Deutschlands größter Radio-Award

"1Live Krone": Nur die Party zählt

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Begehrt: die "1Live Krone".

Bochum - Casper, Fettes Brot und die Toten Hosen: Schon vor der Gala zur „1Live Krone“ sprechen die beliebtesten Popmusiker Deutschlands nur über die Party danach. Da wird die Auszeichnung fast zur Nebensache.

Auf der Bühne fehlten ihm noch die Worte, nach der Verleihung aber fiel die Anspannung schnell ab: Rapper Casper konnte beim Radiopreis „1Live Krone“ gleich zwei Preise einheimsen - für den besten Künstler und das beste Album des Jahres. Doch wohin mit den zwei runden Kugeln? Beim Fototermin mit Doppelkrone hielt Casper sie gekonnt vor seine Brust - und wollte anschließend schnell zur Feier. Schließlich waren das schon „Krone“ drei und vier für den Sänger aus Bielefeld nach Siegen in den vergangenen Jahren. „Man ist immer wieder aufgeregt - unfassbar“, viel mehr brachte er auf der Bühne der Bochumer Jahrhunderthalle nicht über die Lippen.

Doch ob mit Preis in der Hand oder ohne - schon vor der Verleihung sprachen alle über die Party danach: Zum Jahresabschluss möchte die deutsche Popszene ihre Jahreshighlights feiern. „Mehr als vier Liter soll man jeden Tag trinken. Mindestens zwei davon mit Alkohol“, kündigte die Band Fettes Brot an. Mit Konfetti warfen sie auf dem roten Teppich, der bei der „Krone“ ganz in 1Live-Farbe pink gefärbt ist. Fettes Brot war als beste Band nominiert, ging aber leer aus. Den Titel sicherte sich die Musiker-Combo Seeed.

Wahre Experten, was die Verleihung der Glitzer-Kugel und die Party danach angeht, sind die Toten Hosen. Mit Deutschlands größten Radio-Award wurden sie bereits zum sechsten Mal ausgezeichnet - Rekord. In diesem Jahr wurde ihre Leistung als Live-Band gewürdigt. Auch die Toten Hosen wissen: „Am besten ist die Fete danach. Zugegeben: Mit Krone vielleicht besser als ohne“, sagte Sänger Campino.

Auf der Bühne rockte vor allem Jan Delay. Demnächst veröffentlicht er ein neues Album und gab schon einmal einen Vorgeschmack auf den krachenden Sound. Mit der diesjährigen „Krone“-Band, den Sportfreunden Stiller, sang er ein Rock-Medley. Das sorgte für einen gelungenen Start in die Gala.

"1Live Krone": Deutsche Popszene feiert sich selbst

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Charmant führte 1Live-Moderatorin Jeannine Michaelsen mit ihrem Kollegen Simon Beeck durch den Abend. Allzu ernst nahmen sie sich nicht und parodierten zu Beginn erotische Musikvideos aus dem vergangenen Jahr. Michaelsen täuschte an, ihrem Moderatorenpartner eine „Krone“ zuzuwerfen - doch die runde Trophäe war allein für die Musiker bestimmt. Unter ihnen waren in diesem Jahr auch wieder Nachwuchskünstler.

Die „Krone“ für die beste Single ging beispielsweise an das Musikerduo Milky Chance mit „Stolen Dance“. Die beiden Nachwuchskünstler haben gerade erst ihr Abitur gemacht und stürmen nun die Charts. Bei der 1Live-Party kennen sie sich also noch nicht aus, und an Bühnenerfahrung fehlt es den beiden Jungs auch noch ein wenig. Mehr als „krass“ und „Dankeschön“ brachten sie nicht heraus.

Den Sonderpreis erhielt Altmeister Wolfgang Niedecken. WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte in seiner Laudatio das „engagierte künstlerische Schaffen“ des Kölsch-Rockers. Niedecken selbst bedankte sich mit den Worten: „Ich hab nie mit diesem Preis gerechnet.“ Es sei schon irre, wenn man mit 62 vom Jugendradio ausgezeichnet werde. Doch wenn 1Live nach Bochum ruft, kommen sie alle: Ob gestandene Musikgrößen oder Bands, noch grün hinter den Ohren. Erst recht wegen der Party danach.

dpa

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