Erstmals als Kommissarin im Einsatz

Heike Makatsch zum ''Tatort'': Begleitet von einem Schmerz

+
Heike Makatsch hat Premiere im ''Tator''

Freiburg - Heike Makatsch hat Premiere im ''Tatort'': Als Kommissarin Ellen Berlinger führt sie durch eine Sonderausgabe des ARD-Krimis. Die Rolle und der Film sind etwas Besonderes, sagt die Schauspielerin.

Die in Düsseldorf geborene Heike Makatsch (44) ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Ihre erste Rolle hatte sie vor 20 Jahren im Film „Männerpension“ von Detlev Buck, sie verkörperte später unter anderem Hildegard Knef und Margarete Steiff. Makatsch, Mutter von drei Töchtern, lebt in Berlin.

Die Schauspielerin Heike Makatsch ist erstmals als „Tatort“-Kommissarin zu sehen. In einem Special der ARD-Krimireihe spielt die 44-Jährige die Hauptrolle. Sie verkörpert für zunächst eine Folge die Freiburger Ermittlerin Ellen Berlinger. Gesendet wird der Film mit dem Titel „Fünf Minuten Himmel“ am Ostermontag (28.3.), 20.15 Uhr, in der ARD. Und Makatsch hat Gefallen am „Tatort“ gefunden, sagte sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Über Ihren Einsatz als Hauptkommissarin im „Tatort“ ist lange gerungen worden. Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Heike Makatsch: Ich denke, dass wir da ein tolles Stück Fernsehen produziert haben. Und es ist für mich etwas ganz Besonderes, wenn der berühmte „Tatort“-Vorspann vor einem Film läuft, in dem ich die Kommissarin spiele. Die Entwicklung von Figur und Drehbuch hat natürlich eine Weile gedauert, so etwas schreibt sich nicht von Heute auf Morgen.

Von der ersten Idee bis zum fertigen Drehbuch hat es Jahre gebraucht. Was hat das für Sie bedeutet?

Makatsch: Es ist gar nicht ungewöhnlich, dass es von der Idee zur Realisierung eines Films Jahre dauern kann. Konkret bedeutete das, dass wir uns häufig getroffen und über die Figur, über den Fall und den Ort gesprochen haben. Es war ein Prozess, in den ich involviert war. Deshalb war mir, als wir mit den Dreharbeiten begonnen haben, die Figur sehr nahe. Ich habe mich lange mit ihr beschäftigt.

Um was geht es in dem Film?

Makatsch: Es geht um soziale Ungerechtigkeit und Gentrifizierung in einem auf den ersten Blick so schönen Städtchen wie Freiburg, von dem man denkt, dass eigentlich soziale Gerechtigkeit das Stadtbild prägt. Schaut man unter die Oberfläche, so erkennt man, dass für dieses nachhaltige und bewusste Leben, welches dort von vielen Leuten geführt und propagiert wird, ein Preis zu zahlen ist. Es wird also die Kehrseite einer Medaille dargestellt. Auf dem Weg dahin lernt man viele interessante, verrückte Figuren kennen.

Und die Kommissarin?

Makatsch: Ellen Berlinger ist eine Kommissarin mit vielen Geheimnissen, die man nicht direkt entschlüsseln kann, die neugierig macht. Man spürt von Anfang an, dass sie ein Schmerz begleitet, der in der zerrütteten Familiensituation verborgen liegt. Das macht es spannend, ihrer Figur zu folgen. Sicher und souverän fühlt sie sich eigentlich nur in der Hingabe zu ihrem Beruf.

Sie spielen eine schwangere Kommissarin. Warum?

Makatsch: Sie ist eine Heimkehrerin und kommt in die Stadt zurück, der sie lange den Rücken gekehrt und in der sie ihre Tochter, die jetzt Teenagerin ist, bei ihrer Mutter zurückgelassen hat. Wegen ihrer erneuten Schwangerschaft will sie die Vergangenheit aufarbeiten, sie sucht nach Nähe und familiärer Bindung. Sie wünscht sich eine Heilung der alten Wunden. Sie will ihr künftiges Leben anders gestalten, als sie es in den vergangenen 15 Jahren getan hat.

Ist die Rolle der „Tatort“-Kommissarin ungewohnt für Sie?

Makatsch: Der „Tatort“ steht besonders stark im Fokus. Und mir ist bewusst, dass viel Augenmerk auf einer neuen Kommissarin und ihrem ersten Fall liegt. Aber mit dieser Erkenntnis kann ich ziemlich gut schlafen, das ist Teil dieses öffentlichen Berufs. Ich habe versucht, mich von solchen Gedanken frei zu machen und bin an die Rolle mit der gleichen Liebe zum Beruf herangegangen, wie ich es immer tue. Trotzdem ist es etwas anderes, eine Kommissarin zu spielen, als eine Protagonistin in einem Drama.

Inwiefern?

Makatsch: Eine Kommissarin folgt nicht ihren eigenen Befindlichkeiten. Wir sehen sie nicht hauptsächlich im Kampf mit ihren eigenen Gefühlen oder ihrem eigenen Konflikt. Sie kümmert sich fast ausschließlich um das Problem eines Dritten, fragt nüchtern nach DNA-Abgleich oder Handy-Koordinaten. Es ist schwieriger, dafür eine persönliche Haltung zu finden. Das war eine Herausforderung.

Geplant ist zunächst nur eine Folge. Wäre Ihre Kommissarin auch tauglich für einen häufigeren Einsatz?

Makatsch: Ich denke schon. Man kann schon jetzt erahnen, was noch alles in Form von familiären Veränderungen auf Ellen Berlinger zukommen wird. Und zumindest ich bin wirklich neugierig, wie sich die Puzzlestücke zusammenfügen werden, von denen wir im ersten Teil schon einige entdecken konnten. Ellens Vergangenheit scheint dunkle Seiten aufzuweisen. Sie sollten beleuchtet werden.

Was steht weiteren Folgen im Weg?

Makatsch: Das entscheide nicht ich, ob es weitere Folgen geben wird oder nicht. Die Entscheidungsträger sind aber anscheinend interessiert, die Finanzierung muss nur noch geschlossen werden.

Was verbinden Sie mit der ARD-Krimireihe „Tatort“?

Makatsch: Der Tatort war halt schon immer da. Er ist eine Institution. Aber eine Institution, die sich erlaubt, sich weiter zu entwickeln. Und somit haben wir eine Krimireihe mit vielen unterschiedlichen Kommissaren, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und fast schon unterschiedlichen Genres, mit den unterschiedlichen Handschriften unterschiedlicher Regisseure. Das finde ich spannend. Und deshalb schaue ich auch immer mal wieder rein.

dpa

auch interessant

Meistgelesen

Hannawald postet Hochzeits-Foto auf Facebook
Hannawald postet Hochzeits-Foto auf Facebook
Ändert eure Passwörter! 10 Tipps für die Lombardis
Ändert eure Passwörter! 10 Tipps für die Lombardis
Schock-Enthüllung: Evan Rachel Wood wurde vergewaltigt
Schock-Enthüllung: Evan Rachel Wood wurde vergewaltigt
Sechstes Urenkelkind von Queen Elizabeth II. unterwegs
Sechstes Urenkelkind von Queen Elizabeth II. unterwegs

Kommentare