Triumph über Saarlouis Royals

TSV Wasserburg ist Meister: Der FC Bayern des Damen-Basketballs

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Die Damen Basketballmannschaft des TSV Wasserburg freut sich über den Meistertitel.

Wasserburg – Die Basketball-Frauen des TSV Wasserburg haben zum zehnten Mal seit 2004 die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Wie er an der Seitenlinie so auf und ab lief, immerzu wild gestikulierend und rufend, und wie er seine Spielerinnen selbst bei einer 27-Punkte-Führung noch zu Höchstleistungen antrieb, erinnerte der Basketball-Cheftrainer Georg Eichler am Mittwochabend fast ein wenig an Pep Guardiola.

Weil jedoch Eichlers Arbeitgeber, der TSV Wasserburg, gewissermaßen den FC Bayern des Damen-Basketballs darstellt, wirkte es angemessen. „Das ist ein Vergleich, der uns natürlich ehrt“, betonte der 39-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. „Im Moment aber sind wir das, glaube ich, tatsächlich.“

Denn im dritten Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft holten die Innstädterinnen gegen die Saarlouis Royals mit 81:49 (33:24) ihren dritten Sieg in der Best-of-Five-Serie, und verteidigten ihren Titel in der Damen Basketball Bundesliga einmal mehr souverän. „Ich habe immer Defense gepredigt. Und jetzt haben wir nur 49 Punkte zugelassen“, meinte Eichler – und ergänzte à la Guardiola: „Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft. Der Sieg ist sehr, sehr besonders.“

Mit der erlösenden Schlusssirene fiel am Mittwoch auch von Eichler selbst reichlich Druck ab. Denn erst zur Saison 2015/16 übernahm der Vollblut-Basketballer die erfolgsverwöhnte Mannschaft von Bastian Wernthaler. Vor seinem Engagement war der TSV bereits neunmal Meister und sechsmal Pokalsieger geworden, und das seit 2004. „Ich kam zu einer perfekten Mannschaft. Da kann man eigentlich nur verlieren“, sagte Eichler. Doch auch unter seiner Regie behielt Wasserburg gegen alle deutschen Gegner eine weiße Weste und wiederholte das Double. „Die Mädels haben unglaublich hart gearbeitet, zweimal am Tag trainiert“, lobte Eichler: „Natürlich freut man sich, wenn man das Ziel dann auch erreicht.“

Für Svenja Brunckhorst sind die Feierlichkeiten am Ende (fast) einer jeden Saison längst angenehme Gewohnheit. Die Wasserburger Spielführerin ist zwar erst 24, aber sozusagen der Philipp Lahm vom Inn, die Konstante im Team. Sie wurde mit dem TSV nun zum siebten Mal Meister. Trotzdem zelebrierte sie den Erfolg ausgelassen und meinte: „Es ist immer wieder schön und ich bin auch weiter hungrig, Titel zu holen.“

Ihr Trainer wird das gerne hören, denn er hat für sein zweites Amtsjahr große Ambitionen. „Jetzt ist es an der Zeit, auch europäisch für Furore zu sorgen. Wir wollen in der nächsten Saison im Eurocup weiterkommen“, sagte Eichler, der mit einem internationalen Titel ein Novum in der Vereinsgeschichte schaffen könnte.

Bisher war es allerdings so, dass die Wasserburger Dominanz in der Bundesliga auf europäischem Parkett nicht eben von Vorteil war. „Es ist schade, dass wir in der Liga keine Gegner haben“, sagte Svenja Brunckhorst. „Wir sind der einzige Damen-Basketball-Verein in Deutschland, der absolut professionell arbeitet“, fügte Georg Eichler an, und äußerte einen Wunsch, den die Fußballer des FC Bayern für sich genauso unterschreiben würden: „Ich hoffe, dass wir in der Liga mehr Konkurrenz bekommen.“

Doch leichter wollen sie es dieser Konkurrenz nicht machen. Den großen Umbruch hofft Eichler zu vermeiden. „Wir wollen das Grundgerüst gerne halten“, erklärte der Chefcoach. „Gerade die, die im Eurocup aber diesmal gut gespielt haben, werden teuer. Das heißt, wir müssen sehen, dass wir für den gleichen Etat (geschätzt 500 000 Euro) ein besseres Team zusammenkriegen. Das wird sehr schwierig.“ Hier unterscheiden sie sich nun doch ein wenig vom FC Bayern.

Sina Ojo

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