Generationenduell bei BMW Open

Kohlschreiber feiert dritten Turniersieg in München

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Der deutsche Tennisspieler Philipp Kohlschreiber spielt am 1. Mai im Finale gegen den österreichischen Tennisspieler Thiem beim ATP-Turnier in München.

München - In München fühlt sich Philipp Kohlschreiber einfach wohl. Bei seinem dritten Turniererfolg gewinnt er das Endspiel der Generationen und erweitert seinen Luxus-Fuhrpark.

Lokalmatador Philipp Kohlschreiber verließ den geliebten Center Court in München glücklich und erschöpft - und als Besitzer eines weiteren Sportwagens. Der Davis-Cup-Spieler aus Augsburg konnte am Sonntag zum dritten Mal in seiner Tenniskarriere das Sandplatzturnier in der bayerischen Landeshauptstadt gewinnen.

Der 32-Jährige setzte sich in seinem fünften Endspiel bei den BMW Open im Generationenduell gegen den zehn Jahre jüngeren Österreicher Dominic Thiem mit 7:6 (9:7), 4:6, 7:6 (7:4). durch. Es war ein packender und immer wieder attraktiver Schlagabtausch, den Kohlschreiber nach zweieinhalb Stunden mit dem insgesamt dritten Matchball erfolgreich beenden konnte. Nach seinem entscheidenden Rückhand-Volley warf er den Schläger auf den Boden, fasste sich mit beiden Händen an den Kopf und umarmte dann seinen enttäuschten Gegner am Netz. Danach ließ er sich von den Zuschauern feiern.

Kohlschreiber machte seine Finalankündigung vor den 5000 Fans wahr. „Ich will es den jungen Spielern noch mal zeigen“, hatte er erklärt. Für seinen dritten Heimsieg nach 2007 und 2012 erhielt der beste deutsche Tennisspieler neben einem wertvollen Cabrio des Turniersponsors ein Preisgeld von 82 450 Euro. Es war sein siebter Sieg als Profi in 14 Endspielen auf der ATP-Tour.

Am Tag der Arbeit musste Kohlschreiber in seinem „Wohnzimmer“, wie er den Hauptplatz auf der Anlage des MTTC Iphitos bezeichnet, ganz schön schuften. Spektakulär, spannend und unterhaltsam verlief vor allem jeweils die Endphase des ersten und dritten Durchgangs. Kohlschreiber schlug dabei insgesamt dreimal erfolglos zum Satzgewinn auf, im ersten bei 5:4 und 6:5, im dritten bei 5:3. Im Tiebreak aber war er da.

Beim ersten führte Thiem schon mit 4:1, ehe sich Kohlschreiber zurückkämpfte. Thiem vergab beim Stand von 6:6 eine Großchance bei einem Schmetterball, den Kohlschreiber spektakulär kontern konnte. Beim achten Satzball des Deutschen landete schließlich eine Vorhand des Österreichers im Netz.

Thiem demonstrierte jedoch, wie gut er schon mit 22 ist und wie sehr er auch kämpfen kann. Er wollte Revanche nehmen für die Niederlage gegen Kohlschreiber 2015 im Halbfinale seines Heimturniers in Kitzbühel. Den zweiten Satz dominierte er. Im dritten ging es nach zwei von Thiem abgewehrten Matchbällen wieder in den Tiebreak. Nerven waren gefragt, die besseren hatte Kohlschreiber.

Der an Nummer vier gesetzte Kohlschreiber hatte auf dem Weg ins Endspiel keinen Satz verloren. Im Halbfinale besiegte er am Samstag den Italiener Fabio Fognini souverän mit 6:1, 6:4. „Es gibt wenig zu meckern. Ich bin selbst ein bisschen überrascht von den deutlichen Ergebnissen in dieser Woche“, sagte ein glücklicher Kohlschreiber.

Der Weltranglisten-15. Thiem musst wesentlich mehr Kraft aufwenden, um als erster Österreicher seit Thomas Muster 1990 das Endspiel in München zu erreichen. Im Semifinale benötigte er mehr als zwei Stunden, um das deutsche Talent Alexander Zverev mit 4:6, 6:2, 6:3 niederzuringen. „Ich habe schlechter aufgeschlagen als in den Tagen zuvor. Ich hatte kaum freie Punkte“, sagte der 19 Jahre alte Zverev nach einer insgesamt guten Woche.

dpa

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