Eckermann gestürzt

Schrecksekunde nach umjubelten CHIO-Comeback von Totilas

Katrin Eckermann
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Katrin Eckermann.

Aachen - Im Blickpunkt stand am dritten Tag des Turniers in Aachen die phänomenale und umjubelte CHIO-Rückkehr des teuersten Dressurpferdes der Welt. Später am Abend hatte eine Debütantin sehr viel Glück im Unglück.

Knapp sechs Stunden nach dem triumphalen CHIO-Comeback von Totilas erlebten die Zuschauer in Aachen eine Schrecksekunde. Die junge Springreiterin Katrin Eckermann stürzte beim Nationenpreis am Wassergraben und fiel von ihrem Pferd. Die 24-Jährige rollte sich ebenso wie ihr Pferd ab - und blieb nahezu unverletzt. Das deutsche Team kam ohne sie nur auf Platz vier. Sieger wurde Belgien mit dem ehemaligen deutschen Bundestrainer Kurt Gravemeier als Coach.

Nach einem Sturz von Debütantin Katrin Eckermann verpasste das Team erneut den Sieg im Nationenpreis. Den bisher letzten Erfolg feierten die Gastgeber 2008. Neben Beerbaum mit Chiara und Eckermann mit Firth of Lone gehörten Marcus Ehning mit Plot Blue und Daniel Deußer mit Cornet d'Amour zur deutschen Equipe.

Eckermann kam glimpflich davon. „So geht es ihr ganz gut, sie ist mit dem Schrecken davon gekommen“, sagte Teamkamerad Marcus Ehning im WDR über den Sturz der jungen Kollegin. „Sie hat Glück gehabt.“ Die Erklärung war auch für den erfahrenen Profi schwierig: „Der ist einfach gestolpert bei der Landung, das kann immer passieren.“ Auch das Pferd bleib gesund. „Alls gut, nur kleine Kratzer“, sagte Tierarzt Jan-Hein Swagemakers.

„So schnell kann es gehen“, sagte Bundestrainer Otto Becker. „Man braucht auch Glück. Wir hatten in der ersten Runde vier Nullrunden, danach fehlte das Glück.“ Besser war die Laune bei seinem Vorgänger. „Wenn man in Aachen gewinnt, ist es immr toll, es kann gar nicht schöner sein“, sagte Gravemeier, der als deutscher Coach vier Siege feierte.

Am Nachmittag hatten selbst die Experten gestaunt, wie sich Matthias Rath und Totilas nach dreijähriger CHIO-Pause mit einem Doppel-Sieg zurückmeldeten. Der Reiter riss beide Fäuste gleichzeitig hoch, so groß war die psychische Befreiung. Freudestrahlend ritt der Dressurreiter aus dem Viereck, befreit von der Last der eigenen Erwartungen und gefeiert von 6300 begeisterten Zuschauern. „Die Erleichterung ist schon riesig nach so vielen Jahren“, sagte der schwitzende Reiter, der mit der deutschen Mannschaft überlegen den Nationenpreis und zudem die Einzelwertung gewann. „Das ist einfach unglaublich für mich. Von einem solchen Tag habe ich nicht einmal zu träumen gewagt.“

Dass er nach dreijähriger CHIO-Pause auch im Einzel vorne lag, war nicht zu erwarten. „Ich hatte selbst nicht damit gerechnet“, erklärte Rath, der nach einer zweijährigen Aus- und Leidenszeit erst seinen siebten Ritt mit dem teuersten Dressurpferd der Welt absolvierte.

„Das war noch nicht 100 Prozent, aber immer 100 Prozent geht nicht“, sagte der Reiter aus Kronberg, der das letzte Risiko noch scheute und trotzdem einen Doppel-Sieg feierte. „Das ist schließlich das erste Mal gegen die ganz große Konkurrenz.“ 82,300 Prozentpunkte von den Wertungsrichtern „ist schon nicht so schlecht“, befand Rath.

„Super, das war klasse“, sagte Helen Langehanenberg zum Totilas-Auftritt. Nicht ganz so stark war ihr eigener Auftritt mit Damon Hill (81,220). Die Reiterin aus Billerbeck hatte mit dem Hengst Probleme auf der letzten Linie und vergab so den Einzelsieg. „An der Zielgeraden arbeiten wir bis Samstag aber noch“, kündigte sie für den Grand Prix Special an. Einen Einbruch erlebte die britische Olympiasiegerin Charlotte Dujardin, die mit Valegro (76,900) das erste Mal seit zwei Jahren geschlagen wurde und nur auf Rang sechs kam.

„Es war richtig, dass er nicht alles riskiert hat“, kommentierte Paul Schockemöhle, der Totilas im Herbst 2010 für geschätzte zehn Millionen Euro gekauft und Rath als Reiter ausgesucht hatte. „Er ist immer besser und stärker geworden“, sagte der Pferdehändler zum siebten Ritt nach der langen Pause: „Für mich ist er heute relativ fehlerfrei geritten.“

dpa

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