Major League Baseball

Doping-Sünder Rodriguez kehrt zurück

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Alex Rodriguez wurde zwei Mal wegen Doping gesperrt und kehrt jetzt auf den Rasen zurück.

New York - Am Wochenende beginnt die neue Saison der Baseball-Profiliga MLB. Im Mittelpunkt: Der skandalträchtige Alex Rodriguez und der Mann mit dem dicksten Vertrag der Sportgeschichte.

Keiner weiß, was ihn erwartet. Und es geht nicht darum, dass Alex Rodriguez schon bald 40 Jahre alt sein wird. Es geht auch nur am Rande darum, ob er künftig als Designated Hitter, Third Baseman oder sogar First Baseman für die New York Yankees auflaufen wird. Es geht vielmehr um die Frage: Wie werden sie Rodriguez empfangen am Montag im Yankee Stadium, wie eine Woche später bei den ersten Auswärtsspielen in Baltimore? Nach all dem, was er sich geleistet hat.

Rodriguez gilt als einer der besten Spieler in der Geschichte der Profiliga Major League Baseball (MLB) - freilich auch als einer der unbeliebtesten. Weil er die Regeln missachtet. Das Publikum im Baseball erwartet von den „Boys of Summer“, dass sie trotz ihrer schier aberwitzigen Gehälter nette Jungs von nebenan bleiben. Rodriguez, der 2007 einen Zehnjahresvertrag über 275 Millionen Dollar bei den Yankees unterschrieb, ist das genaue Gegenteil. Demut ist ihm fremd. Oder war.

Zwei Mal wegen Doping gesperrt

Vor allem aber ist Rodriguez ein Betrüger. Erst im Jahr 2009 und angesichts erdrückender Beweise gestand er, von 2001 bis 2003 mit anabolen Steroiden gedopt zu haben. Dann, im August 2013, wurde er von der MLB für 211 Spiele gesperrt: Wie viele andere Spieler hatte sich Rodriguez in einer Schönheitsklinik in Florida Wachstumshormone besorgt. Zunächst stritt er seine Beteiligung am sogenannten Biogenesis-Skandal ab, ging gegen die Sperre sogar juristisch vor.

Die Yankees hätten Rodriguez nach dieser Nummer liebend gerne von der Gehaltsliste gestrichen. Aber der blieb stur. Spielte das gesamte Jahr 2014 nicht, entschuldigte sich im Februar in einem handgeschriebenen Brief bei der Liga, den Yankees sowie den Fans - und rückte gar vorzeitig zum Spring Training ein, jener vierwöchigen Vorbereitungszeit vor der Regular Season, die 162 Spiele umfasst. „Ich bin extrem dankbar, dass ich wieder Baseball spiele“, sagte er. Es klang demütig.

Bei den Vorbereitungsspielen, selbst im Trainingscamp der Yankees, waren die Reaktionen gemischt. Rodriguez wurde von einem Teil des Publikums ausgebuht, vom einem anderen dagegen gefeiert. Seine Leistungen im Spring Training waren ziemlich gut, noch dazu für einen fast 40-Jährigen. Egal, was kommt - noch drei Jahre müssen ihn die Yankees bezahlen. Rodriguez kann in diesen drei Jahren mit wahrscheinlich fälligen Boni auf insgesamt 73 Millionen Dollar kommen.

Stanton verdient 325 Millionen Dollar

Die Saison der MLB beginnt am Sonntag mit dem Gastspiel des elfmaligen Meisters St. Louis Cardinals bei den Chicago Cubs, den „liebenswerten Verlierern“, die mit einem jungen Kader ihre seit 1908 anhaltende Titelflaute beenden wollen. Am Montag steigen die anderen Mannschaften ein, dann wird Rodriguez den ersten Eindruck bekommen, wie gut sein neues Verhalten beim Publikum ankommt. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist ihm sicher.

Teilen muss sich Rodriguez das Licht der Scheinwerfer auf jeden Fall mit Giancarlo Stanton. Nie gehört? Der 25 Jahre alte Outfielder spielt für die Miami Marlins. Sie zahlen dem Publikumsliebling 325 Millionen Dollar für die kommenden 13 Jahre, eine höhere Gesamtsumme für einen Vertrag hat es noch nie gegeben im Sport. Umgerechnet erhält Stanton im Schnitt 25 Millionen Dollar pro Saison oder 154.320,99 Dollar pro regulärem Saisonspiel.

Beim durchschnittlichen Jahresverdienst liegen allerdings andere vor Stanton. Clayton Kershaw etwa, Pitcher (Werfer) der Los Angeles Dodgers (30,714 Millionen Dollar). Oder Max Scherzer, ebenfalls ein Pitcher, der von den Detroit Tigers zum Meisterschaftsfavoriten Washington Nationals wechselte: für 30 Millionen Dollar jährlich bis 2021.

SID

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