Nach einer Vorhand weggerutscht

Sturz! Lisicki weint und gibt gegen Barthel auf

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Gab nach einem Sturz auf: Sabine Lisicki.

Paris - Sabine Lisicki gibt nach einem Sturz gegen Mona Barthel bei den French Open auf. Angelique Kerber schafft es wieder in die dritte Runde. Julia Görges und Tobias Kamke scheiden aus.

Sabine Lisicki konnte kaum aufhören zu weinen, als sie vom schmerzhaften Sturz auf ihr rechtes Handgelenk in Paris berichtete. Das Pech der Wimbledon-Finalistin stellte das Glück von Angelique Kerber und Mona Barthel über den Drittrunden-Einzug bei den French Open in den Schatten. Selbst das sensationelle Aus der Titelverteidigerin Serena Williams trat am Mittwochabend aus deutscher Sicht in den Hintergrund.

Lisicki rutschte im deutschen Vergleich gegen Barthel beim Stand von 0:1 und 15:15 nach einer Vorhand weg. „Ich bin hängengeblieben, mit dem Handgelenk auf den Beton gefallen und mit dem Körper oben drauf“, schilderte Lisicki die Szene auf Platz 3, wo am Dienstag schon Tommy Haas wegen seiner schmerzenden Schulter aufgegeben hatte. Das Gelenk wurde mit einem Tapeverband umwickelt, danach versuchte es Lisicki wieder - vergeblich.

„Die ganze Hand, das Handgelenk tun unglaublich weh“, klagte sie und hielt einen dicken Eisbeutel auf das Gelenk. „Ich konnte keine einzige Vorhand und keinen Aufschlag schlagen. Ich wollte so sehr, aber ich konnte den Schläger nicht halten.“ Beim Stand von 1:6, 0:3 und 30:30 war schließlich Schluss. Lisicki dachte bereits an das am 23. Juni beginnende Turnier in Wimbledon: „Klar!“ Barthel steht nun erstmals unter den letzten 32 von Paris.

Kerber bekommt es in dritter Runde mit Hantuchova zu tun

Kerber siegte zuvor 6:2, 7:5 gegen die einstige Angstgegnerin Varvara Lepchenko und bekommt es in der dritten Runde mit der Slowakin Daniela Hantuchova zu tun. Nicht mehr dabei sind Julia Görges nach dem 6:2, 2:6, 1:6 gegen die aufstrebende Kanadierin Eugenie Bouchard und Tobias Kamke. Der Lübecker unterlag dem ebenfalls favorisierten Kroaten Marin Cilic 3:6, 6:3, 3:6, 0:6.

Kerber musste sich ein Jahr nach ihrem schwer erkämpften Drittrunden-Erfolg über Lepchenko an gleicher Stelle auch diesmal gegen die in den USA lebende gebürtige Usbekin strecken. „Ich habe ganz gut angefangen. Im zweiten Satz habe ich nachgelassen, dann kamen die Emotionen, der Kampfgeist wieder raus. Das hat mir am Ende die Kraft gegeben“, fasste die Weltranglisten-Neunte den Verlauf ihres Matches zusammen.

Beim Stand von 3:5 drohte im zweiten Satz der Ausgleich, beim 4:5 musste Kerber mit eigenem Aufschlag mehrfach Satzbälle abwehren. Beim ersten bekam die schon verwarnte Lepchenko sogar einen Punkt abgezogen, weil sie sich zu viel Zeit ließ. Nach 1:38 Stunden nutzte Kerber den fünften Matchball im Linkshänderinnen-Duell und feierte im sechsten Vergleich gegen Lepchenko den zweiten Sieg.

Von der Pleite der Weltranglisten-Ersten Serena Williams hatte Kerber da noch nichts mitbekommen. Die Amerikanerin verlor völlig unerwartet klar mit 2:6, 2:6 gegen die Spanierin Garbiñe Muguruza und erlebte einen der niederschmetterndsten Tage ihrer ruhmreichen Karriere, in der sie unter anderem immerhin 17 Grand-Slam-Titel gesammelt hat. 2002 und erneut im vorigen Jahr triumphierte sie im Stade Roland Garros und galt erneut als Top-Favoritin.

„Nichts hat geklappt, nichts ist zu meinen Gunsten gelaufen. Es war einer dieser Tage. Ich hasse es, so einen Tag bei einem Grand Slam zu haben, aber das passiert“, sagte die 32-Jährige total frustriert. Muguruza rief dem Publikum dagegen zu: „Ich bin total glücklich!“ Ein erhofftes Duell der Williams-Schwestern war schon vorher geplatzt, Venus verlor 6:2, 3:6, 4:6 gegen die Slowakin Anna Schmiedlova. Ex-Paris-Siegerin Maria Scharapowa, im Vorjahr Finalverliererin gegen Serena, biss mit 7:5, 6:2 gegen die Bulgarin Zwetana Pironkowa durch.

Bereits in der ersten Runde waren die Australian-Open-Sieger Li Na aus China und Stan Wawrinka aus der Schweiz gescheitert. Novak Djokovic ließ gegen den Franzosen Jérémy Chardy keine Zweifel am Sieg aufkommen. Der Weltranglisten-Zweite aus Serbien trifft nach dem 6:1, 6:4, 6:2-Erfolg nun auf Kamke-Bezwinger Cilic.

dpa

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