tz-Interview mit Sport1-Experte

Viertelfinale gegen Russland: Das sind die Chancen für das DEB-Team

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Das deutsche Team steht bei der WM in Russland vor einer Mammutaufgabe.

München - Das deutsche Eishockey-Team musste am Mittwoch mit dem Bus nach Moskau fahren. Dort findet am Donnerstag das WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Russland statt. So stehen die Chancen.

Am Mittwoch war für die DEB-Cracks Reisetag angesagt. Vom bisherigen WM-Spielort St. Petersburg ging’s per vierstündiger Bahnfahrt nach Moskau. Dort erwarten sie am Donnerstag im Viertelfinale die haushoch favorisierten russischen Gastgeber. Und die scheinen die Deutschen nicht sonderlich ernst zu nehmen. „Ich habe nicht gesehen, wie sie spielen“, sagte Russlands Stürmer-Altstar Pawel Dazjuk (ein Tor, sieben Vorlagen im Turnier). Bange machen gilt nicht – so lautet die Devise im deutschen Team, auch wenn man auf Stürmer Felix Schütz (Knieverletzung) verzichten muss. „Gegen Russland in Russland zu spielen“, sagte Kapitän Marcel Goc, „etwas Schöneres kann es für einen Eishockeyspieler nicht geben.“

Sport1-Kommentator Basti Schwele.

Auch Stürmer Patrick Reimer fiebert dem Showdown gegen den Rekordweltmeister im stimmungsvollen Moskauer Eispalast (12 100 Plätze) entgegen: „Man muss nicht nur gegen das russische Team bestehen, sondern gegen eine ganze Nation.“ 140 Millionen Russen – allen voran Wladimir Putin – erwarten nichts anderes als einen klaren Sieg ihrer Sbornaja gegen Deutschland und auch den WM-Titel. Die tz sprach mit Basti Schwele, der das Spiel heute (19.15 Uhr) mit Experte Rick Goldmann live für Sport1 aus Moskau kommentiert.

Wie fällt aus deutscher Sicht das erste Fazit aus?

Schwele: Die deutsche Mannschaft ist gekommen, um zu bleiben. Sie hat sich nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich enorm gesteigert. Die Jungs spielen offensiv und hart, haben aber trotzdem eine sichere Defensive. Dazu nutzt das Team seine Chancen und kann sich auf seine ausgezeichneten Torhüter mit Thomas Greiss als Nummer eins verlassen. Drei Siege in Folge bei einem qualitativ so gut besetzten Turnier sprechen für sich.

Auf was kommt es gegen Russland jetzt an?

Schwele: Russland ist natürlich zu Hause klarer Favorit. Aber wir haben eine Position ausgemacht, auf der wir besser besetzt sein könnten – und das ist die des Torhüters. Das könnte ein kleiner Vorteil sein. Gegen die offensivstarken Russen wird in jedem Fall viel von der deutschen Defensive und von Greiss abhängen.

Für Marco Sturm ist es das Premierenturnier als Coach – was für ein Trainertyp ist er?

Schwele: Marco kann Kumpel sein, schließlich hat er mit vielen Spielern noch zusammen gespielt, aber er ist auch der Coach und damit der Boss. Er hat ein gut funktionierendes Trainer- und Betreuerteam aufgebaut, auf das er sich komplett verlassen kann – das gilt aber auch umgekehrt. Er bringt guten und neuen Input in die Mannschaft und gibt zudem viel positives Feedback an die Jungs weiter. Das kommt gut an.

Wie haben sich die Münchner Meister Kahun, Seidenberg und Boyle geschlagen?

Schwele: Alle drei spielen bisher ein starkes WM-Turnier: Yannic Seidenberg spielt und rackert in der „Bud-Spencer-Reihe“ mit Markus Kink und Marcel Goc. Die gehen dem Gegner unter die Haut. Dominik Kahun überzeugt durch sein gewitztes Spiel. Er spielt eben etwas anders als viele: Er ist schnell, technisch stark und hat immer wieder seine Überraschungsmomente. Daryl Boyle überzeugt durch harte Arbeit, aber auch durch seinen schnellen und guten ersten Aufbaupass.

Welche Spieler haben sich besonders hervorgetan und mit Blick auf die Heim-WM 2017 als Stützen empfohlen?

Schwele: Spieler aus diesem starken Kollektiv herauszuheben, wäre unfair. Das Team spielt und präsentiert sich nach innen wie auch nach außen als Einheit. Nur so kann eine Mannschaft Erfolg haben.

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