"The German Gretzky" startet durch

Besser als Crosby: Draisaitl nimmt NHL im Sturm

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Leon Draisaitl (Nr. 29) attackiert Carl Hagelin von den Anaheim Ducks.

Anaheim - Jungstar Leon Draisaitl ist beim zweiten Versuch in der NHL angekommen. Zehn Scorerpunkte in nur sechs Spielen mit den Edmonton Oilers hat der 20-Jährige schon gesammelt.

Nach seiner erneuten Galavorstellung gab Leon Draisaitl alle Komplimente an seine Stürmerkollegen weiter. „Ich gebe ihnen den Puck und lasse sie ihren Zauber entfalten“, sagte der Eishockey-Nationalspieler nach dem 4:3-Sieg nach Verlängerung der Edmonton Oilers bei den Anaheim Ducks bescheiden.

Dabei steht der 20-Jährige bei seinem zweiten Versuch in der NHL selbst am meisten im Blickpunkt: Zehn Scorerpunkte hat der gebürtige Kölner in nur sechs Spielen gesammelt - damit stellt Draisaitl derzeit alle Stars der besten Eishockey-Liga der Welt in den Schatten. Auf 1,67 Punkte pro Spiel kommen selbst die erfolgreichsten Scorer der noch jungen Saison, Patrick Kane (Chicago) und Tyler Seguin (Dallas/beide 23 Punkte), nicht.

Auch Superstar Sidney Crosby (Pittsburgh) hinkt momentan hinter dem deutschen Jungstar her. Für den zweimaligen Olympiasieger stehen lediglich neun Punkte in 15 Spielen zu Buche. Draisaitl, zu Saisonbeginn noch in die AHL abgeschoben, nimmt die NHL im zweiten Anlauf im Sturm.

In Anaheim war der Nationalspieler an den ersten drei Toren der Oilers beteiligt. Erst setzte er den Puck mit einem Direktschuss zum 1:1 ins Netz (25.) - sein vierter Saisontreffer. Dann bereitete er jeweils an der Bande hinter dem Gehäuse die Ausgleichstore von Oscar Klefbom (46.) und Ryan Nugent-Hopkins (49.). Auch beim Siegtreffer von Teddy Purcell nach 76 Sekunden in der Verlängerung stand er auf dem Eis.

„Wir haben gutes Eishockey gegen ein starkes Team gezeigt. Das beweist, dass wir jeden schlagen können“, sagte Draisaitl. Seit der junge Stürmer vom AHL-Klub Bakersfield Condors hochgeholt wurde, hat Edmonton drei von sechs Spielen gewonnen. Ein Play-off-Platz ist allerdings noch sechs Punkte entfernt.

Draisaitl, der in seiner Rookie-Saison im vergangenen Jahr nur auf neun Scorerpunkte in 37 Spielen kam und in die Juniorenliga zurückgeschickt wurde, scheint nun in der NHL angekommen. Mit Nugent-Hopkins (14 Punkte) und Taylor Hall (17) bildet er die aktuell gefährlichste NHL-Sturmreihe. Seine Kollegen, beide als Nummer eins gedraftet, lobt er in den höchsten Tönen: „Sie sind großartige Schlittschuhläufer und sehr schnell. Wir ergänzen einander sehr gut.“

Draisaitl war 2014 vom früheren Klub der Eishockey-Legende Wayne Gretzky als insgesamt dritter Nachwuchsspieler seines Jahrgangs gezogen worden. Den hohen Erwartungen wurde „The German Gretzky“, wie er während seiner Juniorenzeit in Kanada bereits genannt wurde, im ersten Jahr noch nicht gerecht. Jetzt zeigt er, dass er den Mund nicht zu voll nahm, als er vor seinem ersten NHL-Spiel sagte: „Wer würde nicht gerne das Gesicht eines Landes in einer Sportart sein?“

SID

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