US Open 2014

Kohlschreiber fliegt gegen den Djoker raus

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Philipp Kohlschreiber ist bei den US Open 2014 rausgeflogen.

New York - Der Weltranglisten-Erste und Wimbledonsieger war dann doch eine Nummer zu groß für Philipp Kohlschreiber. Als letzter deutscher Tennisprofi schied der Augsburger bei den US Open aus.

Nach einer Stunde hatten sich die Zuschauer im Louis Armstrong Stadium endgültig auf die Seite des Underdogs geschlagen. Sie wollten ein Match sehen, kein Einbahnstraßen-Tennis. Also grölten, klatschen und jubelten sie bei jedem wichtigen Punkt, den Philipp Kohlschreiber erzielte. Die Unterstützung half jedoch nicht: Der Augsburger unterlag dem Top-Favoriten Novak Djokovic 1:6, 5:7, 4:6 und verabschiedete sich als letzter Deutscher aus Flushing Meadows.

Zum dritten Mal in Folge schied Kohlschreiber damit im Achtelfinale der US Open aus. Die Runde der letzten 16 scheint für den 30-Jährigen generell das Maximum seiner Leistungsfähigkeit zu bedeuten. Zum insgesamt neunten Mal stand Kohlschreiber im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers, nur in Wimbledon 2012 schaffte er den Sprung unter die besten Acht.

Dabei hatte sich Kohlschreiber vor dem sechsten Aufeinandertreffen mit Djokovic noch zuversichtlich gegeben. „Ich brauche mich nicht zu verstecken“, sagte die deutsche Nummer eins nach seinem beeindruckenden Erfolg gegen Aufschlagriese John Isner. Das hätten ihm die gemeinsamen Trainingseinheiten mit dem Wimbledonsieger aus Serbien deutlich gemacht.

Allerdings, und das betonte Kohlschreiber auch, brauche er die Hilfe seines Kontrahenten: „Wenn er top drauf ist, wird es schwierig.“ Nach wenigen Minuten war klar: Hilfe von Djokovic wird es an diesem schwül-warmen Tag in New York mit Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke nicht geben.

Erst nach 23 Minuten gelang Kohlschreiber sein erster Spielgewinn zum 1:5, begleitet von langanhaltendem Applaus der 10. 000 Zuschauer. Die Aufmunterung nahm Kohlschreiber kaum wahr, Djokovic spornte sie an. Nachdem er im zweiten Durchgang einen Satzball abgewehrt hatte, riss er die Arme in die Luft und hielt sich provozierend die Hand ans Ohr, als wollte er sagen: „Und jetzt? Jetzt klatscht Ihr nicht?“

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war Kohlschreibers Widerstand gebrochen, er greinte: „Ich spiele einfach schlecht.“ Nach 2:03 Stunden Spielzeit war seine fünfte Niederlage gegen den Schützling der deutschen Tennis-Ikone Boris Becker besiegelt.

Wie ihr Pendant Djokovic steht auch Serena Williams, Branchenführerin bei den Damen, ohne Satzverlust im Viertelfinale der US Open. Die Titelverteidigerin aus den USA gab sich beim 6:3, 6:3 gegen Kaia Kanepi aus Estland keine Blöße. Williams ist neben der Kanadierin Eugenie Bouchard, die einzige verbliebene Top-10-Spielerin in der zweiten Turnierwoche. Am Sonntag waren in Maria Scharapowa (Russland/Nr. 5) und Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 9) zwei weitere Spielerinnen aus dem elitären Kreis der weltweit zehn Besten ausgeschieden.

Williams trifft auf der Jagd nach ihrem 18. Grand-Slam-Titel am Mittwoch auf die Italienerin Flavia Pennetta. Sollte die 32-Jährige das letzte Grand-Slam-Turnier der Saison zum dritten Mal nacheinander gewinnen, würde sie in der „ewigen“ Bestenliste mit ihren Landsfrauen Martina Navratilova und Chris Evert gleichziehen. An der Spitze dieser Rangliste liegt die Australierin Margaret Court Smith (24) vor der deutschen Tennis-Ikone Steffi Graf (22).

SID

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