„Haben gute Generation“

WTA-Finals: Kerber und Görges im WM-Modus

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Angelique Kerber fehlt bei den WTA Finals 2016 in Singapur noch maximal ein Satz zum erstmaligen Einzug in das WM-Halbfinale.

Singapur - Angelique Kerber ist nicht die einzige deutsche Tennisspielerin, die in Singapur bei den WTA Finals antritt. Im Doppel hat auch Julia Görges Ambitionen. 

Im Schatten von Angelique Kerber will auch Julia Görges bei der Tennis-WM aufhorchen lassen. Erstmals seit 1996 mit Steffi Graf und Anke Huber gehören damit zwei deutsche Tennis-Damen zum exklusiven Kreis der WTA-Finals - auch wenn Görges nur in der Doppel-Konkurrenz aufschlägt. „Das Besondere ist natürlich die Rolle der Angie Kerber“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Das bedeutet, dass wir eine sehr gute Generation haben, und ich hoffe, dass Tennis wieder populärer wird.“

Deutschlands neuem Tennis-Liebling Kerber fehlt noch maximal ein Satz zum erstmaligen Einzug in das WM-Halbfinale - ihre Fed-Cup-Kollegin Julia Görges strebt für den Sprung unter die Top Vier eine Überraschung an.

Görges: „Gibt einem Selbstvertrauen“

Die zweifache Grand-Slam-Siegerin Kerber könnte je nach Ausgang des ersten Spiels in der Gruppe schon vor ihrem Auftritt gegen Madison Keys aus den USA (13.30 Uhr/ARD) den Halbfinal-Einzug sicher haben. Görges tritt im ersten Match am Donnerstag (7.30 Uhr) mit der Tschechin Karolina Pliskova im Viertelfinale gegen das topgesetzte Duo Caroline Garcia und Kristina Mladenovic an. „Es gibt einem Selbstvertrauen, wenn man im Hinterkopf hat, dass man die Nummer eins im Turnier schon geschlagen hat“, sagte Görges. Zweimal hat das deutsch-tschechische Team die Französinnen 2016 schon besiegt - bei den Australian Open und in Wimbledon.

Bei den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne und London stießen Görges und Pliskova jeweils bis ins Halbfinale vor, in Indian Wells wurden sie erst im Finale gestoppt. Dabei haben sie „wirklich nicht“ mit der Qualifikation für die Top-Acht am Jahresende gerechnet. „Sicherlich macht uns nicht das Doppeltraining stark, da ist nicht so viel vorhanden gewesen in diesem Jahr“, berichtete Görges schmunzelnd. 

Görges über Kerber: „Sie hat einen Weg für sich gefunden“

Eigentlich würde auch Görges, die im März 2012 schon einmal die Nummer 15 der Welt war, gerne mehr Erfolge im Einzel feiern. Die Stuttgart-Siegerin von 2011 nimmt die ein Jahr ältere Kerber als Inspiration und Motivation. Was die zweifache Grand-Slam-Siegerin von ihr unterscheidet? „Die Konstanz, die sie an den Tag legt“, antwortete Görges. Kopieren möchte die Bad Oldesloerin die US-Open- und Australian-Open-Siegerin nicht. „Sie hat einen Weg für sich gefunden. Und da sind wir auch dabei, ob früher, später, gar nicht oder wie auch immer - jeder einzeln versucht, seinen Weg zu finden.“

Kerber will auch in Zukunft ihren Weg konsequent verfolgen und blickt schon erwartungsvoll auf die nächsten Ziele. „Es wird auf jeden Fall ein interessantes Jahr 2017, aber ich bin bereit für die neue Challenge, neue Aufgaben, die auf mich warten werden“, sagte die zweifache Grand-Slam-Siegerin am Mittwoch im „ZDF-Morgenmagazin“. „Mal gucken, was da nächstes Jahr draus wird.“

„Beeindruckt, wie stark sie mental ist“

Kurioserweise könnte sich beim Match gegen die 21-jährige Keys das Szenario aus dem Vorjahr wiederholen, als Kerber in der Gruppe scheiterte, obwohl ihr nur ein Satzgewinn fehlte. Nur wenn die Rumänin Simona Halep vor ihr in zwei Sätzen gegen Dominika Cibulkova aus der Slowakei gewinnt, darf Kerber anschließend nicht glatt in zwei Sätzen gegen Keys verlieren. „Sie hat sich so gut entwickelt und spielt wirklich konstantes Tennis“, lobte die frühere Nummer eins Monica Seles. „Ich war so beeindruckt, wie stark sie mental ist.“

Wimbledon-Finalistin Kerber erinnert sich genau an ihren Frust aus dem Oktober 2015. Die bittere Niederlage gegen die Tschechin Lucie Safarova bezeichnet die Norddeutsche als Wendepunkt, mit dem ihr bemerkenswerter Aufstieg anfing. „Ich glaube, ich bin zwölf Monate später eine ganz andere Spielerin, eine ganz andere Person, und der Druck ist nicht mehr so das Hindernis“, so Kerber. Gewinnt die Olympia-Zweite auch die dritte Partie beim Saisonabschluss der acht besten Tennis-Damen, bestehen ohnehin keine Zweifel an ihrem Gruppensieg - und dann ist auch der Titel möglich. Die letzte deutsche Siegerin hieß 1996 Steffi Graf.

dpa

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