Freude über guten Start getrübt

Pferd stirbt: Todesfall überschattet Reit-WM

+
Ingrid Klimke.

Haras-du-Pin - So richtig freuen konnten sich die Vielseitigkeitsreiter Michael Jung und Ingrid Klimke über die Führung in der Team-Wertung bei der WM nicht.

Zum einen, weil die eigenen Auftritte nicht optimal verliefen. Zum anderen drückte auch der schwere Unfall mit dem Tod eines Pferdes beim Distanzreiten auf die Stimmung im deutschen Lager.

„Wir sind nicht ganz glücklich, aber dürfen auch nicht überrascht sein, dass es am ersten Tag noch nicht so hohe Noten gibt“, sagte Co-Bundestrainer Chris Bartle. Das Team der Deutschen ging nach dem ersten Tag in der Dressur mit 81,9 Punkten in Führung, es folgten die Neuseeländer (91,2) und Großbritannien (92, 0).

„Ich hätte mir auch unter 40 Punkte in der Dressur gewünscht, dann hätten wir für das schwere Gelände mehr Vorsprung“, sagte Ingrid Klimke. Die Olympiasiegerin aus Münster zeigte bis auf einige Wackler beim Schritt eine solide Leistung und lieferte in 41, 2 Punkten das drittbeste Einzelergebnis.

Noch besser war Teamkollege Jung. Der Welt- und Europameister führte sein erst neun Jahres altes Ersatzpferd Rucana zu 40,7 Punkten und nahm damit den zweiten Platz ein. Nur noch der britische Top-Reiter William Fox-Pitt (37,5) liegt mit Chilli Morning vor Jung und Klimke. Allerdings kann Jung nun nicht mehr aus eigener Kraft seinen Einzeltitel verteidigen und ist auf einen Fehler des Briten angewiesen.

„Es war okay. Ich hätte mir eine etwas bessere Bewertung gewünscht“, sagte Jung über seinen ersten Auftritt in der Normandie. Bundestrainer Hans Melzer war indes voll des Lobes. „Michi ist geritten wie ein Weltmeister. Das war eine tolle Dressur. Ich habe keinen Fehler gesehen“, sagte Melzer, dem in seiner aktuellen Trophäensammlung nur noch das WM-Gold mit der Mannschaft fehlt.

Überschattet wurde der Auftakt der Vielseitigkeitsreiter jedoch vom tödlichen Unfall im Distanzreiten, der sich gleich zu Beginn des Rennens über 160 Kilometer ereignete. Der Wallach Donado der Reiterin Claudia Romero Chacon aus Costa Rica war in einem Waldgebiet gegen einen Baum gestoßen und erlag seinen schweren Kopfverletzungen. Zudem zog sich der Reiter Isha Judo (Uruguay) bei einem Sturz mit JQ Zarial einen Beinbruch zu.

„Das ist natürlich bitter und sollte eigentlich nicht passieren“, sagte FN-Geschäftsführer Soenke Lauterbach. Die Veranstalter reagierten und machten das Rennen langsamer, indem sie die zugelassene Minimalgeschwindigkeit von 15 auf 14 Kilometer pro Stunde reduzierten.

Das seit Tagen trostlose Wetter hatte die Piste vor allem für die weniger geübten Starter zur großen Herausforderung gemacht. „Die Strecke war eh schwierig. Durch den Dauerregen und den Matsch wurde alles noch tückischer“, sagte Lauterbach.

Das Sportliche geriet zur Nebensache. Für die deutsche Mannschaft war der Traum von einer Medaille ohnehin früh geplatzt. Melanie Arnold mit Sevin Ox, Sabrina Arnold (beide Kirchheim) mit Saltan, Gabriela Förster (Naumburg) mit Priceless Gold, Belinda Hitzler (Dillingen) mit La Marjorie und Jenny Stemmler (Potsdam) mit Radja schieden allesamt vorzeitig aus.

sid

auch interessant

Meistgelesen

Kerber im tz-Interview: "Ich wollte den Druck - jetzt habe ich ihn"
Kerber im tz-Interview: "Ich wollte den Druck - jetzt habe ich ihn"
Terror-Anschlag auf Olympia: Acht Verdächtige angeklagt
Terror-Anschlag auf Olympia: Acht Verdächtige angeklagt
Todesdrohungen gegen Quarterback Kaepernick nach Hymnen-Protest
Todesdrohungen gegen Quarterback Kaepernick nach Hymnen-Protest
Handball-Champions-League: So spielte der THW Kiel gegen Paris St. Germain
Handball-Champions-League: So spielte der THW Kiel gegen Paris St. Germain

Kommentare