Ski-Ass fällt für Saisonstart aus

tz-Interview mit verletzter Rebensburg: "Ein heftiger Abflug"

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Vorerst mit Krücken unterwegs: Viktoria Rebensburg postet dieses Bild mit Physio Max Merkel.

München -  Nach ihrem Sturz am Wochenende fällt Viktoria Rebensburg länger aus. Im tz-Interview spricht sie über das Unglück und die kommenden Wochen.

Ihren Geburtstag an diesem Dienstag verbringt Viktoria Rebensburg unter anderem mit Reha. Die 27-Jährige stürzte am Samstag beim Riesenslalomtraining im Pitztal schwer und verpasst wegen eines Schienbeinkopfbruchs am rechten Knie den Saisonauftakt in Sölden (22. Oktober). Im tz-Interview erklärt die Kreutherin, warum sie dennoch Glück hatte und wann sie auf die Piste zurückkehren wird.

Frau Rebensburg, eine Operation ist nicht nötig, aber auf dem Geburtsagswunschzettel stand der Sturz wohl nicht?

Rebensburg: Nein, sicher nicht. Aber das Leben hält eben immer ein paar Überraschungen bereit. Der Zeitpunkt ist unglücklich, aber vom letzten Samstag bis zum ersten Rennen in den USA sind acht Wochen Zeit. Wenn alles klappt, verpasse ich nur ein Rennen und nicht die Saison.

Wie beispielsweise Ihre Kollegin Anna Veith vor einem Jahr.

Rebensburg: Ihre Verletzung war viel schlimmer, in ihrem Knie war fast alles zerstört, sie stand vor einem ungewissen Weg zurück. Bei mir dürfte es in sechs Wochen wieder passen. Den Weg vom Tegernsee an den Schliersee zu meinem Physiotherapeuten Max Merkel kenne ich sowieso im Schlaf, die nächste Zeit werde ich ihn oft fahren.

Sie sind an einem Tor hängen geblieben, der Sturz war nicht schlimm, oder?

Rebensburg im Rennanzug.

Rebensburg: Doch, es war ein relativ heftiger Abflug. Der Untergrund war eisig, die Kanten scharf, dann habe ich eine Spur erwischt und mit dem linken Ski eingefädelt. Das rechte Bein hat den Druck abbekommen, und es hat ein knackendes Geräusch gegeben, das ich zuerst nicht einordnen konnte. Ich habe vermutet, dass es etwas mit den Knochen zu tun hat, aber im ersten Augenblick gehen die Gedanken in alle Richtungen, deswegen waren wir nach der ersten Diagnose alle erleichtert. Es hätte viel schlimmer kommen können.

Was können Sie in den nächsten sechs Wochen machen?

Rebensburg: Vor allem Oberkörper- und Rumpftraining, das Bein soll ich zwei Wochen nicht belasten. Danach versuche ich die Muskeln, durch vorsichtige An- und Entspannung, anzusteuern, damit sie nicht gänzlich abbauen.

Müssen Sie Ihre Saisonziele korrigieren?

Rebensburg: Man weiß nie genau, wie sich eine Verletzung auswirkt, aber ich hoffe es nicht. Zum Glück habe ich keine Materialprobleme, da weiß ich, dass alles passt. Wenn ich wieder Vertrauen in meinem Körper habe, brauche ich nicht allzu viele Trainingstage. Und speziell Riesenslalomfahren liegt mir sowieso im Blut.

Interview: Mathias Müller

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