Herzschmerz-Ballade "Hello"

Adele: Neues Album - So klingt die erste Single

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Adele sagt "Hello".

München - Mit Spannung erwarteten die Fans nach zwei Jahren Pause das neue Album von Adele. Die erste Single beweist: Das Warten hat sich gelohnt. Die Herzschmerz-Ballade "Hello" trägt den Stempel "Welthit".

Update vom 19. November: Am Freitag wird das neue Album der Sängerin Adele veröffentlicht. Lesen Sie hier eine Kritik zu Adeles Album "25".

Kein Album des 21. Jahrhunderts verkaufte sich in Großbritannien besser, auf der Rangliste der meistverkauften Alben aller Zeiten steht es dort auf Platz vier. Über 30 Millionen Mal ging "21" von Adele weltweit über den Ladentisch, stand wochenlang in den Hitparaden von mehr als 30 Ländern auf Platz 1. Das Album wurde mit Preisen (unter anderem sechs Grammys!) überhäuft. Mit Liedern wie "Rolling in the Deep", "Rumour has it" und vor allem der emotionsgeladenen Ballade "Someone like you" sang sich die britische Sängerin mit der Powerstimme in den Pop-Olymp. 

Dann wurde es still um die heute 25-Jährige. 2012 sang sie den Titelsong des James-Bond-Films "Skyfall", der ebenfalls ein Riesenerfolg wurde. Von diesem kleinen (oscarprämierten) Intermezzo abgesehen, mussten die Fans sich ganze vier Jahre gedulden. Am Donnerstag schließlich kündigte Adele ihr neues Album an. Das Leben sei dazwischengekommen, schrieb der Weltstar in einem rührenden Facebook-Post, wobei Adele mit typisch britischem Understatement sicher auch auf die Geburt ihres mittlerweile zweijährigen Sohnes anspielte.

Und jetzt geht alles Schlag auf Schlag: Nur einen Tag später präsentiert sie mit "Hello" auf ihrem Facebook-Profil die erste Single aus "25" - und die epische Herzschmerz-Ballade erfüllt alle noch so hoch gesteckten Erwartungen.

Adele bleibt die Königin des Herzschmerz

Mit sparsamen Klavierakkorden fängt das Stück an, schon mit dem ersten Satz (passend zum Mini-Comeback lautet er "Hello, it's me") hat Adele den Hörer gefangen genommen. Es geht, wie auch schon die meisten Lieder auf "21", um das Ende einer Beziehung. "Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden, aber viel geheilt ist bei mir nichts", singt sie mit dieser unverwechselbaren Stimme, die so wunderbar tiefe Verletztheit und Melancholie transportieren kann, und träumt von der gemeinsamen Vergangenheit, die jetzt "eine Millionen Meilen weit entfernt" ist.

Doch der Versuch, die Funkstille zum Ex zu überwinden, scheitert. Mit viel Streicherbombast bricht der Refrain herein: "Es tut mir leid, dass ich dein Herz gebrochen habe, aber das ist jetzt auch egal, denn offensichtlich zerreißt es dich nicht mehr", singt sie kraftvoll-trotzig die Melodie, die so genial einfach und einfach genial geschrieben ist, dass alle Liebeskummergeplagten sie nach nur einem Mal Hören problemlos mitschluchzen können. 

Pathos? Ja! Rührselig? Nein!

Die Parallelen zu "Someone like you" und der anderen Hits aus "21" sind unverkennbar, von einem bloßen Abklatsch kann bei "Hello" dennoch keine Rede sein. Adele ist ihrem Stil treu geblieben. Sicherlich trägt sie ziemlich dick auf, trotz allem Pathos driftet sie aber nie in Rührseligkeit ab. Sowas hinzukriegen ist große Kunst, die nur die ganz Großen beherrschen - und die Britin ist definitiv eine von ihnen. 

Im atmosphärischen Schwarz-Weiß-Video reißt Adele die Vorhänge eines verlassenen Hauses im Wald herunter, das Herbstlaub fällt, Tränen fließen am Telefon, der Fernseher zeigt Flashbacks zur beendeten Romanze - normalerweise würde man über solche Klischees die Nase rümpfen, hier aber passen sie einfach perfekt zum Song. 

Auf "21" ging es um Trennung, Wiedergutmachung sei das Thema von "25", hatte die Sängerin geschrieben. "Hello" ist das perfekte Bindeglied zwischen den beiden Scheiben. 

Hallo, Adele! Schön, dass du wieder da bist.

Haakon Nogge

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