Duell der Freundinnen

Williams und Wozniacki im Finale der US Open

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Serena Williams und Caroline Wozniacki treffen im Finale der US Open aufeinander.

New York - Eigentlich sind sie Freundinnen. Doch nun wird zwischen ihnen wohl eine kurze Freundschaftspause eingelegt: Die Dänin Caroline Wozniacki und Serena Williams stehen im Finale der US Open.

Vor drei Monaten tröstete Serena Williams die traurige Dänin Caroline Wozniacki über die geplatzte Hochzeit mit Golfstar Rory McIlroy hinweg. Am Strand von Miami verbrachten die beiden Tennisstars eine gute Zeit und zogen gemeinsam um die Häuser. Im Finale der US Open in New York werden am Sonntag aus den Freundinnen wieder Kontrahentinnen. Aufmunternde Worte darf Wozniacki sicherlich nicht erwarten.

Auf dem Platz präsentierte sich Williams in den ersten sechs Runden gnadenlos. Im Halbfinale ließ die 32-Jährige der Debütantin Jekaterina Makarowa aus Russland beim 6:1, 6:3 in exakt einer Stunde keine Chance und hat nun die Chance, zum dritten Mal nach 2002 und 2008 das letzte Grand-Slam-Turnier der Saison ohne Satzverlust zu gewinnen. Es wäre ihr sechster Titel in New York, der dritte in Folge und der 18. Majorsieg insgesamt.

Die Freundschaft müsse außen vor bleiben, sagte Williams: „Wir wollen beide gewinnen. Sie will ihren ersten Titel, ich ein Stück Geschichte schreiben. Aber hoffentlich haben wir beide Spaß.“

Wozniacki (24) steht erst zum zweiten Mal nach den US Open 2009 im Endspiel bei einem der vier wichtigsten Turniere der Saison. Ihr Halbfinale gegen die Chinesin Peng Shuai hatte im Arthur Ashe Stadium ein dramatisches Ende gefunden.

7:6 (7:1), 4:3 führte Wozniacki, als sich Peng ans rechte Knie griff. Die Tränen flossen, der Abbruch war unausweichlich. Nach zehn Minuten Behandlungspause kam die 28-Jährige allerdings noch einmal auf den Platz zurück, humpelte sechs Punkte lang umher und brach schließlich erneut zusammen. Völlig aufgelöst wurde sie aus der Arena geschoben.

„So etwas ist immer schwierig“, sagte Wozniacki noch auf dem Platz, „man will das Match ja zu Ende spielen. Es tut mir wirklich leid für sie, sie war richtig stark heute.“ Tennis-Legende und TV-Experte John McEnroe kritisierte Pengs Rückkehr: „Das wurde richtig vermasselt. Das ist eine schwarze Stunde für unseren Sport.“

Turnierdirektor David Brewer gab später an, Peng habe die Hitze zugesetzt, sie sei aber bereits auf dem Weg der Besserung. „Sie ist eine professionelle Athletin und kennt ihren Körper besser als Jeder andere. Sie wollte unbedingt weiter machen“, sagte Brewer.

Das Drama um Peng wird nicht mehr als eine Fußnote in der Turniergeschichte bleiben. Wozniacki bekommt dagegen die zweite Chance, ihre Karriere mit einem der vier größten Titel zu schmücken. Vor fünf Jahren hatte sie das Finale gegen die Belgierin Kim Clijsters verloren. Seitdem ist einiges passiert im Leben der jungen Dänin.

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Wozniacki war die Nummer eins der Welt und zudem Teil des Glamour-Paares Wozzilroy. Die Beziehung zwischen den Sportstars fand zum großen Teil in der Öffentlichkeit statt - auch das abrupte Ende. Vor den French Open im Mai gab McIlroy Wozniacki am Telefon den Laufpass, wünschte ihr noch viel Glück und schwang sich anschließend zu neuen sportlichen Glanzleistungen auf.

Bei Wozniacki dauerte es eine Weile, bis sie den Schock verdaut hatte. Immerhin waren die Einladungen zur Traumhochzeit am Rockefeller Center in New York bereits verschickt, Serena Williams beauftragt, den Junggesellinnenabschied zu planen. Erst in der nordamerikanischen Hartplatzsaison fand Wozniacki wieder zu sich selbst und alter Klasse.

Auch das Selbstvertrauen ist längst zurückgekehrt. „Meine Stärke ist das Umschaltspiel von Defensive zu Offensive und andersherum“, sagte Wozniacki nach ihrem Drittrundensieg gegen Andrea Petkovic: „Ich habe die Balance gefunden.“ Das ist in New York deutlich zu erkennen - auf und neben dem Platz. Ob die Balance ausreicht, um Serena Williams in Top-Form vor heimischem Publikum zu schlagen, steht allerdings auf einem anderen Zettel.

sid

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