"Schwur von Prag"

Tennis-Damen: Lernen aus der Niederlage

Fed Cup Deutschland
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Nach der Niederlage gegen Tschechien geht der Blick der deutschen Tennis-Damen wieder nach vorne.

Prag - Die deutschen Tennisspielerinnen starteten nach der 1:3-Niederlage im Fed-Cup-Finale gegen Tschechien bereits in ihre neue Titelmission.

Kaum war der emotionale Ritt durch die Erlebniswelt von Prag beendet, hatte die neue Titelmission auch schon begonnen. „Irgendwann holen wir das Ding. Wir haben Erfahrungen gesammelt, die man nicht kaufen kann, sondern fühlen muss. Sie werden uns helfen, den nächsten Schritt zu gehen“, sagte Teamchefin Barbara Rittner nach dem 1:3 im Finale gegen Gastgeber Tschechien.

Bevor sich Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Co. nach einer langen Saison und dem Rückflug am Montag in den wohlverdienten Urlaub verabschiedeten, leisteten sie noch den Schwur von Prag. „Ich bin mir zu 1000 Prozent sicher, dass wir den Pott nach Hause holen“, sagte Petkovic, während die Weltranglistenneunte Kerber verriet: „Wir haben uns alle geschworen, dass wir das Ding so bald wie möglich gewinnen.“

Eine Aussprache mit dem ganzen Team am Sonntagmorgen, in der „ein paar Dinge mit großer Offenheit angesprochen wurden“ (Rittner), wirkte dabei wie ein reinigendes Gewitter. Nach dem offiziellen Mannschafts-Dinner mit den Tschechinnen am Sonntagabend im „Municipal House“ zogen die deutschen Spielerinnen dann noch gemeinsam durch die Prager Alstadt. „Dieses Wochenende hat uns noch mehr zusammengeschweißt und uns stärker gemacht“, sagte die 26-jährige Kerber.

Sie verlor im ersten Fed-Cup-Endspiel mit deutscher Beteiligung seit 22 Jahren zwar beide Einzel, doch ihr toller Kampf im Spitzenduell mit Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (6:7, 6:4, 4:6) sollte so etwas wie ein Zeichen für die Zukunft sein. „Da haben wir unser wahres Gesicht gezeigt. Und wenn wir das zeigen, können wir alles schaffen“, meinte Rittner, die zuversichtlich der nächsten Saison mit der Auftaktpartie gegen Australien in Stuttgart (7./8. Februar 2015) entgegenblicken kann.

In Zukunft wird die Qual der Wahl in Sachen Nominierung für die 41-Jährige wohl noch größer werden, denn Annika Beck (Bonn) und Mona Barthel (Neumünster) sowie die Nachwuchstalente Anna-Lena Friedsam (Neuwied) und Carina Witthöft (Hamburg) drängen nach vorne. Doch der Stamm mit Kerber, Petkovic und Sabine Lisicki dürfte mittelfristig erst einmal unantastbar sein.

Zumal Rittner nach der nicht ganz unumstrittenen Nominierung der ehemaligen Wimbledonfinalistin Lisicki nur lobende Worte für die Berlinerin parat hatte. „Sabine hat sich in dieser Woche perfekt eingegliedert. Sie ist jemand mit großen Waffen, der immer eine Option darstellt, wenn sie fit ist. Das kann unsere Stärke sein“, sagte die Teamchefin, der wie den anderen bei der Siegerehrung mit Gold-Konfetti zu „We are the Champions“ ein Schauer über den Rücken gelaufen war.

Ihre kleinen Trophäen für Platz zwei umklammerten die Spielerinnen ganz fest, konnten ihren Hunger nach dem großen „Pott“ aber nicht verbergen. „Es hat mich berührt, auf dem Podium zu stehen. Unser Ziel muss es sein, auch mal in die große Schüssel reinzuschauen und diese Goldschnipsel auf uns regnen zu lassen“, sagte Julia Görges: „Ich freue mich auf mehr.“ Die Rechtshänderin aus Bad Oldesloe hatte zusammen mit Lisicki im unbedeutenden Doppel den Ehrenpunkt für den Fed-Cup-Gewinner von 1987 und 1992 geholt.

SID

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