US Open starten

Federer geht als Favorit nach New York

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Holt sich Roger Federer seinen 18. Grand-Slam-Titel?

New York - Vor zwölf Monaten kassierte Roger Federer in New York eine bittere Niederlage. In diesem Jahr geht der Maestro aus der Schweiz als Favorit in die US Open.

Die Zweifel nagten hemmungslos, die Zweifler hatten ihn längst abgeschrieben. 2013 endete Roger Federers US-Open-Kampagne mit einer der bittersten Niederlagen seiner Karriere. Der gefallene Meister aus der Schweiz sprach nach dem Achtelfinalaus gegen den Spanier Tommy Robredo von „Selbstzerstörung“, die New York Times sah einen Opernsänger, der die hohen Töne nicht mehr trifft.

Zwölf Monate später wirkt der Gipfel der Federer-Krise wie ein Trugbild aus einem Paralleluniversum. Mit 33 Jahren ist der Rekordmann aus Basel noch immer konkurrenzfähig und mehr noch: Vor seinem ersten Auftritt im Big Apple 2014 gilt Federer für viele Beobachter als Favorit auf seinen sechsten Titel in Flushing Meadows - und auf seinen 18. Grand-Slam-Sieg insgesamt.

„Von der ersten Woche in diesem Jahr an habe ich echt gutes Tennis gespielt“, sagte Federer vor seinem Auftaktmatch gegen den Australier Marinko Matosevic: „Ich bin zurück auf der Siegerstraße, dort, wo alles so einfach erscheint. Das ist ein gutes Gefühl.“

Bei den vergangenen vier Turnieren stand Federer jeweils in Finale, zwar musste er sich in Wimbledon und Toronto mit Platz zwei zufrieden geben, doch vor allem der Titel bei der US-Open-Generalprobe in Cincinnati lässt den Weltranglistendritten vor Selbstvertrauen sprudeln: „Hier in New York erinnere ich mich, wie es sich anfühlt, Turniere zu gewinnen.“

Die Selbstzweifel sind längst verschwunden, ebenso die Verletzungssorgen der vergangenen Saison. „Ich weiß, dass ich meinem Körper vertrauen kann“, sagte Federer. Die Umstellung auf das größere Racket, die lange Zeit vermisste Offensivkraft und sein Berater Stefan Edberg sind weitere Bausteine für die Rückkehr zu alter Klasse.

Es passt wieder zusammen beim vierfachen Familienvater, der mit seinem gesamten Team „ungefähr acht Zimmer“ in einem Hotel in Manhattan bewohnt. Ausgerechnet jetzt fehlt auch sein Dauerrivale Rafael Nadal. Der Titelverteidiger ist am Handgelenk verletzt. Federer bedauert Nadals Ausfall, sagt aber auch: „Ich werde versuchen, das zu nutzen, immerhin gibt es nun einen Gegner weniger, der sehr schwierig zu schlagen ist.“

Da Olympiasieger Andy Murray schwächelt, bleibt nur noch der Weltranglistenerste Novak Djokovic als Gegenspieler aus dem Kreis der „Fantastischen Vier“ übrig. Es wäre wenig überraschend, wenn es im Endspiel am 8. September im Arthur Ashe Stadium zur Wimbledon-Revanche kommt. Im All England Club hatte Federer nach fünf dramatischen Sätzen das Nachsehen. Danach wechselte das Momentum allerdings: Während Federer in Nordamerika glanzvolle Momente der Vergangenheit in Erinnerung rief, verlor der frisch getraute Djokovic zweimal früh.

Für Federer allerdings noch lange kein Grund, den Serben abzuschreiben, immerhin stand Djokovic zuletzt viermal nacheinander im Finale von New York. „Es spielt für mich keine Rolle, wie seine Vorbereitung war. Das macht null Unterschied“, sagte Federer: „Novak wird bei den US Open so gut spielen wie immer.“ Er selbst zumindest besser als im vergangenen Jahr und vielleicht sogar so gut wie vor zehn Jahren, als er erstmals den Titel in New York gewann.

SID

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