keinen Unterschied, ob man jetzt in kurzen oder langen Sachen spielt, erklärt die 32-Jährige. "In dem Fall kann man also nicht von Behinderung sprechen."

Auf die Frage nach dem Gefühl, mit so wenig Kleidung vor die Kameras zu treten, verweist Ilka Semmler auf die Schwimmerinnen oder Leichtathletinnen, die "auch nicht viel mehr an haben". Es sei Teil des Jobs und sollte in der heutigen Zeit kein Thema mehr sein. Mit einem Lachen fügt sie hinzu, dass man ja das Spiel gewinnen und nicht Germanys Next Topmodel werden will. 

tor

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