Tuchel: "Luft wird knistern" gegen S04 - Reus fällt aus

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Für Thomas Tuchel ist es das erste Revierderby als BVB-Trainer. Foto: Guido Kirchner

Der BVB hat in der Europa League sein erstes Ziel erreicht und steht bereits in der K.o.-Runde. Schalke hat das noch nicht ganz geschafft. Nun steht das brisante Derby der Reviernachbarn auf dem Programm - mit deutlich besseren Voraussetzungen für den BVB.

Dortmund (dpa) - Die Europa-League-Auftritte sind abgehakt. Jetzt geht es in Dortmund und Gelsenkirchen um 90 Minuten mit hingebungsvoller Leidenschaft, mit großen Emotionen auf dem Rasen und den Rängen - und um die Fußball-Macht im Revier.

"Die Luft wird knistern", ist BVB-Trainer Thomas Tuchel vor dem 147. Nachbarschaftsduell mit Schalke 04 überzeugt. Für ihn und seinen königsblauen Kollegen André Breitenreiter, beide seit Saisonbeginn verantwortlich, ist es eine Premiere mit höchster Brisanz.

Auf einen seiner aktuell Besten muss Tuchel am Sonntag verzichten: Marco Reus fällt gegen die Gelsenkirchener aus. Der Nationalspieler zog sich beim 4:0 in der Europa League gegen den FK Qäbälä einen Faserriss im Adduktorenbereich zu. BVB-Sprecher Sascha Fligge bestätigte am Freitag entsprechende Informationen der "Bild"-Zeitung. Reus werde voraussichtlich etwa zwei Wochen fehlen. Er war zum 1:0 (28. Minute) erfolgreich, wurde aber zur Halbzeit ausgewechselt. Somit muss der 26-Jährige in der "Mutter aller Derbys" vor mehr als 80 000 im Dortmunder Fußball-Tempel passen.

Dennoch spricht die momentane Verfassung klar für die Borussia: Inklusive des 4:0 gegen die Aserbaidschaner, durch das der BVB vorzeitig im Europacup überwintert, stehen aus zuletzt sechs gewonnenen Partien exzellente 24:4 Treffer in der BVB-Bilanz. Die Schalker präsentieren sich völlig anders: In den jüngsten sieben Begegnungen gab es bei 7:13 Toren nur einen Sieg.

"Total stark" sei der BVB, urteilt Schalke-Keeper Ralf Fährmann, der Königsblau "natürlich ein bisschen in der Außenseiterrolle" sieht. Aber weil gegen die Schwarz-Gelben immer "eigene Gesetze" (Fährmann) herrschen, werde die Breitenreiter-Elf "alles geben", kündigte Schalke-Profi Leon Goretzka an. Für Torjäger Klaas-Jan Huntelaar geht es schlicht um eines: "Die Ehre von Schalke zu verteidigen."

Die Schalker wissen, wie Fährmann bekannte, dass sie nach dem zurückliegenden Auftritt beim BVB "noch ein bisschen was gutzumachen haben". 0:3 lautete das Resultat am 28. Februar in Dortmund. Daher wird es gewiss heiß hergehen, auch bei den Fans, für die der "Derbysieg wie die Meisterschaft" ist" - so war es auf einem BVB-Spruchbanner zu lesen.

Und schon allein deshalb, dessen ist Tuchel sicher, wird sein Team gegen Schalke eines tun: "Prozente drauflegen." Denn eine Gala gegen Qäbälä war es vor 57 000 Besuchern, die noch Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang (45.) und Henrich Mchitarjan (70.) sowie ein Eigentor von Sergei Zenjov (67.) erlebten, nicht. "Es war nichts Spektakuläres", befand der eingewechselte Ilkay Gündogan, der die ganz besondere Bedeutung des Derbys "für die Region, für beide Vereine, für die Fan-Lager" betonte.

Völlig unspektakulär verlief das Schalke-Gastspiel vor 17 352 Zuschauern bei Sparta Prag. Johannes Geis glich die Sparta-Führung (6.) in der 20. Minute mit einem umstrittenen Foulelfmeter aus. "Wir wissen, dass wir es besser können", bemerkte der in der Bundesliga gesperrte Geis - mit einem hoffnungsvollen Zusatz: "Derby ist Derby, da ist alles möglich." Chefcoach Breitenreiter hat ein simples Vorhaben, wie sein Team die BVB-Tormaschine stoppen will: "Fighten und Gas geben."

Hintergründe zum Spiel bei bundesliga.de

Tuchel-Reaktionen auf der Homepage von Borussia Dortmund

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