Spannendes Fed-Cup-Finale

Tennis-Damen: Traum vom Team-Titel

Angelique Kerber
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Angelique Kerber.

London - Mit dem ersten Wimbledon-Titel seit Steffi Graf hat es wieder nicht geklappt. Im Fed Cup soll als Team der Triumph her. Die Chance für die deutschen Tennis-Damen scheint groß.

Was in Wimbledon nicht klappte, soll im Fed Cup gelingen: Die deutschen Tennis-Damen wollen sich nach dem verpassten Coup in London den Traum vom ersten Team-Titel seit 22 Jahren erfüllen. Die Chancen, im November den wichtigsten Mannschafts-Wettbewerb ihrer Sportart als Nachfolgerinnen von Steffi Graf und Anke Huber zu gewinnen, scheint für Angelique Kerber, Sabine Lisicki & Co so groß wie nie. Doch ausgerechnet jetzt sind ihre Widersacherinnen aus Tschechien stark.

„Es ist uns allen klar, dass es qualitativ nicht hochwertiger im Finale werden kann“, sagte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner in diesen Wimbledon-Tagen voraus. „Die Tschechen wissen, dass wir ein harter Brocken sind und umgekehrt genauso.“ Anders als ihr Davis-Cup-Kollege Carsten Arriens schweißt die 41-Jährige für das im Profi-Tennis seltene Kräftemessen der Teams die Einzelkönner immer wieder hervorragend zusammen.

Und die Leistung ihrer Schützlinge stimmt: Andrea Petkovic stürmte in Paris erstmals ins Halbfinale eines Grand Slams, Lisicki und Kerber hoben sich in Wimbledon als Viertelfinalisten hervor. Im Doppel spielte sich die 26-jährige Petkovic gemeinsam mit der Slowakin Magdalena Rybarikova unter die besten Vier und schaltete in der Runde zuvor das eingespielte deutsche Duo Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld aus.

„Es wird ja immer wieder kritisiert, dass wir nicht kämpfen und nur Sprüche raushauen“, sagte eine stolze Rittner, „wir zeigen gerade - auch mit dem Halbfinale von Andrea Petkovic in Paris - dass wir auch zu Recht im Fed-Cup-Finale sind.“

Auf dem Rasen an der Church Road fällt aber besonders der Auftritt der Tschechinnen auf, die den Fed-Cup-Titel 2011 und 2012 gewannen: Vier standen unter den letzten 16, drei unter den letzten Acht, in Petra Kvitova und Lucie Safarova haben sie zwei Halbfinalistinnen - und mit Sicherheit eine Endspiel-Teilnehmerin. „Die haben ja auch ein Zeichen gesetzt“, erkannte die Bundestrainerin an. Kvitova, Wimbledon-Siegerin von 2011, rangiert als momentan Sechste unter den Top Ten der Welt.

Einen Grund für die Stärke machte die frühere Weltklassespielerin Martina Navratilova darin aus, dass in Tschechien generell im Training besonders viel Wert auf Matchpraxis gelegt wird. „Sie spielen viele Sätze“, zitierte die „New York Times“ die 57-Jährige. „So wird man richtig konkurrenzfähig.“

Anfang November in Prag wollen sich die deutschen Tennis-Ladies der Generation 2014 in die Geschichtsbücher schreiben. Noch rückt der Team-Gedanke aber in den Hintergrund. Nach der Rasen-Saison folgt die Hartplatz-Saison und da sind Kerber, Petkovic und Lisicki als Einzelkönner gefragt.

dpa

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