Deibler, Feldwehr, Rapp...

Sieben deutsche Schwimmer für EM qualifiziert

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Steffen Deibler hat sich für die Beckenschwimm-EM in Berlin qualifiziert (Archivfoto).

Berlin - Das Team der Beckenschwimmer für die EM in Berlin nimmt weiter Gestalt an. Quali-Ausnahmen soll es nur für arrivierte Kräfte geben - etwa für Freistil-Ass Paul Biedermann.

Sieben weitere deutsche Beckenschwimmer haben ihr Ticket für die Heim-EM in Berlin sicher. Beim zweiten Teil der Qualifikation reichten Steffen Deibler am Freitag in Essen 23,77 Sekunden über 50 Meter Schmetterling. Auch Dorothea Brandt gab sich über ihre Spezialdisziplin 50 Meter Brust beim Überprüfungswettkampf in 31,09 Sekunden keine Blöße. „Am Dienstag lag ich mit Schmerzen im Bett und konnte kaum aufstehen, am Tag danach war alles weg“, sagte die entspannt lächelnde Brandt. Ihre Essener Teamkollegin Caroline Ruhnau (31,97) schaffte ebenso wie Hendrik Feldwehr (27,99) exakt die geforderte Zeit. „Ich kann nie mehr behaupten, ich hätte einen Lauf verschlafen“, sagte Feldwehr nach seiner Punktlandung über die 50 Meter Brust grinsend.

In Abwesenheit von Weltrekordler Paul Biedermann knackten über die 400 Meter Freistil Clemens Rapp (3:50,42 Minuten) und Florian Vogel (3:52,74) die Norm. Das gelang am Abend zuvor bereits Sören Meißner, Yannick Lebherz und Sarah Köhler, die nach den 800 Metern die Norm auch über die 400 Meter Freistil schaffte. Über 50 Meter Rücken hingegen misslang das Jan-Philip Glania, Christian Diener und Carl Louis Schwarz ebenso wie Alexandra Wenk über 50 Meter Schmetterling. Bei einem Meeting in Greensboro/North Carolina hingegen unterbot der in den USA trainierende Nicolas Graesser in 25,79 Sekunden die Norm und ist im EM-Team dabei.

Ausnahmen nur im Ausnahmefall... etwa für Biedermann

Der Überprüfungswettkampf in Essen ist der zweite Teil der Qualifikation zur Heim-EM vom 13. bis 24. August. Für das EM-Ticket müssen die Schwimmer, die bei der deutschen Meisterschaft Anfang Mai die Normzeiten schafften, nun auch in Essen in Vorläufen und Finals bestimmte Zeiten unterbieten. Diese wurden im Vergleich zur DM mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent versehen, um das harte Training für den Formaufbau nicht zu sehr zu unterbrechen.

Bei der EM-Nominierung soll es Ausnahmeregelungen allenfalls für erkrankte langjährige Leistungsträger geben. Das betonte Chef-Bundestrainer Henning Lambertz. „Von meiner Seite wird es da keine Empfehlung geben für jemanden, der nicht gut ist“, sagte er. Ausnahmen werde es nur für Schwimmer geben, die in der Vergangenheit ihre Leistungen erbracht hätten.

So hat Freistil-Weltrekordler Paul Biedermann sein EM-Ticket sicher, obwohl er nicht in Essen startet - nach Absprache mit Lambertz. Der 27-Jährige holt in Halle/Saale einen knapp zweiwöchigen Trainingsausfall nach Krankheit auf. „Vielleicht bin ich derjenige, der am meisten Sorgen hat. Paul sieht das relativ entspannt“, sagte sein Heimtrainer Frank Embacher. Auch Markus Deibler fehlt. Sein Arzt empfahl nach einem Infekt einen Startverzicht für den europäischen Jahresbesten über 200 Meter Lagen.

dpa

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