WM in Polen

Volleyballer nähren Medaillenhoffnungen

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Die deutschen Volleyballer um Gyorgy Grozer wollen am Wochenende den Einzug in die dritte Runde perfekt machen.

Kattowitz - Das 3:1 über Bulgarien hat die gute WM-Stimmung im deutschen Team noch einmal verstärkt. „Das war Supervolleyball in allen Bereichen“, sagte Bundestrainer Vital Heynen. Gegen Russland und Verfolger Kanada soll nun am Wochenende der Einzug in die dritte Runde gelingen.

Als sich Deutschlands Volleyballer mit dem zweiten Matchball für eine überragende Leistung belohnt hatten und der Angstgegner keiner mehr war, griff auch Vital Heynen zu Superlativen. Für den Bundestrainer waren die ersten beiden Sätze „die besten, seit ich 2012 die Mannschaft übernommen habe“, sagte er nach dem 3:1 (25:16, 25:15, 23:25, 25:17) am Donnerstag in der WM-Zwischenrunde gegen Bulgarien. „Das war sehr beeindruckend. Das war heute Supervolleyball in allen Bereichen von uns.“ Nehme sein Team dieses Niveau mit in die nächsten Spiele, dann sei bei der Weltmeisterschaft in Polen „alles möglich“, erklärte der Belgier.

In Gruppe F liegt sein Team bei noch zwei ausstehenden Spielen mit zwölf Punkten auf dem dritten Rang hinter Titelverteidiger Brasilien (15) und Olympiasieger Russland (14). Die ersten drei ziehen am Ende in Runde drei ein, der deutsche Vorsprung auf den Vierten Kanada (10) beträgt derzeit zwei Zähler. Angesichts der Leistungen scheint nun sogar ein deutscher Erfolg gegen die Russen am Samstag (20.25 Uhr) zumindest nicht mehr undenkbar, ehe es am Sonntag (20.25 Uhr) zum Showdown um das Weiterkommen gegen Kanada kommen könnte.

„Russland ist neben Brasilien der Top-Favorit. Das sagt alles“, meinte Außenangreifer Sebastian Schwarz. „Aber wir werden natürlich versuchen, beide Spiele zu gewinnen.“

Keine Spur von Nervosität

Schon seit Monaten predigt Heynen, dass er und seine Spieler um Star Georg Grozer in Polen eine Medaille holen wollen. Das mag für manche Ohren etwas verwegen geklungen haben, liegt das bisher letzte deutsche WM-Edelmetall doch 44 Jahre zurück. Doch nach dem Auftritt des Olympia-Fünften gegen Bulgarien lebt die Hoffnung mehr denn je. Obwohl die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) bei den Spielen 2012 und der EM 2013 jeweils im Viertelfinale an dem Weltranglistenachten gescheitert war, ließ sie dieses Mal keine Spur von Nervosität erkennen. Bis auf den dritten Satz, den der EM-Sechste knapp verlor, hatte der Gegner nicht den Hauch einer Chance.

Die „kleine Wunde“, von der Diagonalangreifer Grozer mit Blick auf die beiden Pleiten im letzten und vorletzten Jahr gesprochen hatte, ist jedenfalls geheilt. Der 29-Jährige vom Champions-League-Sieger und Club-Weltmeister Lokomotiv Belgorod aus Russland wird von Spiel zu Spiel besser und war mit 20 Punkten stärkster Offensivspieler im deutschen Team. Doch auch seine Kollegen ließen kaum Schwächen erkennen. „Wir haben einen super Job gemacht“, betonte Schwarz.

Konkurrenz ist beeindruckt

Die Leistung brachte den sechsten Sieg in Serie bei der WM und den zweiten in bisher zwei Zwischenrundenpartien. Im Falle des Weiterkommens würde es für das DVV-Team in der dann folgenden dritten Runde um den Halbfinaleinzug gehen. Die Auftritte haben auch bei der Konkurrenz Eindruck gemacht. Danail Miluschew aus dem bulgarischen Team, dessen Aus nun besiegelt ist, sagte: „Am Ende waren Grozer und der Gegner zu stark. Ich denke, mit dieser Leistung haben die Deutschen gute Medaillenaussichten.“ Ein Edelmetall wäre das erste seit 1970, als die ehemalige DDR Weltmeister wurde - in Bulgarien.

dpa

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