Eishockey Deutschland-Cup

Eishockey, das von Herzen kommt

+
Am liebsten jubelt er gegen Wolfsburg: Maximilian Kastner (l.) siegte am Sonntag mit München erst wieder 4:2 gegen die Grizzlys.

München/Augsburg – Aus Münchens viertem Sturm ins Nationalteam: Maximilian Kastner debütiert beim Deutschland-Cup. Der SC Riessersee war seine Schule.

Michael Wolf hat selbst irgendwann mal den Überblick verloren, wie oft er beim Deutschland-Cup mitgemacht hat: „Neun oder zehn Mal“, so seine Ungefährangabe. Jedenfalls: Er ist Deutschland-Cup-Rekordspieler, aber er baut seine Bilanz seit einem Jahr nicht mehr aus. Der Kapitän des EHC München hat sich aus der Nationalmannschaft verabschiedet. Mit der Koketterie des Mittdreißigers nennt er sich einen „alten Sack“, freut sich auf ein freies November-Wochenende, wenn vom Freitag bis Sonntag Deutschland traditionell gegen Slowakei, Schweiz und diesmal Kanada antritt, und meint: „Jetzt müssen auch mal die Jüngeren ran.“

In München ist Wolf umgeben von Leuten im Nationalmannschaftsalter, der EHC ist ein wichtiger Zulieferer für Bundestrainer Marco Sturm. Daryl Boyle, Brooks Macek, Yannik Seidenberg und Dominik Kahun zählen zum Kern des deutschen Auswahlteams, sie waren bei der WM in St. Petersburg und der Olympia-Qualifikation in Riga dabei; daher bekommen sie jetzt mal eine Pause (wobei Verteidiger Boyle auch verletzt ist). Schon länger zum Kreis zählen Frank Mauer, derzeit ebenfalls im Krankenstand, und Torhüter Danny Aus den Birken, der diesmal jedoch nicht berufen wurde. Jerome Flaake ist als Nationalspieler aus Hamburg gekommen, und nun werden neben ihm zwei weitere Köpfe den EHC erstmals international vertreten: Konny Abeltshauser und Maximilian Kastner, Paradebayern beide, Abeltshauser stammt aus der Tölzer Schule und spielte einige Jahre in Nordamerika, Kastner hat die Karriere in den deutschen Ligen gemacht: Oberliga und DEL2 bei seinem Heimatklub SC Riessersee, seit gut einem Jahr spielt er fest in München, DEL. „Mit der Nationalmannschaft geht für mich ein Traum in Erfüllung – und jetzt will ich versuchen, ihn noch länger zu leben.“

Kastner, 23, ist kein Glamourspieler, im erlesenen Kader des EHC München hat er sich in den vierten Sturm einfügen müssen. Eine Umstellung: „Denn als junger Spieler in Riessersee konnte ich mit Toren und Punkten glänzen.“ In der DEL habe er anders auf sich aufmerksam machen müssen – was ihm aber nicht schwergefallen sei. Er spielt so, wie es Garmisch-Partenkirchner Mentalität entspricht: „Eishockey, das von Herzen kommt. Und übers Kämpferische.“ Maximilian Kastner ist 2015/16, in seiner ersten richtigen DEL-Saison, durch zwei schwere Verletzungen gegangen. In den Playoffs hat er seine Rolle gespielt und dann auch noch ein Tor geschossen. Im vierten Finalspiel in Wolfsburg, das den Münchnern die Deutsche Meisterschaft einbrachte, machte er das 3:3. Der EHC gewann die Partie 5:3 und die Serie 4:0.

Maximilian Kastner wird am Freitag in Augsburg (19.30 Uhr) gegen die Slowakei zum Nationalspieler, er wird neben Jerome Flaake und dem Nürnberger Yasin Ehliz stürmen. Er hofft, dass er das erste Deutschland-Trikot, das er tragen wird, im Anschluss verschenken darf. Seine Eltern („Meine Mama ist wahrscheinlich noch nervöser als ich“) kommen aus Garmisch-Partenkirchen angereist, sie sollen das Trikot bekommen. So wünscht Kastner es sich.

auch interessant

Meistgelesen

So sehen Sie den Biathlon-Weltcup in Pokljuka am Wochenende live im Free-TV und Live-Stream
So sehen Sie den Biathlon-Weltcup in Pokljuka am Wochenende live im Free-TV und Live-Stream
So verlief der Biathlon-Weltcup in Östersund
So verlief der Biathlon-Weltcup in Östersund
Mittermüller: „Die Sehne eines Toten rettete mich”
Mittermüller: „Die Sehne eines Toten rettete mich”
Skilanglauf: Deutsche Langläufer beim Sprint-Weltcup chancenlos
Skilanglauf: Deutsche Langläufer beim Sprint-Weltcup chancenlos

Kommentare