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So verfolgen Sie die Schach-WM im Live-Stream und Ticker

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Von: Sophie Rohringer, Simon Krug

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New York - Vom 11. bis 30. November findet in New York die Schach-Weltmeisterschaft 2016 statt. Titelverteidiger Magnus Carlsen trifft auf Sergei Karjakin. So verfolgen Sie die Partie live im Video-Stream und Ticker.

Gelingt dem 25-jährigen Magnus Carlsen bei der Schach-Weltmeisterschaft der Titel-Hattrick? Die Chancen stehen nicht schlecht. Schließlich ist der Norweger, der bereits 2013 und 2014 triumphierte, als Titelverteidiger automatisch gesetzt und sitzt nun vom 11. bis 30. November in New York nur noch einem Kontrahenten gegenüber: dem Russen Sergei Karjakin.

Der 26-Jährige gewann im März das Kandidatenturnier in Moskau und löste somit das Ticket für die anstehende Schach-WM, zur Überraschung vieler Kenner der Szene. Karjakin, der nur wenige Monate älter ist als der Norweger, gilt als klarer Außenseiter gegen den Schach-Star. Vier der bisherigen Partien entschied Carlsen für sich, die restliche endeten Unentschieden. 

Carlsen bereitete sich in aller Abgeschiedenheit auf die Weltmeisterschaft vor. Er gab keine Interviews, trat nicht mehr in der Öffentlichkeit auf und rüstete seinen Computer mit modernsten Sicherheitsprogrammen aus, um sich gegen Hacker zu schützen.

Die Schach-WM findet im Fulton Market Building in New York statt und beginnt am 11. November. Eine wichtige Figur der Szene ist allerdings wahrscheinlich nicht dabei: Der Präsident des Weltverbandes, Kirsan Iljumschinow, gilt in den USA als unerwünschte Person. Ihm werden unter anderem Geschäfte mit Saddam Hussein und Muammar al Gaddafi nachgesagt. Ob er überhaupt zur WM reisen darf, ist deswegen noch unklar. Umstrittene Funktionäre sind also auch im Schachsport ein leidiges Thema. 

Die Partien beginnen jeweils um 20 Uhr deutscher Zeit und passen somit gut ins Abendprogramm der Schach-Fans. Wir erklären, nach welchem Modus gespielt wird und wie Sie die Duelle im Video-Stream oder Live-Ticker verfolgen können.   

Schach-WM 2016: Spielmodus und Zeitplan

Das Schach-WM-Match im „Big Apple“ geht über maximal zwölf reguläre Partien. Der Gewinner jeder Partie erhält einen Punkt, der Verlierer geht leer aus. Endet eine Partie unentschieden, bekommt jeder Spieler einen halben Punkt. Um den WM-Titel zu gewinnen, braucht ein Spieler 6,5 Punkte. Wird dieser Wert erreicht, endet das Match vorzeitig. Ansonsten wird täglich eine Partie gespielt, zwischendurch gibt es festgelegte Ruhetage. Falls es nach zwölf Runden unentschieden steht, entschiedet ein Tie Break mit verkürzter Spielzeit über den WM-Sieg. Diese letzte Partie ist für den 30. November angesetzt und fällt damit auf Carlsens 26. Geburtstag.  

DatumUhrzeit (MEZ) Partie
Freitag, 11. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 1. Partie
Samstag, 12. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 2. Partie
Sonntag, 13. November 2016Ruhetag
Montag, 14. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 3. Partie
Dienstag, 15. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 4. Partie
Mittwoch, 16. November 2016Ruhetag
Donnerstag, 17. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 5. Partie
Freitag, 18. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 6. Partie
Samstag, 19. November 2016Ruhetag
Sonntag, 20. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 7. Partie
Montag, 21. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 8. Partie*
Dienstag, 22. November 2016Ruhetag
Mittwoch, 23. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 9. Partie*
Donnerstag, 24. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 10. Partie*
Freitag, 25. November 2016Ruhetag
Samstag, 26. Novmber 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 11. Partie*
Sonntag, 27. November 2017Ruhetag
Montag, 28. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, 12. Partie*
Dienstag, 29. November 2016Ruhetag
Mittwoch, 30. November 201620 UhrMagnus Carlsen - Sergei Karjakin, Tie Break*

*falls nötig

Schach-WM 2016: Partien live im Video- und Virtual-Reality-Stream 

Wie in jeder anderen Sportart liegen die Übertragungsrechte der Weltmeisterschaft beim Veranstalter der Weltmeisterschaft, in diesem Fall ist das der Weltschachverband FIDE. Anstatt die Rechte zu verkaufen, bietet der Verband eine eigene Live-Stream-Übertragung des Matches zwischen Carlsen und Karjakin im Internet an. 

Dabei können die Zuschauer das Spielgeschehen nicht nur aus verschiedenen Kameraperspektiven, darunter eine 360°-Kamera, verfolgen. Zum ersten Mal wird die WM auch in Virtual Reality übertragen. Mit einem entsprechenden Gerät, zum Beispiel einer „Google Cardboard“-Brille, können sich die Zuschauer quasi neben Carlsen an den Tisch stellen. Die ungarische Schach-Legende Judit Polgár kommentiert den Live-Stream.    

Kostenlos ist die Übertragung der FIDE aber nicht. Der Verband bietet unterschiedliche Pakete an. Das billigste kostet 15 Dollar, das sind umgerechnet etwa 13,50 Euro. Darin enthalten sind alle Streaming-Angebote, also sowohl der herkömmliche Live-Stream als auch der VR-Stream, ein Chat-Feature sowie ein Dashboard, auf dem alle Züge angezeigt und analysiert werden. 

Vorsicht: Achten Sie unbedingt auf eine stabile WLAN-Verbindung, wenn Sie die Schach-WM auf einem mobilen Gerät im Live-Stream anschauen. Denn ein Stream verbraucht große Datenmegen, die gängige Datenvolumen schnell übersteigen.  

Schach-WM 2016: Gericht ermöglicht kostenlose Live-Übertragungen im Internet

Solche Features wie ein Chat oder eine Darstellung des Bretts, auf dem auch die Zuschauer probehalber Züge durchführen können, verwenden andere Schach-Portale in ihren kostenlosen Live-Übertragungen ebenfalls. Allerdings sind solche Angebote seit Jahren ein heikles Thema innerhalb des Schach-Sports. 

Beim Kandidatenturnier im März, auf dem sich Karjakin für das WM-Match gegen Carlsen qualifizierte, wollte beispielsweise der Veranstalter die Angebote anderer Portale verbieten lassen. Dabei ging es nicht um Streams, die Bildrechte liegen, wie bereits beschrieben, beim Verband, sondern um Live-Übertragung und Kommentierung von Zügen auf einer schematischen Darstellung des Schachbretts. Die Veranstalter beriefen sich dazu auf ihr Hausrecht und drohten Plattformen mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Die Gegner argumentierten, Züge im Schach seien Allgemeingut wie aktuelle Spielzüge und Tore in Sportarten wie Fußball. 

Das Hamburger Schachportal chess24.com übertrug das Kandidatenturnier trotz des Verbots im Internet und wurde daraufhin vom Veranstalter verklagt. Der Ausrichter forderte Schadensersatz in Höhe von 20 Millionen Rubel (ca. 280.000 Euro) und der Fall landete vor dem Moskauer Handelsgericht. Das entschied, das Schachzüge lizenzfrei und für jedermann zugänglich sind. 

Nach diesem juristischen Erfolg zeigt chess24.com die Partien der Weltmeisterschaft nun ebenfalls live, selbstverständlich ohne Bewegtbild. Auf der Website werden die Züge zudem in mehreren Sprachen kommentiert. Melanie und Nicolas Lubbe begleiten die Duelle zwischen Carlsen und Karjakin auf deutsch. Andere Schachportale, aber auch Medien wie Spiegel Online, berichten ebenfalls regelmäßig im Live-Ticker von wichtigen Schach-Turnieren.   

sk/sr

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