Prozess wegen Betrugs

DSDS-Sieger Severino: Vor Gericht statt auf der Bühne

Der neue "Superstar" Severino Seeger.
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Der 28-jährige DSDS_Gewinner Severino Seeger.

München - Severino Seeger, der Sieger von "Deutschland sucht den Superstar", wird viele seiner Fans enttäuschen. Denn statt auf Konzerte muss er sich auf einen Gerichtsprozess vorbereiten.

Severino Seeger hat das Finale der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) gewonnen. Es war die zwölfte Staffel. Er setzte sich mit 59 Prozent der Zuschauer-Stimmen gegen die erst 17-Jahre alte Viviana Grisafi durch. Doch viele Zuschauer können sich nicht richtig für Severino freuen. Denn er hat in zwei Wochen, am 2. Juni, einen Gerichtstermin in Frankfurt, wie die Bild berichtet.

Der Schaden der durch Seeger verübten Taten beläuft sich laut Anklage auf knapp 19.000 Euro, ältestes Opfer sei eine 88-jährige Seniorin gewesen. Nach seiner Festnahme am 19. Dezember 2013 saß er knapp drei Wochen in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen den 28-jährigen beginnt am 2. Juni und soll am 10. Juni abgeschlossen werden.

„Ich muss mich dafür verantworten“, hatte Seeger der Deutschen Presse-Agentur bereits am Sonntag gesagt. Doch weiter wollte er sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Die Zeitung zitiert ihn mit den Worten, dies sei "kein einfacher Schritt" in seinem Leben. "Was dabei rauskommt, werden wir sehen."

Der Prozess gegen Seeger scheiterte zunächst an der Erkrankung des Richters. Später wurde er in Anbetracht der bevorstehenden Show-Teilnahme auf die Zeit danach verschoben. Die 4. Große Strafkammer hat zunächst zwei Verhandlungstage vorgesehen.

Muss der DSDS-Gewinner seinen "Superstar"-Titel abgeben?

Wie die Bild berichtet, sollen DSDS-Juror Dieter Bohlen und der Privatsender RTL nichts davon gewusst haben. Bohlen und RTL hätten es aus der Zeitung erfahren. Bohlen habe vor zwei Monaten kommentiert: "Falls Severino die alten Damen betrogen hat, dann ist bei 'DSDS' kein Platz für ihn." Der Fernsehsender sagte am Sonntag gegenüber der Zeitung, er wolle nicht spekulieren.

Doch angeblich würde RTL dem Gewinner, falls er verurteilt werden sollte, den "Superstar"-Titel aberkennen. Das Preisgeld, die 500.000 Euro, müsste er aber angeblich nicht zurückzahlen. Es sei aber noch nicht klar, ob RTL dann die Zweitplatzierte nachträglich zur Siegerin küren würde.

RTL will Urteil abwarten

RTL wollte das Strafverfahren nicht näher kommentieren. „Natürlich werden wir nach Festlegung eines Urteils entsprechend reagieren, aber eben auch erst dann“, sagte eine Sendersprecher. „Wer die in Deutschland geltende Regel der Unschuldsvermutung nur halbwegs ernst nimmt, hält sich mit Spekulationen und Vorverurteilungen bis zum bevorstehenden Gerichtsentscheid zurück. Genau daran halten uns, da wir uns eben nicht für die besseren Richter halten, auch wenn manch kritische Beobachter das anders handhaben.“

Video: So hatten es die letzten Drei ins DSDS-Finale geschafft

sah/dpa

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