Kapitän geht ins Ausland

Gensheimer verlässt Rhein-Neckar Löwen im Sommer

Uwe Gensheimer, Rhein-Neckar Löwen
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Auf Abschiedstour: Uwe Gensheimer spielt nur noch diese Saison für die Rhein-Neckar Löwen.

Mannheim - Die Rhein-Neckar Löwen verlieren eine Identifikationsfigur. Kapitän Uwe Gensheimer kehrt dem Handball-Spitzenklub nach 13 Jahren den Rücken. Sein Ziel scheint klar zu sein.

Hiobsbotschaft für die Rhein-Neckar Löwen: Der Handball-Nationalspieler Uwe Gensheimer verlässt den badischen Bundesligisten nach 13 Jahren zum Saisonende. Damit verliert der Vize-Meister und Champions-League-Teilnehmer nicht nur einen Weltklassespieler, sondern auch seine große Identifikationsfigur. „Die Entscheidung, die Rhein-Neckar Löwen zu verlassen, war mit Sicherheit die schwerste in meiner gesamten Karriere“, sagte der 28-Jährige am Freitag in einer Mitteilung des Clubs aus Mannheim, das auch Gensheimers Geburtsstadt ist.

Seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag will Gensheimer nicht mehr verlängern und künftig stattdessen für einen Verein außerhalb Deutschlands spielen. Den Namen seines neuen Clubs nannte der viermalige Handballer des Jahres nicht. Löwen-Manager Lars Lamadé rechnet damit, dass der Linksaußen zum französischen Spitzenclub Paris St. Germain HB wechselt. „Mit einer Weltauswahl zusammen zu spielen, ist auch nicht so ganz schlecht“, sagte Lamadé kürzlich. Beim Meister und Pokalsieger würde er unter anderem mit Welthandballer Nikola Karabatic zusammenspielen.

„Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich in meiner Karriere noch einmal etwas Neues probieren möchte und für einen Wechsel ins Ausland nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist“ erklärte Gensheimer, der in 111 Länderspielen 473 Tore erzielte. Bis zum Saisonende will der Kapitän der Löwen und des Nationalteams „weiter Vollgas“ für den Bundesliga-Tabellenführer geben, mit dem er 2013 den EHF-Pokal gewann. „Es wäre das Größte für mich, mich mit einem Titel zu verabschieden.“

Gensheimer lehnt "sehr gutes Angebot" ab

Auch ein laut Lamadé „sehr gutes Angebot“, dass sein Heimatverein Gensheimer bereits im März unterbreitete, konnte den zweimaligen WM-Teilnehmer nicht mehr vom Verbleib in der Heimat überzeugen. Zu sehr lockt offenbar der Reiz, sich im Ausland weiterzuentwickeln - und vermutlich auch die Finanzkraft des aus Katar alimentierten Top-Clubs aus Paris.

„Er ist einer der weltbesten Handballer auf seiner Position und ein Aushängeschild für die gesamte Region“, sagte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen. „Wir respektieren aber seinen Wunsch, in seiner Karriere noch einmal etwas Neues machen zu wollen.“

Der Club tröstet sich nun etwas mit der Hoffnung, dass der „Vorzeigeprofi“ (Lamadé) irgendwann wieder zurückkehrt nach Mannheim. „Die Tür der Rhein-Neckar Löwen wird für Uwe immer offen sein“, betonte der Manager. „Wenn er nach seiner Auslandserfahrung wieder nach Deutschland zurückkommen möchte, hoffen wir, dass er sich daran erinnert, welch hohen Stellenwert er bei allen Fans in der Rhein-Neckar Region hat.“

dpa

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