Storl verpasst Diamond-League-Gesamtsieg - Gatlin gewinnt

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Kugelstoßer David Storl verpasste den Gesamtsieg bei der Diamond League. Foto: Laurent Dubrule

Kugelstoßerin Christina Schwanitz bleibt die einzige deutsche Gesamtsiegerin in der Diamond League. Ihr Kollege David Storl verpasste in Brüssel den Geldsegen und muss nun erstmal seine Knieprobleme auskurieren.

Brüssel (dpa) - Kugelstoß-Ass David Storl hat beim Diamond-League-Finale der Leichtathleten in Brüssel den Gesamtsieg und damit den großen Zahltag verpasst. Der Vize-Weltmeister aus Leipzig belegte mit 21,09 Metern nur Rang vier und musste sich dabei auch Weltmeister Joe Kovacs geschlagen geben.

Der Amerikaner sicherte sich als Dritter mit 21,35 Metern die 40 000 US-Dollar (35 680 Euro) Preisgeld für den Disziplinsieg der Sportfeste-Serie. Die beiden Rivalen waren punktgleich angereist, Storl plagen allerdings seit Wochen Kniebeschwerden.

"Naja, das hätte besser laufen können. Aber ich habe zuletzt nur noch bei Wettkämpfen gestoßen und kaum noch im Training. Aber das ist okay", sagte der 25-Jährige, der am Sonntag in Bad Köstritz eine schwierige Saison beendet. Die 10 000 US-Dollar (8920 Euro) für den Tagessieg im König-Baudouin-Stadion gingen an den Neuseeländer Tom Walsh, der sich in einer Zentimeter-Entscheidung mit 21,39 Metern vor O'Dayne Richards aus Jamaika (21,37) und Kovacs durchsetzte.

Storl wäre der erste deutsche Kugelstoß-Gewinner im Diamond Race seit Einführung der Premium-Serie 2010 gewesen. Er will nun erstmal seine Patellasehnen-Entzündung auskurieren, um dann 2016 das Unternehmen Olympia-Gold anzugehen. Die beste Platzierung eines Deutschen erreichte Speerwerfer Thomas Röhler aus Jena. Der letztjährige Gesamtsieger belegte mit 86,56 Metern den zweiten Rang beim Erfolg des Finnen Tero Pitkämäki (87,37).

Eine Woche nachdem in Zürich die ersten 16 Saisonsieger - darunter Kugelstoßerin Christina Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge - gekürt worden waren, ging es noch einmal um insgesamt 1,12 Millionen US-Dollar (eine Million Euro). Sprint-Superstar Usain Bolt hatte seinen geplanten 200-Meter-Start vorher abgesagt. Der Jamaikaner will sich nach seinem WM-Gold-Triple erholen.

Ohne seinen Dauerrivalen Bolt war über 100 Meter der Weg frei für Justin Gatlin. Der Vizeweltmeister aus den USA setzte sich in einem Fotofinish in 9,98 Sekunden durch. Zeitgleich Zweiter wurde Femi Ogunode aus Katar vor dem Franzosen Jimmy Vicaut (9,99). Damit gewann Gatlin zum dritten Mal nach 2013 und 2014 die Gesamtwertung in seiner Disziplin. Eine Stunde später trat der 33 Jahre alte frühere Dopingsünder aber nicht mehr wie ursprünglich angekündigt über die 200 Meter an. Hier siegte Ogunode in der Asienrekordzeit von 19,97.

Bei den Frauen bestätigte 200-Meter-Weltmeisterin Dafne Schippers aus den Niederlanden mit ihrem Sieg über die halbe Stadionrunde in 22,12 Sekunden ihren Triumph von Peking. 400-Meter-Titelgewinnerin Allyson Felix aus den USA lag eine Zehntelsekunde hinter Schippers.

Im Stabhochsprung blieb Vizeweltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) als Sechster bereits bei 5,55 Metern hängen. Olympiasieger Renaud Lavillenie landete nach seinem verpassten WM-Gold immerhin den sechsten Gesamtsieg seit 2010 im Diamond Race - das gelang vor ihm noch keinem Leichtathleten. Der Franzose überwand diesmal 5,95 und bezwang auch Weltmeister Shawnacy Barber aus Kanada.

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