Souveräner Sieg

Wimbledon: Barthel zieht in die zweite Runde ein

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Mona Barthel steht als erste deutsche Tennisspielerin in der zweiten Runde von Wimbledon.

London - Mona Barthel steht als erste deutsche Tennisspielerin in der zweiten Runde von Wimbledon. Die Weltranglisten-59. aus Neumünster setzte sich nach anfänglichen Problemen gegen die Schweizerin Romina Oprandi letztlich mit 7:5, 6:0 durch.

Der Titelverteidiger hatte die Richtung vorgegeben, der Grand-Slam-Debütant folgte gehorsam. Wenige Stunden nachdem der britische Wimbledon-Champion Andy Murray den Saisonhöhepunkt im Rasen-Mekka offiziell eröffnet hatte, überraschte Qualifikant Tim Pütz sich und große Teile der Tennis-Welt. Bei seinem ersten Match im Hauptfeld eines der vier Majors gewann der Frankfurter gegen Teimuras Gabaschwili aus Russland 2:6, 6:4, 6:2, 6:2.

Pütz, 26 Jahre alt, Platz 251 der Weltrangliste und bisher auf der ATP-Tour noch nie in Erscheinung getreten, sorgte für den ersten deutschen Sieg am ersten Tag der 128. Championships. Ebenfalls weiter sind Benjamin Becker (Orscholz), der in der vergangenen Woche in 's-Hertogenbosch mit dem Finaleinzug überzeugte, und Mona Barthel (Neumünster).

„Vorletzte Woche in Halle stand ich das erste Mal auf Rasen“, sagte Pütz, der nun 53.000 Euro Preisgeld sicher hat - beinahe so viel, wie er in seiner gesamten Karriere verdient hat (60.000). Seit eineinhalb Jahren ist der Student erst Profi und hat seinen Masterabschluss in Volkswirtschaft dafür vorerst auf Eis gelegt. „Anfangs hatte ich Zweifel, ob es mir überhaupt Spaß macht. Heute sage ich: Es war eine super Entscheidung.“

Bereits ausgeschieden sind derweil Fed-Cup-Spielerin Julia Görges (Bad Oldesloe), Wimbledon-Debütantin Anna-Lena Friedsam (Neuwied) und Davis-Cup-Spieler Tobias Kamke (Lübeck). Publikumsliebling Dustin Brown (Winsen/Aller) verlor gegen Marcos Baghdatis (Zypern), den Finalisten der Australian Open 2006, 4:6, 5: 7, 6:2, 6:7 (4:7).

„Ich kann mir nicht viel vorwerfen“, sagte Brown, der im vergangenen Jahr in Wimbledon die dritte Runde erreicht und zuletzt beim Vorbereitungsturnier im westfälischen Halle Branchenführer Rafael Nadal geschlagen hatte. Im vierten Satz vergab der Deutsch-Jamaikaner allerdings eine 5:2-Führung.

Erst am Dienstag greifen die vier gesetzten unter den ursprünglich 15 deutschen Tennisprofis ins Geschehen ein. Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki (Berlin/Nr. 19), die deutsche Nummer eins Angelique Kerber (Kiel/Nr. 9) und French-Open-Halbfinalistin Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 20) sind in ihren Auftaktmatches ebenso favorisiert wie Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 22).

Die Papierform ist das eine, der Heilige Rasen im Londoner Stadtteil SW19 birgt allerdings stets die Gefahr, früh im Turnier auszurutschen. So war Andy Murray froh, die Rückkehr auf den Center Court problemlos gemeistert zu haben. 351 Tage nach seinem historischen Triumph, dem ersten britischen Erfolg in Wimbledon seit 77 Jahren, gewann Murray gegen den Belgier David Goffin 6:1, 6: 4, 7:5.

Auch Boris Beckers Schützling Novak Djokovic gab sich keine Blöße. Der Serbe setzte sich bei Beckers Trainer-Debüt in Wimbledon gegen den Kasachen Andrej Golubew mit 6:0, 6:1, 6:4 durch.

„Ich war richtig nervös vor dem Match“, sagte der 27-jährige Murray, der seit dem emotionalen Sieg im Sommer 2013 kein Turnier auf der ATP-Tour mehr gewonnen hat: „Das frühe Break im ersten Satz hat natürlich geholfen. Ich habe den Ball von Beginn an richtig gut getroffen. Es war überhaupt ein Match auf hohem Niveau.“

Von der Tribüne klatschte Trainerin Amelie Mauresmo Beifall, in der Royal Box atmeten Murrays Großeltern auf. Ihr Enkel ist rechtzeitig zu seinem Heim-Grand-Slam wieder in Form und wandelt weiter in den Spuren des legendären Fred Perry. 78 Jahre ist es nun her, dass in Perry ein Brite seinen Titel im All England Club verteidigt hat.

SID

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