Auf dem Zuckerhut

Raten Sie mal, wen unser Olympia-Reporter in Rio getroffen hat

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Schnuppert olympische Höhenluft: tz-Reporter Mathias Müller.

Rio - Olympia-Reporter Mathias Müller hat sich in Rio den besten Ausblick gegönnt: Auf dem Zuckerhut. Und ist dabei, wie das so ist bei Reisen im Ausland, einem Landsmann über den Weg gelaufen. 

Der Zuckerhut ist ein beliebtes Ziel für Touristen.

In nördlicher Richtung flitzen die Segler in der Guanabara-Bucht übers Wasser, im Süden, an der Copacabana, liegt die Beachvolleyballarena. Dazwischen ragt ein 396 Meter hoher Berg aus dem Meer, von dessen Gipfel aus man einen der besten Ausblicke über Rio genießen kann – der Pao de Acucar, in Deutschland besser bekannt als Zuckerhut. Fünf bis sechs Minuten reine Fahrzeit dauert der für Erwachsene rund 20 Euro teure Transport ganz nach oben. Marcus ist dabei eine große Hilfe, er steuert die Seilbahn und verrät der tz: „Ich bin froh, dass ich nicht im Büro sitzen muss, ich genieße lieber den Ausblick. Die meisten Menschen, die hochfahren, sind Touristen, aber auch aus anderen brasilianischen Städten wie Belo Horizonte oder Sao Paulo haben wir viele Gäste.“ 50 bis 60 Mal pro Tag geht’s für ihn auf- und wieder abwärts, schätzt Marcus. Die vielen Gespräche mit den Menschen unterschiedlicher Couleur, die er so liebt, ergeben sich automatisch.

Löwen-Fan Wöll.

Auf halber Strecke kommt man am Morro da Urca, dem 220 Meter hohen, kleineren Vorgipfel, an und muss einmal umsteigen. Und wen ich dort bei meinem Bergbesuch für die Wochenendausgabe der tz treffe, ist, im wahrsten Sinne des Wortes, der Gipfel. Denn plötzlich kommt mir 1860-Edelfan und Allesfahrer Roman Wöll gut gelaunt entgegengeschlappt. Zusammen mit vier Freunden hat er sich wie schon 2008 nach Peking und 2012 nach London auf die Reise nach Rio gemacht und frönt zwei Wochen dem olympischen Treiben. 200 Tickets hat seine Reisegruppe abgestaubt und dafür einen kleinen fünfstelligen Betrag berappt. Bogenschießen, Gewichtheben, den 61-Jährigen interessiert alles. „Diesmal haben wir zum ersten Mal sogar Karten für die Schwimmfinals bekommen.“

Die Saisonauftaktpleite seiner Löwen hat er noch live gesehen. „Das war auch der Gipfel. So viel Optimismus und dann so ein Spiel“, ärgert sich Wöll. Die nächsten beiden Spiele wird er schweren Herzens verpassen. „Es ist das erste Mal seit vier Jahren. Aus London bin ich damals sogar für ein Spiel gegen Regensburg heimgeflogen“, erinnert sich Wöll. Der Fußball ist auch der Lieblingssport meines Piloten Marcus, auch bei Olympia. „Ich schaue mir aber lieber die Damen an und nicht die Herren“, sagt Marcus. „Neymar & Co. haben zweimal null zu null gespielt, das ist doch nichts. Bei den Mädels fallen zumindest Tore.“

Sportliche Höchstleistungen bekommt man manchmal auch am Zuckerhut zu sehen, wenn die Sportkletterer den ersten Felsen nur mit der Kraft ihrer Arme und Beine bezwingen. Für viele wäre das sicher kein Zuckerschlecken, für die anderen der Gipfel. Mal sehen, was die Löwen am Sonntag gegen Bielefeld erwartet. Hoffen wir für Wöll, dass er in Rio nicht die bessere Aussicht hat.

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