Rebensburg Super-G-Dritte

Nachdenkliche Vonn bricht weiter Rekorde

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Lindsey Vonn.

Cortina d'Ampezzo - Lindsey Vonn ist nicht zu stoppen, in Cortina feierte sie einen Doppelsieg. Für Viktoria Rebensburg gab es auf der Tofana Grund zur Freude.

Mit zwei Siegen hat Lindsey Vonn ihre Gegnerinnen mal wieder ein Wochenende lang zu Statistinnen degradiert - für Viktoria Rebensburg fühlte sich ein dritter Platz beim Super-G von Cortina aber ebenso wie ein Erfolg an. Mit dem ersten Speed-Podium der Saison untermauerte die Oberbayerin am Sonntag ihre starke Form und lässt für die nächsten Rennen - etwa Anfang Februar in Garmisch - hoffen. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Rebensburg. „Es hat für das Podium gereicht. Ich bin happy, es ins Ziel gebracht zu haben.“

Bei einem Fehler im Mittelteil schenkte die 26-Jährige eine noch bessere Zeit her, „der war ein bisschen blöd“, sagte sie. Aber im Vergleich zum Super-G jüngst in Zauchensee, als sie mit einem Patzer den möglichen Sieg verspielte, hielt sich der Schaden im Rahmen.

Das Maß der Dinge im Damen-Weltcup aber bleibt Vonn, die in Abfahrt und Super-G ihre Weltcup-Siege 74 und 75 feierte und nur elf Erfolge von der einst als unerreichbar geltenden Bestmarke Ingemar Stenmarks (86) entfernt ist. „Es ist unglaublich“, meinte die Amerikanerin, die sich bei traumhaften Bedingungen die Weltcup-Gesamtführung von der Schweizerin Lara Gut zurückholte. Zweite wurde Tina Weirather aus Liechtenstein.

Aktuell acht Saisonsiege

Für Vonn läuft es derzeit auf der Piste so gut wie selten zuvor: Am Samstag krönte sie sich zur alleinigen Abfahrts-Rekordsiegerin (37) vor Annemarie Moser-Pröll (36), am Sonntag schnappte sie sich durch den elften Erfolg den Cortina-Rekord von Renate Götschl (10). Sie steht bei aktuell acht Saisonsiegen. Längst wird die 31-Jährige nur noch an Stenmark gemessen, dessen Rekord für die unaufhaltsame Speed-Spezialisten wohl schon im nächsten Winter möglich ist.

Aber die ständigen Vergleiche mit dem Schweden nerven Vonn. „Das ist mehr im Kopf, als ich möchte“, sagte sie am Samstag und meinte, durch das Thema vor der Abfahrt „ein bisschen nervös“ gewesen zu sein. „Hört auf über Ingemar zu reden! Ich kann nicht anfangen zu rechnen, denn wenn ich das im Kopf habe, wird es viel schwerer als es soll.“

Überhaupt gab sie am Tag ihrer Abfahrts-Bestmarke auf beeindruckende Weise Einblick in ihr Gefühlsleben, das mit der strahlenden Siegerin auf den Podesten rund um den Globus oft nicht viel zu tun hat. „Ich bin sehr einsam, um ehrlich zu sein“, berichtete Vonn, die seit Jahren täglich Anti-Depressiva nehmen muss.

Nach ihren Triumphfahrten von Cortina freute sich der US-Star auf Lucy, ihren neuen Hundewelpen, der mit ihr durch Europa tourt. Das Haustier hatte sie sich zugelegt, um nicht allein ins Hotelzimmer zu kommen, wie sie erklärte. „Sie ist froh, mich zu sehen, egal ob ich gewonnen habe oder nicht. Und das brauche ich“, erzählte Vonn.

dpa

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