Vor Weihnachtspause: Biathleten mit breiter Brust

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Simon Schempp ist in beeindruckender Frühform. Foto: Antonio Bat

Auch beim letzten Weltcup vor der Weihnachtspause haben die deutschen Biathleten kräftig abgeräumt - auch wenn es in den letzten Rennen des Jahres keine Podestplätze gab. Jetzt freuen sich die Skijäger vor allem auf Weihnachten und auf die kurze Pause.

Pokljuka (dpa) - Auch nach der Podest-Nullnummer in den letzten beiden Rennen des Jahres gehen die deutschen Biathleten mit breiter Brust in die Weihnachtspause. Sie haben die Gewissheit, so stark zu sein wie schon lange nicht mehr.

Mit grandiosen Auftritten in Pokljuka mit dem Doppelsieg von Simon Schempp, dem Erfolg von Laura Dahlmeier und zwei weiteren Podestplätzen stellten sie ihre beeindruckende Frühform unter Beweis. "Ich hoffe, dass es im Januar so weitergeht", sagte Schempp.

Der Schwabe konnte da auch die Foto-Finish-Niederlage am Sonntag im Massenstart gegen den Altmeister Ole Einar Björndalen im Kampf um Rang drei verschmerzen. Dass die Erfolge, die in den vergangenen zwei Wochen fast am Fließband kamen, aber längst keine Selbstverständlichkeit sind, zeigte sich auch bei den Damen. Im Massenstart wurde Vanessa Hinz nach zu vielen Schießfehlern als Beste Neunte, direkt gefolgt von Franziska Preuß und Laura Dahlmeier.

Damen-Bundestrainer Gerald Hönig war 74 Tage vor dem WM-Start dennoch zufrieden: "Wir haben ein sehr kompaktes Team und können mit ruhigem Gewissen in die Weihnachtspause gehen." Nach den ersten drei der insgesamt neun Weltcups führen seine Mädels in der Nationenwertung deutlich, die Herren sind Zweite.

Insgesamt haben die Skijäger in den bisher 20 Saisonrennen sechs Siege (Schempp/3, Dahlmeier/2, Hildebrand/1) und 19 Podiumsplätze eingeheimst. Im Gesamtweltcup sind mit Franziska Hildebrand (3), Franziska Preuß (6), Laura Dahlmeier (7) und Maren Hammerschmidt (10) gleich vier Damen in den Top Ten. Schempp ist Dritter - 53 Punkte hinter Martin Fourcade.

"Was die Jungs in den ersten Wochen geleistet haben, ist sensationell", resümierte Bundestrainer Mark Kirchner. Doch nach den kräftezehrenden Weltcupwochen sind die Akkus ziemlich leer. "Ich bin einfach nur froh, dass ich ein paar Tage Ruhe habe", sagte Schempp. Doch ab Mittwoch geht's mit dem Training weiter. "Wir wollen ja auch im neuen Jahr wieder vorne mitlaufen."

Angeführt vom "Schemppinator", der erst 22-jährigen Dahlmeier und Hildebrand, die im Sprint hinter Dahlmeier Dritte wurde, zeigen die Deutschen eine enorme mannschaftliche Geschlossenheit. Warum es so gut läuft? "Das kann ich auch nicht genau sagen. Aber momentan passt einfach alles im Team von A bis Z. Wir sind ein superstarkes Team, jeder kann auf das Podest laufen und das zeigt, dass wir vieles richtig machen", meinte Dahlmeier.

Nur weil Dahlmeier beim Saison-Auftakt in Östersund krank fehlte und Schempp dort mit zwei Nullnummern patzte, laufen die beiden noch nicht im Gelben Trikot der Weltcup-Spitzenreiter. Die große Kristallkugel hat für Schempp, der in der Form seines Lebens ist, einen höheren Stellenwert als die WM. "Die Saison ist aber noch lang. Da werden auch noch andere mitmischen", meinte der 27-Jährige. Er ist überzeugt, die komplette Saison "auf hohem Niveau" absolvieren zu können.

Laura Dahlmeier hat andere Prioritäten: "Mein Fokus liegt auf der WM. Den Gesamtweltcup kann man auch die nächsten Jahre angreifen." Sie will die Saison bewusst einteilen, vielleicht auch mal "ein, zwei Rennen auszulassen. Denn ich glaube ich, ich kann nicht in jedem Rennen der Saison auf allerhöchstem Niveau vorne mit dabei sein." So richtig vorstellbar ist das derzeit kaum. Doch die Vorzeige-Athletin sieht bei sich noch Potenzial, "was die Technik im Wettkampf und die Schießgeschwindigkeit angeht. Physisch ist auch noch was möglich."

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