Menschenrechtsanwältin drohte Festnahme

Clooneys Frau legt sich mit Ägyptens Justiz an

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Die britische Menschenrechtsanwältin Amal Clooney.

London - Die britische Menschenrechtsanwältin Amal Clooney hat der ägyptischen Justiz fehlende Unabhängigkeit vorgeworfen.

Dies sei bei einem umstrittenen Prozess gegen drei Journalisten des Fernsehsenders Al-Dschasira zutage getreten, sagte die Anwältin, die mit Hollywood-Star George Clooney verheiratet ist, der britischen Tageszeitung "The Guardian" vom Samstag. Die ägyptische Regierung wies am Sonntag den Vorwurf zurück, Clooney sei an der Vorstellung eines Berichts in Kairo gehindert worden.

Clooney, die in dem Al-Dschasira-Prozess den Journalisten Mohammed Fadel Fahmy vertritt, sagte dem "Guardian", als sie nach Fertigstellung eines Berichts über die Unabhängigkeit von Richtern und Staatsanwälten in Ägypten für die Juristenorganisation International Bar Association im Februar 2014 das Papier habe präsentieren wollen, sei sie daran gehindert worden, dies in Kairo zu tun.

Sie sei gefragt worden, ob der Bericht die Armee, die Justiz oder die Regierung kritisiere, sagte Clooney. Da sie dies bejaht habe, sei ihr gesagt worden, dass ihr dann eine Festnahme drohe. Der Bericht beruhte auf einer Reise nach Ägypten, die Clooney Mitte 2013 unternommen hatte. Das Papier, das eine Reihe willkürlicher Strafverfolgungen kritisierte, wurde schließlich im Februar in London vorgestellt.

Das ägyptische Innenministerium wies Clooneys Vorwürfe zurück. "Die ägyptischen Behörden haben Frau Clooney nicht daran gehindert, nach Ägypten zu kommen; es gab keinerlei Maßnahme, die ihr Kommen erschwerte, nichts behindert ihre Einreise zu welchem Zeitpunkt auch immer", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Mena aus einer Erklärung des Ministeriums.

Ministeriumssprecher Hani Abdel Latif warf Clooney vor, dass sie in ihren Vorwürfen vage geblieben sei. "Sie sollte genau sagen, wer das gesagt hat", sagte Latif der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben nichts gegen sie", fügte er hinzu.

Staraufgebot bei George Clooneys Hochzeit

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Ägyptens Oberstes Gericht hatte am Donnerstag angeordnet, den Prozess gegen die Al-Dschasira-Journalisten neu aufzurollen. Sie waren zu Haftstrafen zwischen sieben und zehn Jahren verurteilt worden. Clooney äußerte aber wenig Vertrauen in eine Neuauflage des Verfahrens, selbst wenn unabhängigere Richter ernannt würden. Sie äußerte stattdessen die Hoffnung, dass ihr Mandant, der Staatsbürgerschaften Ägyptens und Kanadas hat, rasch des Landes verwiesen wird.

Auch die Verteidiger des australischen Al-Dschasira-Journalisten Peter Greste setzen auf dessen Ausweisung. Die Ehefrau des mit ihnen verurteilten Ägypters Baher Mohammed sucht nach eigenen Angaben ebenfalls nach Wegen, ihren Mann außer Landes zu bringen. Während ihres Prozesses müssen die drei Journalisten des katarischen Senders in Haft bleiben. Ihnen wird die Unterstützung der verbotenen islamistischen Muslimbruderschaft vorgeworfen.

afp

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