Wawrinka raus

Top-Trio Djokovic, Federer und Murray im Wimbledon-Halbfinale

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Novak Djokovic.

London - Der siebenmalige Champion Roger Federer und 2013-Sieger Andy Murray meisterten das Geduldsspiel mit zwei Regenpausen in Wimbledon ohne Probleme. Novak Djokovic feierte einen Jubiläumssieg.

Mit einem Jubiläumssieg ist Boris-Becker-Schützling Novak Djokovic in das Wimbledon-Halbfinale gestürmt und darf genau wie sein Trainer vom dritten Titel beim wichtigsten Tennisturnier der Welt träumen. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft Djokovic nach seinem 50. Sieg in Wimbledon und dem 650. Erfolg auf der Tour am Freitag überraschenderweise auf Richard Gasquet. Der Franzose vereitelte am Mittwoch durch ein 6:4, 4:6, 3:6, 6:4, 11:9 gegen den Schweizer Stan Wawrinka eine Neuauflage des French-Open-Endspiels.

Zuvor hatten Roger Federer und Andy Murray nach einem mehrstündigen Geduldsspiel mit zwei Regenunterbrechungen ihren Halbfinal-Gipfel perfekt gemacht. Federer ließ dem Franzosen Gilles Simon bei seinem 6:3, 7:5, 6:2 keine Chance. Nach nur 95 Minuten Spielzeit zog der 33 Jahre alte Schweizer zum zehnten Mal in das Halbfinale ein. Dort bekommt es der 17-malige Grand-Slam-Champion mit dem Olympiasieger und Titelträger von 2013 zu tun. Murray feierte mit dem 6:4, 7:5, 6:4 gegen Vasek Pospisil aus Kanada den 150. Sieg bei einem Grand Slam.

Einen Tag nach dem 30-jährigen Jubiläum seines prominenten Coaches setzte sich der Weltranglisten-Erste Djokovic gegen den kroatischen US-Open-Sieger Marin Cilic mit 6:4, 6:4, 6:4 durch. „Das war eine solide Leistung von mir“, sagte der Titelverteidiger. Tags zuvor hatte er noch genau 30 Jahre nach dem ersten Wimbledon-Titel von Becker einen Fünf-Satz-Zittersieg nach 0:2-Satzrückstand gegen den Südafrikaner Kevin Anderson gefeiert.

Über fünf Sätze ging es auch im letzten Match des Tages. Wawrinka und Gasquet lieferten sich eine packende Auseinandersetzung und wurden von den stehenden Zuschauern nach 3:28 Stunden mit lautstarkem Applaus verabschiedet. „Das ist ein unglaublicher Sieg für mich. Ich wollte unbedingt gewinnen und habe gekämpft und gekämpft“, sagte Gasquet nach seinem ersten Halbfinal-Einzug in Wimbledon seit 2007.

Bereits zum zehnten Mal steht Federer in der Runde der besten Vier. „Ich bin sehr glücklich, es ins Halbfinale geschafft zu haben. Der Weg ist lang bis dahin“, sagte er. „Aber ich fühle mich noch frisch und habe genug Energie im Tank für einen hoffentlich großartiges Match gegen Andy, und dann werden wir sehen.“ 12:11 führt der Schweizer noch im direkten Vergleich. Das bislang letzte Aufeinandertreffen gewann Federer im vergangenen Jahr bei der ATP-WM 6:0, 6:1. In Wimbledon entschied er 2012 das Finale für sich, drei Wochen später unterlag er Murray im Endspiel von Olympia.

Der Schotte verwandelte vor den Augen von Prinz William, dessen Frau Kate und dem ehemaligen englischen Fußball-Nationalspieler David Beckham nach 2:13 Stunden seinen zweiten Matchball und ließ sich von den begeisterten Zuschauern auf dem Centre Court feiern. „Ich hoffe, dass wir am Freitag ein gutes Match sehen werden“, sagte der 28-Jährige mit Blick auf das spannungsgeladene Duell mit Federer.

Für den Schweizer soll das Halbfinale aber nur eine Durchgangsstation sein. Ziel seiner Träume ist ein zehntes Wimbledon-Endspiel am Sonntag auf dem Centre Court und ein möglicher achter Triumph. So oft hat noch nie jemand das älteste Tennisturnier der Welt gewonnen.

Auf Rekordjagd ist auch Serena Williams. Die 33-Jährige trifft am Donnerstag im Halbfinale auf Maria Scharapowa und will nach ihren Triumphen bei den US Open 2014 sowie den Australian und French Open in diesem Jahr den Serena-Slam perfekt machen und jahresübergreifend alle vier Majors nacheinander für sich entscheiden.

dpa

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