Trophäe schon in den Händen: Rosbergs Revanche

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Nico Rosberg gewann 2014 den WM-Auftakt. Foto: Julian Smith

Melbourne (dpa) - Die polierte Siegertrophäe für das Auftaktrennen durfte Nico Rosberg schon am Mittwoch in den Händen halten. Beim Kampf um den WM-Pokal macht sich der deutsche Mercedes-Pilot nicht nur auf den erneut knallharten Zweikampf mit Titelverteidiger und Teamkollege Lewis Hamilton gefasst.

Der gebürtige Wiesbadener und Vizeweltmeister hätte auch nichts gegen Attacken von Landsmann Sebastian Vettel im Ferrari. "Wäre schön, wenn er uns das Leben schwer macht", sagte Rosberg in Melbourne, allerdings rechnet er noch nicht zu Beginn damit.

112 Tage nach dem WM-Jubel von Hamilton will Rosberg down under obenauf sein. Wie im Vorjahr. Nur diesmal soll es auch am Ende, nach geplanten 19 Grand Prix - ausgerechnet das Deutschlandrennen am 19. Juli ist immer noch nicht fix - so sein. "Ich", antwortete Rosberg selbstbewusst in einem dpa-Interview auf die Frage, was Hamilton an der Titelverteidigung hindern kann.

Ein Duell auf Biegen und Brechen wie in der vergangenen Saison ist programmiert. "Manchmal lachen wir miteinander, manchmal wollen wir uns eine reinhauen", meinte Rosberg am Mittwoch bei einem Pressetermin mit einem Schmunzeln zum Verhältnis der beiden einstigen Kart-Kumpels.

Die Nummer 1 der Formel-1-Welt gegen die Nummer 2. Beide fahren auf Augenhöhe, eine Rangordnung gibt es nicht, stellte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff klar. "Ich bin überzeugt, dass es eng wird und uns spannender Rennsport mit vielen Positionskämpfen erwartet", prophezeite Hamilton. Der Weltmeister von 2008 und 2014, fühlt sich weiter gestärkt. Und auch er rechnet nicht nur mit den Attacken seines Rivalen aus demselben Stall. "Die anderen Teams werden nicht aufhören, uns zu jagen."

Allen voran Vettel. Das Ziel ist klar. Weltmeister, nur wann? "Mittel- bis langfristig" hat sich Vettel für diese Saison das Ziel gesetzt, mit Ferrari die zweite Kraft" zu werden. "Wir wissen, wo wir hinwollen. Wir wissen aber auch, dass es ein weiter Weg ist", betonte Vettel. Erstmals seit vier Jahren wird der 27 Jahre alte Heppenheimer nicht mit der Nummer 1 des Titelverteidigers und vor allem erstmals seit sechs Jahren nicht in einem Red Bull in die Saison starten. Der fünfte Deutsche in einem Grand-Prix-Ferrari fährt auch mit der Nummer 5, Weltmeister Hamilton wie im vergangenen Jahr mit der 44.

Vermutlich muss das Mercedes-Duo mehr Konkurrenz fürchten als 2014. Neben Ferrari mit Vettel und Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen will Red Bull mit dem WM-Dritten Daniel Ricciardo insbesondere bei dessen Heimrennen in Australien an diesem Sonntag wieder auf dem Podium mitmischen. Zudem hofft Williams, seine starken Auftritte im Vorjahr mit Shootingstar Valtteri Bottas fortsetzen zu können.

Und womöglich ist selbst eines der finanziell angeschlagenen Teams wie Lotus und Force India mit dem dritten noch verbliebenen Deutschen Nico Hülkenberg dank Mercedes-Antrieb hier und da für eine Überraschung gut. Wohl weniger dürfte das auf McLaren-Honda zutreffen. Die Reise zurück in die ruhmreiche Vergangenheit mit der neuen alten Partnerschaft beginnt auch noch ohne Zweifach-Weltmeister Fernando Alonso. Der Spanier muss am Sonntag früh aufstehen, um sich das Rennen im TV anzuschauen. Nach seinem Unfall bei den Testfahrten ist er aus Angst vor einer erneuten Gehirnerschütterung nicht dabei.

Zu den ersten 307,574 Kilometern startet Mercedes als absoluter Topfavorit. "Es ist zu erwarten, dass Mercedes direkt zu Saisonbeginn sehr stark sein wird", betonte Vettel. Wolff hält dagegen: "Zu diesem Zeitpunkt sind Prognosen nicht mehr als ein Lesen in der Kristallkugel - und das wollen wir nicht tun." Das Rennen sei der einzig wahre Prüfstand. Und danach will Rosberg die Trophäe wieder in den Händen halten.

Vorschau auf der Formel-1-Homepage

Kurs auf der Homepage des Australien-Rennens

Vettel und Räikkönen zum Rennen auf Ferrari-Homepage

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