Tränen und Applaus

American Music Awards ehren Paris-Opfer - und One Direction

One Direction, Amercian Music Awards
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Die Jungs von One Direction. bei der Verleihung der Amercian Music Awards.

Los Angeles - Normalerweise präsentieren sich die American Music Awards als Riesenparty. Aber nach dem Terror von Paris kehren selbst hier ernste Töne ein. Trotzdem: Feiern dürfen die Stars - etwa One Direction.

Eiffelturm, Louvre, Straßen in Paris und immer wieder Bilder von trauernden Menschen, Kerzen und Friedenszeichen flackern über die Bildschirme, als Sängerin Celine Dion die Bühne der American Music Awards betritt. In einem schwarzen schulterfreien Kleid, am Saum mit Blumen bestickt, singt die 47-jährige Kanadiern mit ihrer kraftvollen Stimme „Hymne à L'Amour“, Edith Piafs Hommage an Liebe und Verlust. Viele Stars im Publikum der Gala in Los Angeles haben bei dem Auftritt am Sonntagabend (Ortszeit) Tränen in den Augen. Sie stehen anschließend auf und applaudieren lange.

Die American Music Awards präsentieren sich normalerweise als gut gelaunte Riesenparty, aber die Wucht der Terroranschläge von Paris mit mindestens 130 Toten vor rund zehn Tagen lässt auch hier ernste Töne einkehren. Er habe selbst in diesem Jahr schon mit seiner Band 30 Seconds to Mars im „Bataclan“ gespielt, jenem Club, der nun zum Schauplatz des Terrors wurde, erzählt Schauspieler Jared Leto (43), ganz in Schwarz gekleidet auf der Bühne. Auch Kollegen und Freunde von ihm seien während des Anschlags in dem Club gewesen, einer habe es nicht geschafft.

„Was für einen Unterschied ein Tag ausmacht. Die Anschläge haben die Welt für immer verändert. Sieben Milliarden Menschen werden für immer eine Narbe von dieser sinnlosen Tragödie mit sich tragen.“ Die Show solle eine Ehrung für die Opfer sein, sagt Leto - und schließt mit einer versöhnlichen Note: „Frieden ist möglich.“

Denn so ganz wollen sich die Stars die Stimmung bei den 43. American Music Preisvergabe dann doch nicht verderben lassen. Auch als Zeichen gegen den Terrorismus: Die Show muss schließlich weitergehen. „Es passiert so viel Negatives da draußen, da liegt es an uns, positiv zu sein“, sagt der DJ Skrillex (27) kurz darauf - und viele folgen seinem Rat.

Wie die Sängerin Ariana Grande (22), die vor Freude über ihre Auszeichnung als beliebteste Pop/Rock-Künstlerin über das ganze Gesicht strahlt - genau wie ihre Oma, die sie zur Gala mitgebracht hat. Oder die US-Künstlerin Meghan Trainor (21) und Sänger Charlie Puth (23), die sich während eines gemeinsamen Songs auf der Bühne leidenschaftlich küssen.

Die vier Jungs von der englisch-irischen Band One Direction haben bei den American Music Awards, bei denen die Fans im Internet über die Gewinner abstimmen, inzwischen sowieso ein Dauerstrahlen im Gesicht: Zum zweiten Mal in Folge gewinnen sie in der Königskategorie „Künstler des Jahres“. Außerdem werden sie zum dritten Mal in Folge zur beliebtesten Pop-Band des Jahres gekürt. Zwei Preise gibt es auch für den kanadischen R&B-Musiker The Weeknd und für die Rapperin Nicki Minaj (32) aus Trinidad und Tobago. Einen mehr bekommt nur die US-Popsängerin Taylor Swift (25) - und lässt sich trotzdem nicht blicken.

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Aber auch das kann Moderatorin Jennifer Lopez (46) die Stimmung nicht vermiesen, für sie ist es trotzdem ein besonderer Tag. „Als Kind in der Bronx habe ich jedes Jahr die American Music Awards geschaut, ich habe sie nie ausgelassen. Die Show hat mich inspiriert, und ich habe mir immer gewünscht, einmal hier auf der Bühne stehen zu dürfen. Hier bin ich - mein Traum ist wahr geworden.“

dpa

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