Aus im Viertelfinale

Kerber und Lisicki enttäuschen in Wimbledon

Sabine Lisicki
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Der Traum von einer erneuten Final-Teilnahme ist geplatzt: Sabine Lisicki ist in Wimbledon ausgeschieden.

London - Sabine Lisicki hat in Wimbledon das Halbfinale verpasst. Die letztjährige Finalistin verlor am Mittwoch in London 4:6, 0:6 gegen French-Open-Finalistin Simona Halep.

Update vom 28. Juni 2015: Mit ihrem Turniersieg in Birmingham hat Angelique Kerber die Hoffnungen auf einen deutschen Triumph auf dem Heiligen Rasen von Wimbledon genährt. Am Montag startet das Tennis-Turnier in London. Und wir haben in unserem TV-Guide zusammengefasst, wo Sie das Wimbledon-Turnier live und im Stream verfolgen können.

Als Angelique Kerber am Morgen vor ihrem Viertelfinale in Wimbledon aufwachte, wusste sie, was sie am Tag zuvor geleistet hatte. Kerber fand keine Stelle an ihrem Körper, die nach dem Marathonmatch gegen Maria Scharapowa nicht schmerzte. Es hätte günstigere Voraussetzungen für ein Kräftemessen mit Eugenie Bouchard, einer Vertreterin der neuen Tennis-Generation, geben können - und so kam Kerbers 3:6, 4:6-Niederlage kaum überraschend.

Wenige Minuten zuvor hatte auch Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki im All England Club ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Nach dem 4:1 im ersten Durchgang verlor die Rasenspezialistin aus Berlin gegen die French-Open-Finalistin Simona Halep erst den Faden, dann elf Spiele in Folge. Mit 4:6, 0:6 verabschiedete sich Lisicki aus ihrem Lieblingsturnier und mit ihr auch die Hoffnung auf ein weiteres deutsches Sommermärchen in Wimbledon.

Das Halbfinale am Donnerstag bestreiten nun die Tschechinnen Petra Kvitova und Lucie Safarova sowie Bouchard aus Kanada und Halep aus Rumänien. Bundestrainerin Barbara Rittner sagte enttäuscht: „Natürlich ist es im Endeffekt ein sehr gutes Wimbledon für uns gewesen. Doch es bestand durchaus Raum für mehr.“

Als Lisicki nach nur 57 Minuten und einer Lehrstunde der 22 Jahre jungen Halep den Centre Court verließ, war ihr das Lächeln gründlich vergangen. Zwar funktionierte der Aufschlag wieder - den 20 Doppelfehlern vom Vortag ließ sie nur noch drei weitere Folgen. „Doch am Ende des Tages ist sie die Nummer drei der Weltrangliste, eine der besten Spielerinnen der vergangenen zwölf Monate und hat viel Selbstvertrauen“, sagte Lisicki.

Die 24-Jährige, die nach katastrophalen Monaten in Wimbledon zurück in die Spur gefunden und erstmals seit einem Jahr wieder vier Matches nacheinander gewonnen hatte, strahlte zwar nicht mehr, versuchte jedoch das Positive der vergangenen zehn Tage zu sehen. Sie wolle nun ihr Rasenspiel auf den nordamerikanischen Hardcourts fortsetzen. „Dafür muss ich gar nicht so viel verändern, wie ich früher immer gedacht habe“, sagte sie.

Für Lisicki wirkte das Viertelfinale an der Church Road wie ein Befreiungsschlag, trotz der deutlichen Niederlage und trotz der verlorenen Punkte, die sie aus den Top 30 purzeln lassen. Angelique Kerber bleibt unter den Top 10, wird aber wohl etwas länger als Lisicki brauchen, um die verpasste Chance von Wimbledon zu verarbeiten.

Erstmals seit zwei Jahren überstand die 26 Jahre alte Kielerin wieder das Achtelfinale bei einem der vier Grand Slams, kämpfte dabei Maria Scharapowa in 2:37 Stunden nieder und hatte gegen die sechs Jahre jüngere Bouchard schließlich nichts mehr zuzusetzen. „Ich hatte kaum Zeit, mich zu erholen“, sagte Kerber, schob allerdings eilig nach: „Das soll jetzt keine Entschuldigung sein.“

Bundestrainerin Rittner fand dagegen deutlichere Worte gegen den ausrichtenden All England Club. „Die Ansetzungen von Montag waren unfair und nicht durchdacht“, sagte Rittner. Durch den Regen im Londoner Südwesten hatte Bouchard am Dienstag frei, während sich Kerber gegen Scharapowa durch „das Spiel ihres Lebens“ (Rittner) kämpfte und gewann.

„Jetzt sind wir natürlich alle enttäuscht und traurig, aber ich habe das kommen sehen“, sagte Rittner: „Angie konnte heute nur 50 Prozent abrufen.“ Kerber selbst rang sich ein Lächeln ab, obwohl der ganz große Traum vom ersten deutschen Grand-Slam-Sieg seit 25 Jahren erneut frühzeitig geplatzt war. „Ich fliege jetzt mit Selbstvertrauen nach Hause“, sagte Kerber trotzig: „Ich weiß, dass ich da oben hingehöre.“

Titelverteidiger Murray scheitert bereits im Viertelfinale

Titelverteidiger Andy Murray ist beim Grand Slam in Wimbledon bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Der 27 Jahre alte Schotte unterlag dem Bulgaren Grigor Dimitrow überraschend deutlich 1:6, 6:7 (4:7), 2:6 und verpasste damit seinen sechsten Halbfinaleinzug im All England Club.

Murray hatte im vergangenen Jahr die britische Durststrecke in Wimbledon nach 77 Jahren ohne Titel im Herreneinzel beendet. Bei der 128. Auflage der Championships in diesem Jahr war der Olympiasieger von London 2012 bislang ohne Satzverlust und mit so wenig Spielverlusten wie nie zuvor ins Viertelfinale marschiert.

Der 23 Jahre alte Dimitrow, der bereits das Vorbereitungsturnier im Londoner Queen's Club gewonnen hatte, trifft in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinale am Freitag entweder auf den topgesetzten Serben Novak Djokovic oder Marin Cilic (Kroatien).

sid

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