Tour de France

"König" Leopold verblüfft die Radsport-Elite

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Der tschechische Radprofi Leopold König.

Saint-Lary - „König“ Leopold verunsichert die Tour-Elite. Ein Debütant aus dem in Deutschland lizenzierten NetApp-Endura-Team spielt bei der 101. Tour de France im Konzert der Großen mit.

Der tschechische Radprofi Leopold König hat sich in den Top Ten des Gesamtklassements festgesetzt. Wenn er die Pyrenäen unbeschadet übersteht, traut ihm sein Teamchef auch im Zeitfahren am vorletzten Tourtag nach Périgueux einiges zu.

„Manche mag er überrascht haben - mich nicht. Er hat schon gute Zeitfahren in der Dauphiné und in der Vuelta gezeigt. Platz fünf in der Endabrechnung in Paris wäre ein Traum“, sagte Teamchef Ralph Denk der Nachrichtenagentur dpa, nachdem der 26-Jährige die 17. Tour-Etappe auf Rang sieben im Gesamtklassement in Angriff genommen hatte. König will am kommenden Sonntag in Paris den neunten Platz bei der Vuelta 2013 toppen.

Der Aufsteiger fährt schon im vierten Jahr für den deutschen Zweitligisten, der nur dank einer von vier Wildcards ins Rennen vorstieß. Vielleicht auch zum letzten Mal. „Ich mache mir nichts vor. Egal, wie es jetzt mit ihm hier weitergeht, viele Teams interessieren sich nach diesen Leistungen für Leopold. Wir setzen uns nach der Tour zusammen und machen ihm ein Angebot, das er hoffentlich akzeptiert“, sagt Denk zu den bevorstehenden Verhandlungen mit seinem „Rohdiamanten“.

Vielleicht kann da schon der neue Sponsor ein wenig helfen, der das Denk-Team im kommenden Jahr übernehmen wird. „Bora“, das bayerische Unternehmen für Küchenausstattungen, steigt 2015 in den Radsport ein und hat sich für fünf Jahre verpflichtet. Denk erwartet vom Bora-Engagement in der Risikobranche eine Inspiration für weiteres Sponsoren-Interesse auf dem schwierigen deutschen Markt.

König, der zum ersten Mal im Vorjahr bei seinem Vuelta-Etappensieg international aufhorchen ließ, versteht zwar Deutsch, antwortet aber lieber auf Englisch. „Ich bin zur Tour gefahren und wollte unter die ersten Zehn. Es sieht gut aus, dass es klappen könnte. Dass es bisher so gut lief, hat mir Selbstvertrauen gegeben - auch im Hinblick auf das Zeitfahren am Samstag“, erklärte König.

Der zurückhaltende Tscheche könnte im Gesamtklassement sogar noch besser dastehen, wenn er auf dem Kopfsteinpflaster-Abschnitt nach Arenberg und auf der Vogesen-Etappe nach Gerardmer nach Stürzen und Defekten nicht insgesamt über drei Minuten verloren hätte.

In der Tourgeschichte hatte noch nie ein deutsches Team für eine derartige Spitzenplatzierung beim Debüt gesorgt. Am besten schnitt noch das Telekom-Team ab, 1992 belegte Jens Heppner Platz zehn in Paris. Der Thüringer war es auch, der sich 19 Jahre später als NetApp-Sportdirektor für die Verpflichtung Königs starkgemacht hatte.

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dpa

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