Kosten in Millionenhöhe

Olympische Spiele: So teuer ist allein die Bewerbung

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Kleine Modell-Plastikfiguren als Zuschauer sitzen am 17.12.2014 in Hamburg in einem Modell-Stadion für "Olympia 2024 in Hamburg" in der Europa-Passage.

Berlin/Hamburg - Das liebe Geld - wie so oft dreht sich auch bei der Ausrichtung Olympischer Spiele vieles um die schier unübersehbaren Kosten. Klar ist nur: Olympische Spiele sind teuer.

Schon die Bewerbung verschlingt viele Millionen. Welche Kosten im Falle einer Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 auf die Kandidaten Berlin oder Hamburg zukämen, ist derzeit völlig unklar. Daher halten sich beide Bewerber in Finanzdingen sehr bedeckt.

- Berlin geht nach Schätzungen von Kosten von 2,5 Milliarden Euro aus, davon entfallen 1,5 Milliarden auf den Neubau von Sportstätten, 500 Millionen auf die Sanierung bestehender Arenen. Hamburg rechnet nach ersten Kalkulationen für Neubau und Sanierung mit Kosten in Höhe von 1,38 Milliarden Euro. Inklusive Planungs- und Kostenrisiken sowie Preissteigerungen bis 2024 oder 2028 wird in der Hansestadt von Investitionen in Höhe von 2,09 oder 2,17 Milliarden Euro ausgegangen.

50 Millionen reine Bewerbungskosten

- Als reine Bewerbungskosten werden in beiden Metropolen rund 50 Millionen Euro veranschlagt.

- Nicht eingerechnet in die Kalkulationen sind Kosten für die Infrastruktur wie Straßen, Verkehrsmittel oder Wohnbauten im Olympischen Dorf. Dies wird zusätzliche Milliarden verschlingen, die Infrastruktur der auserwählten Stadt aber gravierend verbessern. In Hamburg kursiert eine Zahl von 6,5 Milliarden Euro als Gesamtkosten, doch die Handelskammer geht davon aus, das die Stadt davon nur eine Milliarde selbst stemmen müsste und der Bund einen Großteil der Kosten übernimmt.

- Die Olympia-Stadt kann aber auch mit Einnahmen durch das IOC in Höhe von rund einer Milliarde sowie Sponsorengelder und Gewinnen aus dem Ticketverkauf rechnen.

- Ein große Unbekannte bei der Olympia-Finanzierung sind die Millionen-Aufwendungen für Sicherheitsstandards an den Sportstätten und dem Olympischen Dorf.

Kosten explodieren oft

- Erfahrungen zeigen, dass die Olympia-Kosten in nahezu allen Austragungsorten aus dem Ruder liefen. So wurde 1976 in Montreal statt der geplanten (umgerechnet) 85 Millionen Euro das Zehnfache ausgegeben. Atlanta 1996 sei statt wie geplant mit 730 Millionen Euro mit Kosten in Höhe von fast 1,3 Milliarden Euro bilanziert worden. Noch teurer sei Olympia in Peking 2008 gewesen. Obwohl Schätzungen mehrfach auf bis zu 26,6 Milliarden Euro nach oben korrigiert wurden, schlugen die Spiele mit rund 33 Milliarden Euro zu Buche.

dpa

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