Auf dem Weg nach Rio

Schöneborn schnappt sich zweimal EM-Gold

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Lena Schöneborn.

Szekesfehervar - Zweimal Gold holte sich Lena Schöneborn bei der EM der Modernen Fünfkämpfer in Ungarn. Dies soll aber nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2016 gewesen sein.

Trotz einer „Katastrophe im Schwimmen“ hat Miss Fünfkampf Lena Schöneborn auf ihrem langen Weg nach Rio zwei goldene Ausrufezeichen gesetzt. Die Peking-Olympiasiegerin feierte bei den Europameisterschaften im ungarischen Szekesfehervar einen doppelten Triumph in Einzel und Mannschaft und holte damit ihr EM-Gold Nummer drei und vier.

Zur Belohnung gab es nach dem doppelten Coup auch ein Gläschen. „Wir haben schon angestoßen. Der Sieg bei der EM ist etwas Cooles und Besonderes“, sagte Gold-Lena, die am Dienstag noch die Frauen-Staffel auf dem Programm hat, dem SID.

Ihre Leistung bildete auch den Grundstein für den Team-Erfolg. Die 28-Jährige setzte sich bei ihrem zweiten Einzelsieg nach 2011 mit 1361 Punkten vor Ex-Weltmeisterin Wiktoria Tereschtschuk aus der Ukraine (1344) durch. Und gemeinsam mit Annika Schleu (Berlin) und Janine Kohlmann (Potsdam) holte sie mit nur einem Punkt Vorsprung Gold vor der Ukraine. Bundestrainerin Kim Raisner war entsprechend begeistert. „Lena hat es sich am Ende richtig gegeben, jeder hat gekämpft bis zum Umfallen. Ich bin stolz auf sie.“

Schöneborn hatte schnell Medaillenkurs eingeschlagen. Im Fechten war sie die beste aller 36 Athletinnen, im Schwimmen landete sie aber wie erwartet im Mittelfeld. Das „reduzierte Training“ forderte seinen Tribut, ihren Fokus hatte sie zuletzt auf ihr Berufsleben gerichtet. Darunter litt die Ausdauerdisziplin merklich. Doch mit starken Ergebnisse auf dem Pferd (10.) und im Combined-Wettbewerb (2.) machte sie den Sieg perfekt.

In der Stunde des Triumphes schwenkten Schöneborns Gedanken aber auch schnell vor und zurück. „Ich bin gestern gefragt worden, ob der EM-Titel über die Enttäuschung von London hinweg hilft. Da habe ich mich nur gefragt, wenn ich jetzt zwei Jahre geschmollt hätte und nicht mehr zurecht gekommen wäre, würde ich mental einige Hilfe brauchen. Es ist abgeschlossen, ich habe daran nicht mehr zu knabbern“, sagte Schöneborn, die sich vor zwei Jahren bei Olympia mit Platz 15 eine herbe Enttäuschung verkraften musste.

Diese Scharte will sie auswetzen, in zwei Jahren bei Olympia am Zuckerhut. Die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro stehen dick unterstrichen in ihrem Kalender. „In Bezug auf Rio laufen die ersten langfristigen Planungen, nächstes Jahr beginnt die Qualifikation. Rio ist sicher präsent, es ist mein Ziel, da nochmal dabei zu sein. Darauf richte ich meinen Plan aus“, sagte Schöneborn dem SID.

Einen ersten Eindruck von Rio hat sie in den letzten Wochen gewinnen können, als Fußball-Fan vor dem Fernseher. Und so war es natürlich auch ein Muss für Schöneborn, beim WM-Finale gegen Argentinien der deutschen Mannschaft die Daumen zu drücken. „Wir verfolgen das Spiel am TV. Das lassen wir uns nicht nehmen“, sagte sie. Vielleicht schauen ihr ja auch die Kicker 2016 zu, wenn sie nach ihrem zweiten Olympia-Gold greift.

Weniger zu feiern gab es am Sonntag für die deutschen Männer. Im Finale belegte der deutsche Meister Patrick Dogue nur den 21. Platz, schlechter lief es für seine Potsdamer Klubkollegen Marvin Faly Dogue als 23. und Fabian Liebig (alle Potsdam) auf Rang 33. Der Potsdamer Stefan Köllner hatte den Endkampf der besten 36 Athleten verpasst. EM-Gold holte am Sonntag der russische Ex-Weltmeister Alexander Lesun. In der Teamwertung kamen die deutschen Athleten sogar nur auf den zehnten und damit vorletzten Platz.

sid

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