Musiklegende starb mit 69

Abriss der Mauer: Berlin dankt seinem "Hero" David Bowie

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Bowie-Fans legten vor dem ehemaligen Wohnhaus des Musikers in Berlin-Schöneberg Blumen und Erinnerungsfotos ab.

Berlin - Nicht nur die Musikwelt trauert um David Bowie, auch die deutsche Hauptstadt ehrt den Künstler. Hier schuf er Großes, sie hat ihm viel zu verdanken.

Der im Alter von 69 Jahren verstorbene Sänger lebte zwar kaum drei Jahre im Westteil der damals geteilten Stadt, dennoch gilt diese Episode für Bowie und Berlin gleichermaßen als prägend. "Der Künstler gehörte zu uns. Darauf sind wir stolz", erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag zum Tod der britischen Pop-Ikone.

Anders als es Künstler seit den frühen Neunzigern tun, war Bowie 1976 nach Berlin gekommen, um Abstand von der Drogen- und Partyszene zu gewinnen. Der damals schon weltberühmte Künstler litt an Kokainsucht. Bowie bezog eine Altbauwohnung im Ortsteil Schöneberg und genoss neben der Kreativität der Stadt vor allem den gelassenen Umgang der Berliner mit Prominenten.

In Berlin schrieb Bowie die Texte für die Alben "Low", "Heroes" und "Lodger". Die ersten beiden Alben wurden in den Berliner Hansa Studios aufgenommen, wohin Jahre später auch Bands wie Depeche Mode und U2 pilgern sollten. Das wohl wichtigste Werk seiner Berlin-Epoche war der Album-Titel "Heroes", der das Leben in der geteilten Stadt zum Thema hatte. Bowie spielte zudem 1987 ein Konzert vor dem Reichstag in Hörweite seiner Ost-Berliner Fans.

Auch deshalb bedankte sich das Auswärtige Amt am Dienstag via Twitter in Anspielung auf den Song "Heroes" bei Bowie für dessen Hilfe, die Mauer abzureißen. Bürgermeister Müller kündigte an, die Stadt prüfe, Bowie zu Ehren eine Gedenktafel zu errichten.

Bowie selbst blieb Berlin bis zum Schluss verbunden. Als 2013 überraschend Bowies vorletztes Album "The next day" erschien, war die erste Single-Auskopplung das Lied "Where are we now" - eine Liebeserklärung an Berlin. Und die Berliner legten am Dienstag Blumen nieder vor Bowies früherem Wohnhaus in der Hauptstraße 155.

Steinmeier: Bowie überwand Grenzen

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) reagierte bestürzt auf den Tod des Sängers. "Mit David Bowie verliert die Welt einen Ausnahmekünstler, der wie kaum ein anderer über Generationen hinweg für musikalische Avantgarde stand", so Steinmeier am Montag.

"David Bowie hatte etwas, was auch für die Diplomatie grundlegend ist, nämlich die Neugier, die Welt durch die Augen anderer zu entdecken. Die Bereitschaft, sich von überlebten Klischees und Vorurteilen zu lösen. Die Überzeugung, dass sich Grenzen überwinden lassen - sogar dann, wenn es sich wie im geteilten Berlin der 70er-Jahre nicht gerade aufdrängt. Auch wenn David Bowie von uns gegangen ist, wird seine Musik prägend bleiben und diese Botschaft weiter in die Welt tragen."

David Bowie: Die Highlights seines Lebens

afp

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