München schon lange kein Thema mehr

Das sind die drei Bewerber für Olympia '22

Lausanne - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die drei offiziellen Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2022 verkündet. Der wankende Favorit zeigt dabei neuen Ehrgeiz.

Oslo, Almaty, Peking: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die drei verbliebenen Bewerber-Städte zu offiziellen Kandidaten für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 ernannt. Oslo gilt (noch) als Favorit und auch als Hoffnungsträger für eine Abkehr der olympischen Bewegung vom Gigantismus. Oslos Olympia-Managerin Eli Grimsby verbreitete neuen Optimismus, nachdem sich in der großen Wintersportnation zuletzt viel Widerstand gegen das Projekt Olympia formiert hatte.

„Wir müssen in den nächsten Wochen und Monaten hart arbeiten, um unsere Regierung zu überzeugen. Aber ich habe ein gutes Gefühl. Unser Volk liebt Olympische Spiele“, sagte Grimsby, Generalsekretärin des Bewerbungskomitees, dem Branchendienst „insidethegames“. Im Herbst entscheidet die norwegische Regierung über die nötigen Finanzgarantien und damit generell über die Bewerbung der Skandinavier. Zuletzt hatten sich die Norweger in Umfragen mehr und mehr gegen Olympische Spiele in ihrem Land ausgesprochen.

Grimsby und ihr Team unternehmen alles, um das dritte olympische Wintermärchen in ihrem Land nach Oslo 1952 und Lillehammer 1994 zu realisieren. Der Etat wurde noch einmal reduziert. Die Zahlungen der öffentlichen Hand sollen laut jüngsten Berechnungen unter die Eine-Milliarde-Euro-Grenze gerutscht sein. 1,5 Milliarden Euro erhofft man sich von privaten Investitionen. Oslo stützt sich in seiner Bewerbung auf vorhandene Ressourcen. Mehr als die Hälfte der nötigen Wettkampfstätten ist bereits vorhanden.

Norwegens Hauptstadt war nach einer wahren Absagenflut als letzter Kandidat Europas für die Ausrichtung der Spiele 2022 übrig geblieben. Zuvor hatten München, Krakau (Polen), Stockholm (Schweden) und die Region Graubünden (Schweiz) ihre Bewerbung zurückgezogen, weil es für sie nicht genug Unterstützung in der Bevölkerung gab. In der vergangenen Woche verzichtete zudem die ukrainische Stadt Lwiw wegen der politischen Unruhen im Lande und stellte eine neue Bewerbung für 2026 in Aussicht.

Oslos verbliebene Konkurrenten Almaty und Peking gelten als Vertreter autokratisch geführter Staaten, die ähnlich wie Sotschi 2014 mit enormen Investitionen Olympia benutzen, um neue Wintersport- und Tourismus-Zentren in ihren Ländern zu errichten.

Bei der Bekanntgabe der drei „Candidate Cities“ am Montag in Lausanne war IOC-Präsident Thomas Bach um größte Neutralität bemüht und lobte alle drei Bewerber über den grünen Klee. „Wir sind glücklich, dass wir drei so vielseitige Bewerbungen haben. Das ist auch das, was wir mit der Debatte um die Agenda 2020 im IOC anstoßen wollten“, sagte Bach und stellte klar: „Wir haben nun eine gute Wahl. Egal, in welcher der drei Städte die Winterspiele 2022 stattfinden, es werden gute Spiele werden.“

Wie das IOC weiter bekannt gab, haben die Kandidaten nun bis zum 7. Januar 2015 Zeit, ihre Bewerbungen auszuarbeiten und notwendige Finanzgarantien der Regierungen einzuholen. Eine IOC-Evaluierungskommission werde im Anschluss (Februar/März) die drei Städte besuchen und ihren Bericht darüber allen IOC-Mitgliedern zur Verfügung stellen (Mai/Juni), ehe Ende Juli 2015 in Kuala Lumpur die Spiele vergeben werden.

sid

Rubriklistenbild: © dpa

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