Carolina Panthers vs. Denver Broncos

Super Bowl 2016: Ein Vergleich der beiden Finalisten

Das Objekt der Begierde: Die Vince Lombardi Trophy.
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Das Objekt der Begierde: Die Vince Lombardi Trophy.

Santa Clara - In der Nacht zu Montag ist es soweit: Im Levi's Stadium in Santa Clara kämpfen beim Super Bowl 2016 die Carolina Panthers und die Denver Broncos um den begehrten Titel. Wir haben die beiden Teams verglichen.

Update vom 6. Februar 2016: Am 7. Februar steigt das große Finale der NFL. Wir begleiten den Super Bowl 2016 Panthers gegen Broncos im Live-Ticker.

Update vom 4. Februar: In der Nacht zu Montag steigt der NFL-Gipfel zwischen den Carolina Panthers und den Denver Broncos. Im TV-Guide lesen Sie, wie Sie den Super Bowl 2016 live im TV und im Livestream sehen können.

Es ist Anfang Februar, und das bedeutet für die Amerikaner nur eines: Der Super Bowl 2016 und damit die 50. Auflage dieses Events, steht vor der Tür. Jedes Jahr am ersten Sonntag im Februar stehen sich die beiden besten Teams der National Football League (NFL) im großen Finale gegenüber. In diesem Jahr sind das die Denver Broncos und die Carolina Panthers. Wir haben die beiden Teams in unserer Analyse miteinander verglichen. 

Super Bowl 2016: Broncos vs. Panthers - ein Spiel auf Augenhöhe

Mit den beiden Teams aus Denver und aus Charlotte in North Carolina haben sich zwei Mannschaften in den Super Bowl gespielt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite die Denver Broncos um den 39-jährigen Star-Quarterback Peyton Manning. An dessen Seite Wide Receiver, also Passempfänger, wie Demaryius Thomas oder Emmanuel Sanders, die als absolute Weltklasse gelten. Jedoch muss sich die Denver-Offense im Super Bowl im Vergleich zum Championship Game gegen die New England Patriots gehörig steigern. Dort machten die Broncos zwar 20 Punkte, gewannen allerdings dank einer Monster-Leistung der Defense. Nur 3 Punkte in der zweiten Halbzeit und gerade einmal 275 Yards Raumgewinn durch Lauf- und Passspiel konnte die Offense erzielen. Peyton Manning brachte 17 von 32 Passversuchen an den Mann, knapp über 50 %, ein Spieler seiner Klasse bringt es normal auf etwa 70 %.

Das Prunkstück der Broncos in dieser Spielzeit ist allerdings die Defensive. Defense Lineman Demarcus Ware und Linebacker Von Miller gehören zu den besten Quarterback-Jägern, sogenannte Passrusher, der Liga. Vor allem Von Miller hat Tom Brady, dem Quarterback der Patriots, im Championship Game das Leben zur Hölle gemacht. Komplettiert wird die Verteidigung durch die Defensive Backs, die das gegnerische Passspiel verteidigen. Die Cornerbacks Aqib Talib und Chris Harris Jr. sowie Safety T.J. Ward tragen ebenfalls zu dieser bislang überragenden Saison der Defensive bei. 

Super Bowl 2016: Alter Hase gegen MVP-Kandidaten

Die Carolina Panthers dagegen sind ein junges, erfolgshungriges Team mit weniger Play-off-Erfahrung. Während die Broncos bereits das fünfte Mal nacheinander in den Play-offs vertreten sind und bereits 2013 im Super Bowl waren, standen die Panthers erst ein einziges Mal im Finale: 2003 verloren sie gegen die New England Patriots. Zwar war Carolina bereits die vergangenen beiden Jahre in die „Postseason“ gekommen, jedoch beide Male im Viertelfinale gescheitert.

Angeführt wird die Mannschaft vom wohl besten Spieler, MVP-Kandidaten (Most Valuable Player - bester Spieler der Saison) und Quarterback Cam Newton. 2011 an erster Stelle des Drafts, wo sich die NFL-Teams Rechte an den jungen Spielern vom College sichern können, von den Panthers gezogen, führte er Carolina in dieser Saison zu einer Bilanz von 15 Siegen bei nur einer einzigen Niederlage. 

Unterstützt wird der junge Quarterback von einem sehr starken Laufspiel um Running Back Jonathan Stewart. Nach der Verletzung von Nr.-1-Receiver Kelvin Benjamin, sind Newtons wichtigste Anspielstationen in diesem Jahr Wide Receiver Ted Ginn Jr. und Tight End Greg Olsen - eine Mischung aus blockendem Offense Linespieler, der den Quarterback beschützt und Löcher für das Laufspiel reißt, und Bälle fangendem Wide Receiver. 

Die Offensive der Panthers hat in diesem Jahr die meisten Punkte aller NFL-Teams erzielt. Auch in den Play-offs haben sie zwei Feuerwerke abgebrannt, erst gegen Vorjahresfinalist Seattle Seahwaks 31 Punkte in der ersten Halbzeit, dann gegen die Arizona Cardinals 49 (!) Punkte im NFC-Championship Game. 

Doch auch die Defense der Carolina Panthers ist absolut "Super Bowl"-würdig. Die Defense Line um den 33-jährigen Jared Allen wird großen Druck auf die Offense Line der Broncos ausüben. Linebacker Luke Kuechly ist das Herz der Defense. Mit großer Übersicht und Spielintelligenz ausgezeichnet, wurde der erst 24-Jährige bereits in seiner zweiten Saison zum „Defensive Player of the Year“, also zum besten Defensiv-Spieler der Liga, gewählt. An seiner Seite spielt Thomas Davis, ein ebenfalls unersetzbarer Baustein dieser Verteidigung, der im Super Bowl 2016 am Sonntag mit gebrochenem Arm spielen wird. 

Zuletzt noch zur Secondary, der Passverteidigung: Cornerback Josh Norman spielt die beste Saison seiner Karriere und gilt in dieser Spielzeit als bester Passverteidiger der Liga. Vier Interceptions hat er in der regulären Saison gefangen, das heißt Pässe des gegnerischen Quarterbacks abgefangen und für sein Team erobert. Zwei Touchdowns hat er dabei erzielt. Ergänzt wird diese starke Passverteidigung durch Normans Cornerback-Kollege Charles Tillmann und dem Safety Roman Harper. 

Die Quarterbacks der Gegensätze beim Super Bowl 2016: Peyton Manning gegen Cam Newton

Beim American Football wird der Fokus immer wieder auf die Quarterbacks gelegt. Die Anführer und wohl wichtigsten Spieler ihrer Teams. Ohne einen guten Quarterback gewinnt man keinen Titel. So heißt es jedenfalls. In diesem Jahr wird auf jeden Fall ein Team mit einem guten Passwerfer den Super Bowl 2016 gewinnen. 

Peyton Manning gilt als einer der besten Quarterbacks aller Zeiten, hält mehrere Pass-Rekorde, unter anderem mit mehr als 72.000 erworfenen Yards und 539 Touchdown-Pässen. Er ist ein Mann für präzises Kurzpassspiel, doch er kann auch tiefe Pässe werfen. Auf den Beinen ist Manning jedoch nicht der schnellste und gilt gemeinsam mit Tom Brady als langsamster und unbeweglichster aller Quarterbacks. 

Manning ist der ruhige, erfahrene Mann vom Land, der die Öffentlichkeit eher scheut. Ein Mann, der gerne Zeit mit seiner Familie verbringt. Im Sommer leitet er mit seinem Vater Archie, ebenfalls ein ehemaliger Quarterback in der NFL, sowie seinen Brüdern Eli (Quarterback der New York Giants) und Cooper die „Manning Passing Academy“ für junge Spieler. Mit seinen 39 Jahren ist es vielleicht seine letzte Chance, einen zweiten Super Bowl nach 2007 (damals noch mit den Indianapolis Colts) zu holen. 

Viele Experten in den USA sind sich einig, dass Peyton Manning seinen Zenit in dieser Saison überschritten hat und dass er nach dem Super Bowl 2016 den Helm endgültig an den Nagel hängt. Immerhin war die Saison 2015/2016 die schlechteste seiner Karriere. Zwischenzeitlich wurde er sogar durch seinen Backup Brock Osweiler ersetzt. 

Auf der anderen Seite der komplette Gegensatz: Cam Newton, 26 Jahre alt. Er steht gern im Rampenlicht, ist ein totaler Showman. Auch vom Spielertyp unterscheidet er sich stark von seinem Gegenüber. Newton - zwar mit einem starken Arm ausgestattet, aber dennoch kein überragender Präzisionspassgeber - ist einer der laufstärksten Quarterbacks der Liga. 132 Versuche für 636 Yards und 10 Touchdowns sprechen eine deutliche Sprache. Eine große Waffe im Offensiv-Spiel der Panthers, die sie noch unberechenbarer macht. Auch das macht es den Gegnern so schwer, Newton zu erwischen. Wenn mal ein Defensiv-Spieler es schafft, die Mauer der Offensive-Line zu überwinden, weicht Newton meist blitzschnell aus und läuft selbst noch ein paar Yards heraus. Zum Vergleich: Peyton Manning hat 6 Versuche unternommen, selbst zu laufen. Bei ihm stehen -6 Yards zu Buche.

Trotz seiner Größe und seines Gewichts (1,96 Meter, 112 kg) ist er sehr beweglich und schnell. Selbst für Linebacker, die Tacklemaschinen eines Teams, ist Newton nur schwer zu Boden zu bringen. Cam Newton ist ein extrovertierter Typ, der alle seine Aktionen mit einem kleinen Tänzchen feiert. Von den Fans hat er den Spitznamen „Superman“ bekommen. Sogar eine eigene Modelinie hat er. 

Gegensätzlicher könnten zwei Quarterbacks nicht sein - und doch haben sie eines gemeinsam: Es ist der erster Super Bowl der Geschichte, in dem sich zwei ehemalige „First Overall Picks“ - also zwei Spieler, die beide beim Draft als Allererster gezogen wurden - gegenüberstehen. Denn auch Peyton Manning ist an erster Stelle ausgewählt worden: 1998 von den Indianapolis Colts.

Super Bowl 2016: Sport-Spektakel in den USA

Der Super Bowl ist das größte Einzelsportereignis der Welt mit über 900 Millionen Zuschauern weltweit. Doch in den USA ist es mehr als nur ein Sportereignis. Der Super-Bowl-Sonntag ist ein inoffizieler Feiertag. In den Vereinigten Staaten wird den ganzen Tag über nichts anderes berichtet. Jährlich wechseln sich die großen Fernsehanstalten der USA mit der Übertragung ab, da am Super-Bowl-Sonntag die besten Einschaltquoten des Jahres erreicht werden. Für die Übertragung werden sogar extra Werbespots gedreht, um einen möglichst hohen Stellenwert zu erreichen. Allerdings ist dies auch kostspielig. In diesem Jahr kosten 30 Sekunden Werbung 4,5 Millionen Dollar (knapp 4 Millionen Euro). 

Falls Sie noch nicht ganz vertraut mit American Football sind: Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Regeln im Football.

Die 50. Auflage des Super Bowls - Ein ganzes Land im Football-Fieber

Und auch in diesem Jahr könnte die Partie der beiden Sieger ihrer jeweiligen Conference, den Denver Broncos und den Carolina Panthers, ein echter Leckerbissen werden. Es trifft die beste Verteidigung auf den besten Angriff. Während die Broncos vor allem durch überragende Leistungen ihrer harten Defense den Einzug in den Super Bowl 2016 geschafft haben, sind die Carolina Panthers dagegen mit fantastischem Offensiv-Spektakeln ins Endspiel gekommen. Auch im letzten Jahr trafen mit den New England Patriots und den Seattle Seahawks die besten Offensiv- und Defensiv-Reihen aufeinander. Und dieser Super Bowl ging als einer der spannendsten in die Geschichte ein. 

Ein weiteres, riesiges Spektakel ist die Halbzeit-Show. Jährlich treten dort die größten Musikstars der Welt auf. Unter anderem standen schon Madonna, Michael Jackson oder die Rolling Stones auf der Bühne. In diesem Jahr übernimmt die britische Rock-Pop-Band Coldplay die Show, unterstützt werden sie dabei von Beyoncé. Auch die Essensgewohnheiten haben bei den Amerikanern Tradition. Am Super-Bowl-Sonntag gibt es bei den Fans vorwiegend Barbecue, Bier und Chicken Wings.

Der Super Bowl - ein historisches Duell

Im Gegensatz zum Eishockey (NHL) oder zum Basketball (NBA), wo die beiden Sieger von Ost und West ins Finale einziehen, stehen sich im Super Bowl die Champions der National Football Conference (NFC) und der American Football Conference (AFC) gegenüber. In diesem Fall sind dies die Panthers (NFC) und die Broncos (AFC). Im Football hat die Aufteilung in NFC und AFC historische Gründe. Der allererste Super Bowl war das Endspiel zwischen den damals konkurrierenden Football-Ligen NFL und AFL, aus denen heute die beiden Conferences hervorgegangen sind. Die 50. Auflage dieses Events findet im Levi‘s Stadium in Santa Clara, Kalifornien statt, der 2013 neu eröffneten Heimstätte der legendären San Francisco 49ers, die in den 80er und 90er Jahren mit den Quarterbacks Joe Montana und Steve Young fünf Super Bowls gewinnen konnten. 

Das Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften dürfte höchst spannend werden. Wer den 50. Super Bowl 2016 gewinnen wird, ist völlig offen und dennoch haben die Panthers bei den Experten und den Wettanbietern eine leichte Favoritenrolle. Vor allem durch ihr dominantes Auftreten zu Beginn eines Spiels. In der Nacht von Sonntag auf Montag um 0.30 Uhr deutscher Zeit geht es endlich los. Man darf gespannt sein, wer am Ende die Vince-Lombardi-Trophy in den Nachthimmel Santa Claras strecken darf. 

Tobias Roth

Tobias Roth

E-Mail:info@merkur.de

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