Misserfolge in Peking

Kerber & Co. „traurig und enttäuscht“

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"Traurig und enttäuscht": Angelique Kerber.

Peking - Angelique Kerber hat durch ihr frühes Ausscheiden in Peking das WTA-Finale in Singapur verpasst.

Auch Andrea Petkovic und Sabine Lisicki strotzen fünf Wochen vor dem Fed-Cup-Finale in Tschechien nicht gerade vor Selbstvertrauen.

Angelique Kerber machte aus ihrem Gemütszustand kein Geheimnis. „Ich kann nicht sagen, dass ich nicht traurig und enttäuscht bin“, schrieb die deutsche Nummer eins nach ihrem bitteren Achtelfinal-Aus in Peking bei Facebook. Dahinter setzte sie vier Pünktchen. Sie wirkten wie ein Zeichen von Sprachlosigkeit.

Die 6:2, 4:6, 3:6-Niederlage gegen Swetlana Kusnezowa (Russland) bei den China Open hat zur Folge, dass Wimbledon-Viertelfinalistin Kerber erstmals seit 2011 nicht direkt für das WTA-Finale der besten acht Spielerinnen des Jahres qualifiziert ist. Beim prestigeträchtigen Saisonabschluss in Singapur (20. bis 26. Oktober) wird die Weltranglistenzehnte aus Kiel nur als eine von zwei Ersatzspielerinnen dabei sein.

Obwohl für Kerber der „Asian Swing“ mit dem Halbfinale in Tokio und dem Viertelfinale in Wuhan gar nicht mal so enttäuschend verlief, befindet sich die 26-Jährige nach dem Peking- und Singapur-K.o. im Stimmungstief. Und das ausgerechnet fünf Wochen vor dem Fed-Cup-Finale gegen Gastgeber Tschechien in Prag (8./9. November), in dem „Angie“ die DTB-Auswahl zum dritten Titel nach 1987 und 1992 führen soll.

Auch ihre Teamkolleginnen Andrea Petkovic (Darmstadt) und Sabine Lisicki (Berlin) konnten beim letzten Premier-Turnier des Jahres in Peking nur wenig zusätzliches Selbstvertrauen für die Titelmission in Prag sammeln. Während der Kampfgeist von Petkovic beim 6:7 (4: 7), 7:5, 6:7 (1:7) gegen French-Open-Finalistin Simona Halep (Rumänien/Nr. 2) nicht belohnt wurde, schied im Achtelfinale auch Hongkong-Siegerin Lisicki nach einem 3:6, 5:7 gegen Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 9) aus.

Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner bleibt ungeachtet der letzten Ergebnisse trotzdem optimistisch. „Ich habe viele positive Ergebnisse von der Asientour bekommen. Manchmal hat ein Tick gefehlt, aber das ist eben manchmal so im Sport“, sagte Rittner dem SID. Die 41-Jährige hat jetzt mit Blick auf das Endspiel in Prag nur noch einen Wunsch: „Hauptsache, es bleiben alle fit und gesund.“

Doch insbesondere Kerber scheint am Ende einer langen Saison mental müde zu sein. Am Selbstvertauen der sehr selbstkritischen Linkshänderin nagt zudem der Fakt, dass sie 2014 zwar vier Endspiele erreichte, diese aber allesamt verlor. Ihren letzten von bislang drei Turniersiegen feierte die Kielerin vor exakt einem Jahr in Linz.

Im Match gegen Kusnezowa in Peking lag Kerber im entscheidenden Satz gleich zweimal mit Break vorne, brach aber danach immer wieder ein. Die extremen Formschwankungen innerhalb eines Matches ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre Saison 2014.

Auch Paris-Halbfinalistin Petkovic erlebte im Duell mit Halep eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Die Weltranglisten-17. steckte aber nie auf und ließ sich im dritten Durchgang auch nicht von einem 0:4- beziehungsweise 3:5-Rückstand beirren. Im Tiebreak geriet „Petko“ auf dem Centre Court des National Tennis Centers allerdings schnell mit 0:6 in Rückstand und konnte das Blatt nicht mehr wenden. Besonders bitter für die deutsche Nummer zwei: Kurz nach dem Spiel gab Halep bekannt, dass sie das Viertelfinale wegen einer Hüftverletzung nicht bestreiten kann.

Lisicki vergab beim 3:6, 5:7 gegen die Serbin Ana Ivanovic (Nr. 9) viele Möglichkeiten und nutzte nur eine von insgesamt elf Breakchancen. Dass die Wimbledon-Finalistin von 2013 wieder auf dem Weg zu alter Stärke ist, hatte sie Mitte September bei ihrem Turniersieg in Hongkong angedeutet. Barbara Rittner wird in den Wochen bis zum großen Finale in Prag vor allem als Psychologin gefragt sein.

SID

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