Olympia 2014

Eiskunstlauf: Bronze für Savchenko und Szolkowy

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Aljona Savchenko und Robin Szolkowy holen Bronze für Deutschland im Eiskunstlauf!

Sotschi - Nur Bronze am Ende einer goldenen Karriere: Auch im dritten Anlauf ist Aljona Savchenko und Robin Szolkowy der ersehnte Olympiasieg nicht gelungen.

Mit 215,78 Punkten reichte es für die viermaligen Weltmeister bei der Paarlauf-Entscheidung von Sotschi am Ende nur zum dritten Platz. Vor vier Jahren in Vancouver hatten die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer ebenfalls die Bronzemedaille gewonnen.

Förmlich getragen von 12.000 jubelnden Fans im Iceberg Skating Palace von Sotschi feierte Russland einen Doppelsieg: Die aktuellen Weltmeister Tatjana Wolososchar holten die Goldmedaillen (236,86). Ihre Landsleute Ksenia Stolbowa und Fedor Klimow (218,68) wurden Zweite.

Die ohnehin nur noch leisen Hoffnungen der deutschen Fans zerstoben bereits nach knapp einer Minute, als Szolkowy beim dreifachen Toe-Loop stürzte. Zwar gefiel den russischen Zuschauern die Nussknacker-Suite sichtlich, doch eine Siegchance hatten die beiden Chemnitzer nach diesem Patzer nicht mehr.

Vergeblich schwangen die deutschen Teamkollegen die mittlerweile wohlbekannte Allgäuer Kuhglocke. Kurz bevor der letzte Ton des Tschaikowsky-Klassikers verklungen war, versuchten sich die achtmaligen Weltmeister noch am dreifachen Wurf-Axel, bei dem Savchenko stürzte.

Die deutschen Medaillengewinner in Sotschi

Die deutschen Medaillengewinner in Sotschi

Zuvor hatten die schon nach dem Kurzprogramm führenden Moskauer dem ungeheuren Erwartungsdruck ihrer Landsleute standgehalten. Zu „Jesus Christ Superstar“ lieferten die Europameister ein nahezu fehlerfreies Programm ab. Nur beim dreifachen Wurf-Salchow kam Wolososchar leicht ins Straucheln.

Beide brachen am Ende der vom Jubel umtosten Kür in Tränen aus und schlugen die Hände vors Gesicht. Das Publikum erhob sich, darunter auch die russischen Paarlauf-Legenden Ludmilla und Oleg Protopopow auf der Ehrentribüne.

Keinen guten Tag erwischten Maylin und Daniel Wende. Nach einer mit vielen Patzern durchsetzten Kür hielten die deutschen Vize-Meister nicht einmal den ohnehin schon unbefriedigenden zwölften Platz nach dem Kurzprogramm und fanden sich am Ende mit 166,25 Zählern auf Rang 13 wieder.

Beim doppelten Toe-Loop fand die 25-Jährige nicht den richtigen Absprung, den dreifachen Wurf-Flip landete sie auf zwei Füßen. Ihr Ehemann stürzte beim Doppel-Axel und war anschließend ziemlich enttäuscht.

"Zu viele Fehler gemacht"

„Wir haben zu viele Fehler gemacht, die auch hart bestraft wurden. Wenn man die gesamte Saison betrachtet, haben wir uns aber sicherlich verbessert“, sagte der Zeitsoldat. Das frisch verheiratete Paar will seine Karriere auch in der nach-olympischen Saison fortsetzen.

Auf das Fehlen von Heimtrainer Karel Fajfr wollten die beiden Oberstdorf ihre durchwachsene Vorstellung aber nicht schieben. Dem Tschechen war wegen einer 19 Jahre zurückliegenden Verurteilung wegen sexueller Belästigung die Olympia-Akkreditierung verweigert worden.

Um den vor dem heimischen Fernseher sitzenden Fajfr zu grüßen, hielten sie aber ein Kissen mit einem Fajfr-Porträt in die Kameras. Darauf stand: „Coach, we miss you here.“

Die olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe werden am Donnerstag (16.00 Uhr/19.00 Uhr MEZ/OZ) mit dem Kurzprogramm der Herren fortgesetzt. Einziger deutscher Starter ist der EM-Sechste Peter Liebers aus Berlin.

Von Andreas Frank 

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