Im Viertelfinale von Wimbledon

Sabine Lisicki: Der Traum geht weiter

+
Sabine Lisicki hat n Wimbledon das Viertelfinale erreicht.

London - Sabine Lisicki steht bei ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon trotz eines Fehlerfestivals erneut im Viertelfinale.

Der Vorjahresfinalistin aus Berlin reichte beim 6:3, 3:6, 6:4 gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa eine durchschnittliche Leistung, um nach 1:59 Stunden die Runde der besten Acht zu erreichen. Dort steht Lisicki nun bereits zum fünften Mal - bei ihrer sechsten Teilnahme im All England Club.

Allerdings muss sich die 24-Jährige am Mittwoch gegen French-Open-Finalistin Simona Halep aus Rumänien gewaltig steigern, um das Halbfinale zu erreichen, denn gegen die Weltranglisten-65. Schwedowa ließ Lisicki nicht nur ihr Aufschlag im Stich. 20 Doppelfehler und eine Unsumme an weiteren leichtfertig verschlagenen Bällen: Mit solchen Werten wird es gegen Halep wohl nicht reichen.

Mit Lisickis Achtelfinale gegen Schwedowa verhielt es sich in etwa so wie mit dem WM-Zittersieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Algerien: Überzeugen konnten beide nicht, am Ende zählte alleine der Sieg. Damit bleibt Lisicki im Achtelfinale von Wimbledon ungeschlagen.

Der fünfte Sieg im fünften Spiel war jedoch über weite Strecken der Partie ungewiss. Lisicki war vom ersten Ballwechsel an meilenweit vom Niveau des grandiosen Entscheidungssatzes der Drittrundenpartie gegen Ana Ivanovic entfernt. Zu ihrem Glück schien die zwei Jahre ältere Schwedowa noch größere Probleme mit der eigenen Nervosität zu haben. Es entwickelte sich ein maximal mäßiges Match, Aufschlag- und Returnfehler wechselten sich in Regelmäßigkeit ab.

Alleine der Zuschauer-Zuspruch für Publikumsliebling Lisicki blieb konstant. Nach einem vergebenen Breakball im ersten Satz rief ein britischer Fan: „I still love you!“ Lisicki lächelte, nahm Schwedowa den Aufschlag ab und gewann schließlich Satz eins. In ihrer Box entspannten sich Vater Richard, Mutter Elisabeth und Bundestrainerin Barbara Rittner, die tags zuvor noch gesagt hatte: „Für Sabine ist hier alles möglich.“

Einen derart nervösen Auftritt hatte Rittner damit allerdings nicht gemeint. Auch im zweiten Satz blieb Lisickis Fehlerquote hoch - und plötzlich steigerte sich Schwedowa. Die hatte das bis dato einzige Duell der beiden auf Rasen 2012 bei den Olympischen Spielen von London trotz eines Matchballs noch verloren und wollte sich nicht noch so eine knappe Niederlage erlauben.

Als sich Lisicki zu Beginn des dritten Satzes - nach ihrem 18. Doppelfehler - an der Schulter behandeln ließ, schien die Entscheidung näherzurücken. Doch die Pause, ob taktischer Kniff oder tatsächliche Verletzung, tat der Deutschen gut. Wenig später verwandelte sie ihren dritten Matchball, sank auf die Knie und schrie ihre Freude heraus. Den Platz verließ sie wie gewohnt mit einem Lächeln, das dieses Mal allerdings gequälter als sonst ausfiel.

sid

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Olympiafackel-Zeremonie: Soldaten erschießen diesen Jaguar
Olympiafackel-Zeremonie: Soldaten erschießen diesen Jaguar
Nach 52 Jahren: König James führt Cleveland zur Meisterschaft
Nach 52 Jahren: König James führt Cleveland zur Meisterschaft
Kampf zwischen Klitschko und Fury abgesagt - "Total enttäuscht"
Kampf zwischen Klitschko und Fury abgesagt - "Total enttäuscht"
Olympia-Komplett-Ausschluss Russlands? Fragen und Antworten
Olympia-Komplett-Ausschluss Russlands? Fragen und Antworten

Kommentare