Anheizer bei umstrittener Band

Ben Becker blamiert sich bei den "Böhsen Onkelz"

Ben Becker
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Ben Becker als peinlicher Anheizer bei den "Böhsen Onkelz".

Hockenheim - 200.000 "Böhse Onkelz"-Fans erlebten am Wochenende vor dem Auftritt ihrer Band eine Show mit hohem Fremdschämfaktor - dank Schauspieler Ben Becker, der sich in einen wahren Rausch redete.

"Was war das denn gerade?", fragten sich am vergangenen Samstag 100.000 Menschen, die sich am Hockenheimring auf den Auftritt der "Böhsen Onkelz" freuten. Gleichzeitig rieben sich weitere 100.000 Fans der umstrittenen Deutsch-Rocker bei der Live-Übertragung des Events in der Frankfurter Commerzbank-Arena irritiert die Augen. Sie waren gerade Zeuge eines achtminütigen Monologs von Schauspieler Ben Becker geworden, der an Skurrilität schwer zu überbieten sein dürfte.

Der 49-Jährige ist seit langer Zeit glühender Verehrer der Skandal-Band, die sich trotz ihrer Distanzierung von ihren Anfängen in der rechten Skinhead-Szene auch nach ihrem Comeback den Ruf als "Neo-Nazi-Zündler" nie so richtig los wurden. Die Ablehnung der Masse schweißt die Anhänger aber umso mehr zusammen - sie lieben es, sich als zu Unrecht von der Gesellschaft Verstoßene, als Außenseiter zu stilisieren. Das haben sie mit Ben Becker gemein. Der Schauspieler und Sänger gefällt sich ebenfalls in der Rolle des "bad boy" und hat sich mit seinem exzentrischen Verhalten und seinen Aussetzern einen Rüpel-Ruf erarbeitet.

Ob der Stiefsohn der im vergangenen Jahr verstorbenen Schauspiel-Legende Otto Sander am vergangenen Samstagabend etwas getrunken hatte, ist nicht klar. Doch für viele ist das die einzige Erklärung für den "biblischen Metaphernsalat von beeindruckender Wirrnis", den er laut "Spiegel" als "Onkelz"-Anheizer vor dem Konzert von der Bühne ließ. Mit triefendem Pathos, das bestens zu den Lied-Texten der Band passte, erklärte sich Becker zum Märtyrer und spielte auf Luther an, als er stolz verkündete: "Einige Leute werden mich verfluchen, weil ich hier stehe. Ich stehe hier, weil ich keinen Bock habe umzufallen!" Das erinnerte stark an den Religions-Reformer, der sich einst mit den Worten "Hier stehe ich und kann nicht anders!" geweigert haben soll, seine Thesen zu widerrufen.

Ben Beckers religiöse "Onkelz"-Ekstase

Und auch bei Beckers Liebe zu den "Onkelz" geht es um nichts weniger als um Leben oder Tod: "Was mich am Leben hält ist der Gedanke daran, dass ich nicht alleine bin!" Da war er wieder, der Außenseiter-Mythos. "Nichts ist für die Ewigkeit!", brüllte der 49-Jährige ein "Onkelz"-Zitat ins Mikro - immer und immer wieder, bis die Fans vorübergehend aus ihrer Schockstarre erwachten und mitgrölten. "Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben!", drohte der Mime gar, als er wie entfesselt über die Bühne tobte. 

Damit nicht genug: Er erdreistete sich sogar, die Bibel zu bemühen und erklärte die Bandmitglieder zu geflügelten Wesen an der Seite des Herrn: "Sie werden auferstehen und fliegen wie die Engel! Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke, und Erde bebte, und die Gräber taten sich auf", schwadronierte Becker in Anspielung auf die Kreuzigungs-Szene im Matthäus-Evangelium. In den Boden versinken vor Fremdscham wollten dabei eher die Zeugen dieser Peinlichkeit. Doch erst nach geschlagenen acht Minuten wurden sie erlöst - von einem Schauspieler, der sich in religiöse "Onkelz"-Ekstase geschrien hatte, bis er nicht mehr konnte. 

Ein Mitschnitt des Auftritts fand natürlich seinen Weg ins Internet. Sehen Sie hier das Video.

hn

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